Datensendeverhalten von Dating-Apps: Die meisten behalten Geheimnisse nicht für sich

Sexuelle Vorlieben können gefährlich werden – die ägyptischen Behörden beispielsweise nutzen laut Amnesty International Dating-Apps, um Homosexuelle ausfindig zu machen und zu verhaften. Die Stiftung Warentest hat nun das Datensendeverhalten von 44 Dating-Apps überprüft und festgestellt: Geheimnisse sind dort tatsächlich nur ganz selten gut aufgehoben.

Wer eine Beziehung, schnellen Sex oder einfach nur Freundschaften sucht, gibt in der Regel immer etwas Privates von sich preis. Wer das in Dating-Apps macht, muss wissen: Sicher sind seine Informationen dort nicht. „Wir finden nur 5 von den 44 kostenlosen Apps im Test akzeptabel“, so Projektleiterin Simone Vintz, „die meisten verraten aber zu viel.“

Angesehen haben sich die Prüfer das Datensendeverhalten und die Datenschutzerklärung. Gefunden haben sie viele Probleme, auch bei bekannten Anbietern wie ElitePartner, Parship oder Tinder. Ausgeplaudert werden Daten, die für die Nutzung der App eigentlich unnötig sind, wie etwa Gerätedaten.

Grundsätzlich ist alles, was App-Nutzer öffentlich auf ihr Profil stellen, auch für jedermann sichtbar. Aber auch Chatverläufe sind keineswegs geheim – es gibt Anbieter, die jede Onlineplauderei minutiös dokumentieren, wie eine französische Journalistin herausfand. Viele, darunter auch Tinder, teilen ihre Daten mit Dritten, so die Stiftung Warentest. Schnell verliere der Nutzer bei solchen Nutzungen die Kontrolle über seine Daten.

Wenig klar ist laut der März-Ausgabe des Verbrauchermagazins test nämlich, wo die Daten überall landen. Das sind eben nicht nur Server „in den USA und der ganzen Welt“ (Tinder), sondern auch oft genug Dritte, wie das Werbenetzwerk Flurry oder die Datensammelmaschine Facebook. Auch wer aussteigt, muss wissen: Seine Daten sind bei den Anbietern mitunter für die Ewigkeit archiviert.

Der Bericht findet sich in der März-Ausgabe der Zeitschrift test und ist online unter www.test.de/datingapps-sicher abrufbar.

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