Finanztest Mai 2003 Minijobs: Mogeln lohnt sich nicht mehr

Seit dem 1. April sind die Minijobs im Haushalt für Jobber und Arbeitgeber wieder attraktiv: Der Arbeitnehmer kann bis zu 400 Euro im Monat steuerfrei (dazu)verdienen, der Arbeitgeber zahlt für Sozialversicherung und Steuern pauschal 12 Prozent vom Lohn plus 1,3 Prozent Umlagen nach dem Lohnfortzahlungsgesetz. Damit kostet die legale Haushaltsperle kaum noch mehr als die Putzfrau, die schwarz arbeitet, belegt Finanztest in der Mai-Ausgabe.

Denn die Ausgaben für Steuern und Umlagen holt sich der Arbeitgeber durch einen Steuervorteil fast wieder herein: Für eine Haushaltshilfe, die 400 Euro bekommt, müssen Abgaben in Höhe von 53,20 Euro gezahlt werden. Um 42,50 Euro ermäßigt sich aber in der Regel die Steuerschuld, wenn ein Minijobber beschäftigt wird. Diese Ermäßigung gibt es nur, wenn die Kosten nicht als außergewöhnliche Belastungen abgezogen werden können, etwa bei Kinderbetreuungskosten oder wenn jemand im Haushalt krank ist. Auch für Au-pairs gibt es keine Steuervergünstigung.

In allen Fällen muss die Haushaltshilfe bei der Bundesknappschaft angemeldet werden. Sie berechnet die Abgaben und zieht sie per Lastschrift ein. Dann werden dem Arbeitgeber bei Krankheit oder Schwangerschaft des Minijobbers auch die Lohnkosten erstattet: bis zu 42 Tage lang 70 Prozent bei Krankheit, 100 Prozent während der Mutterschutzfristen. Um den Minijobber vor Unfallfolgen zu schützen, muss er innerhalb von einer Woche nach Arbeitsantritt vom Arbeitgeber versichert werden. Der Beitrag beträgt zwischen 20 und 95 Euro im Jahr. Infos hierzu gibt es beim Bundesverband der Unfallkassen. Ausführliche Informationen zu den Minijobs finden sich in der Mai-Ausgabe von Finanztest.

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