25.03.2010

Daten­schutz bei sozialen Netz­werken: Gravierende Mängel bei Facebook, Stay­friends und Co.

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Soziale Netzwerke: Datenschutz oft mangelhaft
Daten­schutz bei sozialen Netz­werken

Alle getesteten sozialen Netz­werke haben Mängel beim Daten­schutz und der Daten­sicherheit, bei acht von zehn sind es „deutliche“ oder „erhebliche“ Mängel. Zu diesem Ergebnis kommt die Stiftung Warentest in der April-Ausgabe ihrer Zeit­schrift test, nachdem sie untersucht hat, wie soziale Netz­werke mit den privaten Daten ihrer Mitglieder umgehen. Erst­mals haben sich die Tester dabei als Hacker betätigt – allerdings mit Erlaubnis.

Die großen amerikanischen Netz­werke haben beim Daten­schutz am schlechtesten abge­schnitten. Facebook, Myspace und Linkedin schränken die Rechte der Nutzer ein, räumen sich selbst aber weitreichende eigene ein, vor allem die Weitergabe der privaten Daten an Dritte. Bei Facebook heißt es: „Du gibst uns eine welt­weite Lizenz für die Nutzung jeglicher IP-Inhalte die du auf oder im Zusammen­hang mit Facebook postest“. IP-Inhalte sind das geistige Eigentum z.B. an Texten und Bildern. Myspace verwendet über 20 unwirk­same Klauseln. Darin räumt sich der Anbieter auf geradezu unver­schämte Art Rechte an den Nutzer­daten ein. Positive Beispiele sind die Netz­werke studiVZ und schülerVZ, die dem Nutzer Einfluss­möglich­keiten auf die Verwendung seiner Daten bieten und sie kaum an Dritte weitergeben.

Auch um die Daten­sicherheit ist es oft schlecht bestellt. Bei einigen Netz­werken hat es nur wenige Tage gedauert, bis die Stiftungs­mit­arbeiter mit relativ einfachen Mitteln jedes beliebige Nutzer­konto über­nehmen und auf die gespeicherten Daten zugreifen konnten.

Selbst wer auf seine Privatsphäre achtet, kann schnell ans Licht der Öffent­lich­keit gezerrt werden. Seit Dezember 2009 sind die Daten­schutz­einstel­lungen von Facebook so geändert, dass etliche Profildaten, beispiels­weise Name, Nutzerfoto und die Mitgliedschaft in Gruppen – bis dahin nur für Freunde sicht­bar – nun öffent­lich sind. Wer das nicht möchte, muss sehr umständlich die Einstellungs­möglich­keit suchen und ändern.

Der ausführ­liche Test ist in der April-Ausgabe der Zeit­schrift test und online unter www.test.de/netzwerke veröffent­licht.