Immobilien­kredite Banken verlangen häufig zu hohe Vorfälligkeits­entschädigung

Banken verlangen zurzeit hohe Entschädigungen, wenn Kunden ihre Kredite vorzeitig kündigen. Hoch sind die Forderungen oft auch deshalb, weil sich die Banken verrechnen, so die Stiftung Warentest in ihrem aktuellen Finanztest-Heft.

Die Vorfälligkeits­entschädigung errechnet sich bei den meisten Banken aus der Differenz zwischen den entgangenen Zins­einnahmen und den Erträgen aus einer Wieder­anlage. Aber Banken haben ihre Tricks, um die Endsumme möglichst hoch zu halten. So wird zum Beispiel die Möglich­keit des Kunden zur Sondertilgung, die die Vorfälligkeits­entschädigung mindern würde, schlicht vergessen. Auch die ersparten Risiko­kosten, die einer Bank im Falle eines nicht mehr bedien­baren Kredits zustehen, werden meist nicht oder nicht ausreichend berück­sichtigt.

Fehler in den Rechungen von Banken sind schwer zu entdecken. Eine Über­prüfung der Vorfälligkeits­entschädigung, wie es Finanztest und die Verbraucherzentralen Bremen und Hamburg anbieten, ist daher ratsam. Allein im ersten Halb­jahr 2009 prüften die Bremer rund 200 Bank­rechnungen. Etwa jede zweite ist falsch.

Ob Kunden über­haupt eine Entschädigung zahlen müssen, hängt von der Art ihres Kredits ab. Ein Kredit mit einem varia­blen Zins­satz kann zum Beispiel immer und ohne Entschädigung gekündigt werden, wo hingegen ein Fest­zins­kredit mit Zins­bindung unter zehn Jahren nur zum Ende der Zins­bindung entschädigungs­frei gekündigt werden kann.

Der ausführ­liche Bericht findet sich in der August-Ausgabe der Zeit­schrift Finanztest und unter www.test.de.

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