Balsamico: Bluff aus Modena – fast die Hälfte „mangelhaft“

Gleich 9 von 22 „Aceto Balsamico di Modena“ haben bei einem Test der Stiftung Warentest nur „mangelhaft“ abge­schnitten. Anders als vorgeschrieben, enthalten sie nicht genug Säure, ihre Essig­säure stammt nicht allein aus Weintrauben, sondern auch aus Zuckerrübe, Mais oder Zucker­rohr. Bei den zusätzlich geprüften 4 weißen Condimenti Bianco schnitten ebenfalls 2 „mangelhaft“ ab.

Seit 2009 ist „Aceto Balsamico di Modena“ eine geschützte geografische Angabe, damit vor Nach­ahmern geschützt und mit Anforderungen verbunden. Auch der teuerste Balsam­essig im Test, Guiseppe Giusti, der für stolze 49 Euro für die 250-Milliliter-Flasche bei Manufactum zu haben ist, schnitt nur „mangelhaft“ ab. Er erreichte nicht den vorgeschriebenen Säuregehalt, die Essig­säure stammte zum Teil aus Zuckerrübe, außerdem fanden die Tester beträcht­liche Rück­stände von Eisen, Zink und Blei. In Sachen Schad­stoffe fallen ausgerechnet die Bioessige auf. Im Byodo Antico Balsamico (28 Euro/Liter), Kaiser’s Tengelmann/Naturkind (6,60 Euro/Liter) und Rapunzel (18 Euro/Liter) fanden sich erhöhte Kupfer­gehalte. Gesundheitliche Folgen sind allerdings unwahr­scheinlich.

6 der 22 dunklen Balsamico sind „gut“, darunter Bertolli, Rewe, Ponti und Kühne für 2,90 bis 7 Euro pro Liter. Der beste Güns­tigste war Mamma Gina von Netto-Marken­discount für nur 1,70 Euro je Liter. Bei der Verkostung „sehr gut“, in der Deklaration aber mit Schwächen: der Balsamico von Mazzetti (34 Euro/Liter). Der einzige „gute“ Weiße kommt ebenfalls von Mazzetti (7,20 Euro/Liter).

Der ausführ­liche Test Balsam-Essig ist in der Juni-Ausgabe der Zeit­schrift test und online unter www.test.de/balsamico veröffent­licht.