16.09.2014

Dispozinsen: Kunden zahlen bis zu 14,25 Prozent

Bankkunden zahlen immer noch bis zu 14,25 Prozent Dispozinsen, wenn sie ihr Konto überziehen, obwohl sich Banken und Sparkassen für weniger als ein Prozent Geld bei der Europäischen Zentralbank leihen können. Dennoch haben die jährlichen Erhebungen der Tester Wirkung gezeigt: Knapp 250 der 1504 untersuchten Banken haben ihren Dispozins seit dem Vorjahr um mindestens einen Prozentpunkt gesenkt. Einige Banken erheben dafür aber jetzt höhere Kontoführungsgebühren. Die Ergebnisse des aktuellen Tests zu Dispozinsen sind in der Oktober-Ausgabe von Finanztest veröffentlicht.

Die Tester ermittelten Zinsunterschiede von fast 10 Prozentpunkten. Den günstigsten Dispozins verlangt die Deutsche Skatbank mit 4,90 Prozent, 14,25 Prozent zahlen hingegen Kunden mit schlechter Bonität bei der Volksbank Westenholz und der Raiffeisenbank Weil und Umgebung. Der Durchschnitt der Dispozinsen liegt bei 10,65 Prozent. Einige Banken versuchen beim Dispo besser auszusehen als sie sind. Sie bieten günstige Dispozinsen nur für Girokonten mit hoher Kontoführungsgebühr.

Sehr viele Banken veröffentlichen den Dispozins nach wie vor nicht im Internet, so dass für Kunden kaum ein Vergleich möglich ist. Auch ein Preisaushang vor Ort war nicht immer auffindbar, obwohl die Banken gesetzlich dazu verpflichtet sind, ihn in der Filiale auszuhängen. Die Ausreden der Mitarbeiter waren abenteuerlich: Man kenne den Dispozins selbst nicht oder teile ihn erst nach der Eröffnung eines Kontos mit. Oft sind es teure Banken, die den Kunden die Höhe des Zinses für die Überziehung ihres Kontos verschweigen.

Der ausführliche Test Dispozinsen erscheint in der Oktober-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest (ab 17.09.2014 am Kiosk) und ist bereits unter www.test.de/dispo abrufbar.

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