Gütesiegel für Onlineshops: Nur zwei bieten halbwegs Orientierung

Gütesiegel für Onlineshops sollen das Einkaufen im Internet sicherer machen. Dass sie jedoch aus Verbrauchersicht nur begrenzt aussagekräftig sind, stellt die Stiftung Warentest nach ihrer Untersuchung der Siegel in der Dezember-Ausgabe ihrer Zeitschrift test fest. Sie präparierte einen bereits existierenden Webshop und baute technische Sicherheitslücken, Mängel im Bestellvorgang und verbraucherunfreundliche Klauseln in die AGB und die Datenschutzerklärung ein. Keiner der Siegel-Anbieter, die Webshops zertifizieren, fand alle Mängel.

Der Siegelanbieter „Geprüfter Webshop“ stellte zwar einige Mängel fest. Trotzdem vergab er sein Gütesiegel, ohne dass diese Mängel abgestellt werden mussten. Nur ein Siegelanbieter im Test, der TÜV Süd mit seinem Siegel „Safer Shopping“, prüfte auch die technische Sicherheit des Webshops, d. h. ob die Datenübertragung vor Hacker-Angriffen geschützt ist. Von den anderen Gütesiegel-Anbietern wurde die technische Sicherheit des Shops nicht geprüft.

Trotzdem können sich Onlinekäufer an zwei Siegeln, dem Safer-Shopping des TÜV Süd sowie dem Trusted Shops-Siegel, durchaus orientieren. Die Stiftung Warentest rät allerdings zu zusätzlichen Vorsichtsmaßnahmen für sicheres Online-Shopping.

Eines müssen sich alle Onlinekäufer bewusst machen: Gütesiegel für Onlineshops sind keine unabhängigen Prüfzeichen, sondern ein Geschäft. Unternehmen, die Siegel verleihen, wollen damit Geld verdienen. Je nach Siegelgeber musste der Test-Shop bis zu 4.000 Euro im Jahr für das Siegel bezahlen. Shops mit höherem Umsatz zahlen oft mehr.

Der Test Gütesiegel für Onlineshops findet sich in der Dezember-Ausgabe der Zeitschrift test und ist online unter www.test.de/shopsiegel abrufbar.

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