16.08.2016

Dreister Dispozins: Banken langen beim Dispozins weiter kräftig zu

Bis zu 13,75 Prozent hohe Dispozinsen fanden die Finanzexperten der Stiftung Warentest bei einer Erhebung der Überziehungszinsen von allen 1.424 deutschen Banken und Sparkassen. Im Durchschnitt sind die Dispozinsen im Vergleich zum Vorjahr um 0,3 Prozentpunkte gefallen und liegen jetzt bei rund 10 Prozent. Die niedrigeren Dispozinsen gibt es aber häufig nur bei Kontomodellen, die einen hohen Kontoführungspreis haben. Veröffentlicht ist die Untersuchung in der September-Ausgabe von Finanztest und online auf www.test.de/dispo.

Unrühmlicher Spitzenreiter beim Dispozins sind die Volksbank Raiffeisenbank Oberbayern Südost (Direkt- und Klassik-Konto) mit 13,75 Prozent, die Raiffeisenbank Aulendorf mit 13,06 Prozent und die VR-Bank Landsberg-Ammersee mit 13,01 Prozent. Am wenigsten müssen Kunden dagegen bei Direktbanken wie der Deutschen Skatbank mit dem Trumpfkonto zahlen, wenn sie ins Minus rutschen, 4,24 Prozent. Knapp dahinter liegt das Servicekonto der Augsburger Aktienbank mit 4,8 Prozent. An diesen Zinssatz reicht kaum eine Filialbank heran. Obwohl die Banken gesetzlich dazu verpflichtet sind, den Dispozins auf ihrer Webseite eindeutig und verständlich zu veröffentlichen, halten sich 30 Geldhäuser nicht daran. Eins veröffentlicht den Zins gar nicht, bei 29 ist nicht erkennbar, wie hoch der Zinssatz tatsächlich ist. Bei der VR-Bank Erlangen-Höchstadt-Herzogenaurach in Bayern erfährt der Kunde zum Beispiel, dass ein Dispozins von 4,75 bis 12,75 Prozent fällig wird, je nach Bonität des Kunden. Wie diese berechnet wird, erfährt er nicht.

Immer mehr Banken bieten teure Premiumkonten an und werben dafür zum Beispiel mit einem niedrigen Dispozins. Doch selbst wenn sie den Dispokredit regelmäßig nutzen, zahlen Kunden mit einem solchen Kontomodell oft drauf.

Der ausführliche Test Dispozinsen erscheint in der September-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest (ab 17.08.2016 am Kiosk) und ist bereits unter www.test.de/dispo abrufbar.

Pressematerial

Drei Fragen an Stephanie Pallasch, Finanztest-Projektleiterin

  • Trotz Nullzinsen für Sparer langen die Banken weiter kräftig beim Dispo zu. Gibt es auch günstige Dispokredite?

Am wenigsten müssen Kunden bei einem Konto der Deutschen Skatbank zahlen, wenn sie ins Minus rutschen (4,24 Prozent). Spitzenreiter beim Dispozins mit 13 Prozent und mehr sind vier regionale Genossenschaftsbanken.

  • Wie haben sich die Dispozinsen im letzten Jahr entwickelt?

Im Durchschnitt sind die Dispozinsen im Vergleich leicht um knapp 0,3 Prozentpunkte gefallen und liegen zum Zeitpunkt der Finanztest Untersuchung bei 9,91 Prozent. Das hat auch viel mit den geänderten Kontomodellen der Banken zu tun.

  • Was bringen sogenannte Premiumangebote, die manche Banken zurzeit anbieten?

Banken versprechen für Premiumkonten zwar niedrigere Dispozinsen, dafür zahlt man aber hohe Kontoführungsgebühren. Oft lohnen sich solche Kontomodelle nicht, auch wenn man regelmäßig den Dispo nutzt. Tatsächliche ist für viele Kunden das Standardkonto mit dem höheren Dispozins die bessere Wahl.

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