Aktionsware: Elektro-Häcksler für 111 Euro unbrauchbar

Ein Elektro-Häcksler, der bei Plus rechtzeitig vor dem Frühling für nur 111 Euro angeboten wird, versagte im Schnelltest. Seit vier Monaten untersucht die Stiftung Warentest so genannte Aktionsware, die sich oft nur wenige Tage im Lebensmitteldiscount befindet. Das Ergebnis bei diesem Produkt: Nach nicht einmal einer Stunde Arbeit gaben die geprüften Häcksler den Geist auf. Bei einem sprang dazu beim Zug am Netzkabel die Abdeckung für den Motor ab. Die elektrischen Kontakte lagen offen.

In den Testgeräten lösten sich beim Häckseln von dicken Ästen jeweils zwei Schrauben. Diese und die Metallplatte, die sie festhalten sollen, fielen daraufhin in die rotierenden Klingen des Häckslers. Schrauben und Platten wurden mit derartiger Gewalt herumgeschleudert, dass die Gehäuse der Häcksler Risse bekamen. Die Klingen waren ohnehin hinüber.

Solange der Häcksler noch funktioniert, sind bei unsachgemäßer Bedienung die Finger von Benutzern in Gefahr. Grund: Wenn das Gerät während des Betriebs geöffnet wird, läuft das Messer noch bis zu vier Sekunden nach, bis die Bremse es stoppt. Außerdem kann der Häcksler eingeschaltet werden, ohne die Schrauben für den Trichter wieder festzudrehen. Beides ist zwar zulässig, aber dennoch gefährlich.

Deshalb fordert die Stiftung Warentest den Stillstand der Messer noch vor dem Öffnen des Trichters. Außerdem ärgerlich: Von „geringer Schallemission“, mit der auf dem Karton geworben wird, kann keine Rede sein. Man hat das Gefühl, neben einem startenden Jet zu stehen. Auch der „selbsttätige Asteinzug“ ist zuviel versprochen. Dicke Äste müssen jedenfalls mit Nachdruck ins Gerät gesteckt werden, damit sie gehäckselt werden können. Test-Kommentar: unbrauchbar. Ausführliche Informationen zu den Elektro-Häckslern finden sich online.

Dieser Artikel ist hilfreich. 496 Nutzer finden das hilfreich.