Finanztest August 2003 Katzenjammer nach zehn Jahren: Vorsicht bei der Baufinanzierung

Nie waren die Zinsen für Baudarlehen so niedrig wie heute. Bauherren und Wohnungskäufer sollten aber die langfristigen Finanzierungskosten nicht unterschätzen. Wer heute mit einer besonders niedrigen Monatsbelastung kalkuliert, riskiert für den Anschlusskredit nach Ablauf der Zinsbindung den Ratenschock. Der Risikocheck in der August-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest schützt vor bösen Überraschungen.

Die günstigsten Banken bieten Kredite mit zehnjähriger Zinsbindung jetzt zu Zinssätzen um die 4 Prozent an. Vereinbart der Kreditnehmer mit der Bank eine Tilgung von nur einem Prozent, kostet die Rate fürs Eigenheim oft weniger als eine Mietwohnung. Eine niedrige Anfangsrate kann sich jedoch durch eine Zinserhöhung nach Ablauf der Zinsbindung mehr als verdoppeln. Sie rächt sich zudem mit einer langen Kreditlaufzeit. Finanztest rät deshalb, das niedrige Zinsniveau zu einer höheren Tilgung des Kredits zu nutzen. Bauherren und Wohnungskäufer sollten außerdem für jede angebotene Finanzierung einen Risikocheck verlangen.

Wie hoch die Rate nach Ablauf der Zinsbindung steigen kann, hängt nicht nur von der Zinsentwicklung ab. Entscheidend sind auch die Anfangstilgung und die Laufzeit, die für den Kreditnehmer längstens infrage kommt. Führt der erste Risikocheck zu einem roten Signal, muss man die Eigenheimpläne noch nicht begraben. Durch eine längere Zinsbindung, eine höhere Tilgung oder den Einsatz der Eigenheimzulage als Sondertilgung lässt sich das Risiko spürbar senken.

Unter www.finanztest.de/webdateien/risikocheck.xls bietet Finanztest ein Excel-Programm für den Risikocheck. Nach Eingabe der Kreditkonditionen und der maximalen Laufzeit ermittelt das Programm für beliebige Zinsszenarien die für den Anschlusskredit nötige Rate. Ausführliche Informationen zur Baufinanzierung finden sich in der August-Ausgabe von Finanztest.

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