16.10.2012

Dispozinsen: Banken sind teuer und intransparent

Bis zu 15,32 Prozent Zinsen berechnen Banken ihren Kunden, wenn diese ihr Girokonto überziehen und das, obwohl sie sich selbst für 0,75 Prozent Geld leihen können. Wie hoch der Zinssatz der eigenen Bank ist, erfahren die Kunden jedoch häufig nicht. Bei einer Untersuchung der Zeitschrift Finanztest über die Dispozinsen von 1.566 Banken und Sparkassen hatten nur 357 Institute ihre Konditionen freiwillig mitgeteilt.

Für 588 weitere Institute ermittelten die Tester mit zum Teil detektivischen Methoden den aktuellen Zinssatz. Trotz schriftlicher Anfragen, unzähliger Anrufe und Recherche im Internet blieben jedoch die Konditionen von mehr als einem Drittel der Banken (621) im Dunkeln. Eine transparente Darstellung ihrer Konditionen scheint bei den meisten Banken unerwünscht zu sein.

Fast ein Drittel der Deutschen nehmen den Überziehungskredit in Anspruch und zahlen zum Teil viel Geld dafür. So verlangt die Raiffeisenbank Fischenich-Kendenich in NRW 14,25 Prozent fürs Kontoüberziehen. Einige Kunden trifft es bei der VR-Bank Aalen noch schlimmer. Von Kunden mit schlechter Bonität verlangt sie 15,32 Prozent Dispozinsen und ist damit die teuerste Bank im Test.

Obwohl der Dispozins gegenüber dem vergangenen Jahr im Durchschnitt leicht gesunken ist, verdienen die Banken daran mehr als zuvor. Denn sie können sich zu einem deutlich günstigeren Zinssatz als vor einem Jahr Geld leihen.

Bei einem Zinssatz von 14,25 Prozent zahlt ein Kunde, der ein halbes Jahr mit 2.000 Euro im Minus ist, 142,50 Euro. Bei einer günstigen Bank mit einem Zinssatz von 5,25 Prozent, wie der Deutschen Skatbank, sind es hingegen nur 52,50 Euro.

Der ausführliche Test Dispozinsen ist in der November-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest und online unter www.test.de/dispo veröffentlicht.

Pressematerial