Kfz-Versicherer in Zahlungs­schwierig­keiten: Versicherte sollten sofort neue Versicherung suchen

Das gab es in Deutsch­land noch nie: Das Unternehmen hinter den Auto­versicherungs­tarifen Ineas und LadyCarOnline steckt in Zahlungs­schwierig­keiten und ist unter Notverwaltung gestellt. Der Versicherungs­schutz für die rund 50.000 in Deutsch­land mit diesen Tarifen versicherten Auto­fahrern endet am Dienstag, 31. August. Sie müssen unbe­dingt sofort eine neue Versicherung abschließen, rät die Stiftung Warentest auf ihrem Onlineportal test.de.

Opfer von Unfällen mit Ineas oder LadyCarOnline versicherten Autos sind sicher. Für sie zahlt die Verkehrs­opfer­hilfe, wenn sie keine Kasko­versicherung haben, keine Lohn­fortzahlung bekommen oder keine Kranken­versicherung ihre Behand­lungs­kosten über­nimmt. Wenn die Voll­kasko des Unfall­opfers zahlt, bleibt sein Schadenfrei­heits­rabatt erhalten und wird nicht zurück­gestuft.

Ineas- und LadyCarOnline-Versicherte stehen dagegen dumm da. Kaskoschäden am eigenen Auto müssen sie jetzt selbst zahlen. Haft­pflicht­schäden können sogar zu ruinösen Ersatz­forderungen führen: Wenn Versicherer des schuldlosen Opfers einspringen mussten oder Arbeit­geber Lohn fortgezahlt haben, können sie vom Unfall­fahrer vollen Ersatz verlangen.

Zusätzliches Risiko: Unfall­opfer können Schaden­ersatz auch direkt vom Verursacher fordern. Dann muss der Unfall­fahrer zahlen. Erst danach kann er sich an die Verkehrs­opfer­hilfe wenden und versuchen, sein Geld zurück zu bekommen. Sie wird ihm aber nichts geben, wenn sich das Unfall­opfer auch aus anderen Quellen wie der eigenen Versicherung hätte Ersatz holen können.

Ob bereits gezahlte Beiträge für den Zeitraum ab September erstattet werden, ist wegen der Zahlungs­schwierig­keiten des nieder­ländischen Versicherers offen.

Der jeweils aktuelle Stand findet sich unter www.test.de/ineas