Medikamente im Test

Zytostatikum: Fluorouracil + Salicylsäure (äußerlich/Kombination)

Wirkungsweise

Fluorouracil ist ein Zellgift (Zytostatikum) und hemmt die Zellteilung. Salicylsäure weicht Haut und auch Hornhaut auf und kann so die Aufnahme von Fluorouracil in die Haut erhöhen.

Aktinische Keratosen

Die Kombination kann daher bei tastbaren und mäßig verhornten aktinischen Keratosen eingesetzt werden. Wenn die Kombination zuverlässig angewendet wird, kann sie bei aktinischen Keratosen das Hautbild insbesondere im Gesicht, auf der Stirn und der Kopfhaut im Vergleich zu einer Scheinbehandlung verbessern. Nach fünf Monaten sind bei 55 von 100 mit Actikerall Behandelten die Hauterscheinungen komplett zurückgegangen. Wenn ein Scheinmedikament angewendet wird, sind es nur 15 von 100 Behandelten. Ein Jahr nach Behandlungsende tritt bei rund jedem Dritten die Hautveränderung wieder auf.

Allerdings sollten keine großen, zusammenhängenden Hautstellen damit behandelt werden. Auch bei punktuellen Hautveränderungen sind andere Verfahren sinnvoller einzusetzen. Der Heilungserfolg liegt bei diesem Hautlack etwas höher, als wenn Diclofenac äußerlich angewendet wird. Dafür ist der Hautlack aber nicht so gut verträglich. Die Haut schmerzt durch die Behandlung und es zeigen sich nässende Veränderungen, bevor es zu einer Abheilung kommt. Die kombinierte Anwendung von niedrig dosiertem Fluorouracil und Salicylsäure ist nach den bisher vorliegenden Untersuchungsergebnissen mindestens so gut wirksam wie die alleinige Anwendung von hoch dosiertem Fluorouracil. Ob die Kombination Vorteile hinsichtlich Heilungsrate oder Verträglichkeit besitzt, muss noch besser untersucht werden.

Warzen

Warzen rufen Gewebewucherungen hervor, die durch das Zellgift verhindert werden sollen. Der Zusatz von Fluorouracil zu Salicylsäure ist zur Behandlung der Warzen in der Regel nicht notwendig und nur sinnvoll, wenn Salicylsäure allein nicht ausreichend gewirkt hat. Unerwünschte Wirkungen kommen mit diesem Kombinationsmittel häufiger vor als mit Salicylsäure alleine. Aus diesem Grund ist das Mittel nur mit Einschränkung geeignet.

Anwendung

Aktinische Keratosen

Vor dem Auftragen sollte die erkrankte Haut gereinigt werden. Das Mittel wird einmal täglich mit Hilfe des in der Packung mitgelieferten Pinsels aufgetragen. Die behandelte Haut darf nicht abgedeckt werden, so dass sich ein Film bilden kann. Gesunde Haut sollte mit der Lösung möglichst nicht in Berührung kommen. Bevor das Mittel erneut aufgetragen wird, muss dieser Film gegebenenfalls mit warmem Wasser entfernt werden.

Zwar können Sie gleichzeitig mehrere Keratosen behandeln, die Gesamtfläche aber darf nicht mehr als fünf mal fünf Zentimetern (jeweils etwa eine Daumenlänge) betragen, um zu verhindern, dass das Mittel in größerem Ausmaß durch die Haut in den Blutkreislauf aufgenommen wird.

Die Behandlung wird so lange durchgeführt, bis die Hautstellen vollständig abgeheilt sind, aber nicht länger als zwölf Wochen. Wie gut die Behandlung angeschlagen hat, wird bisweilen erst einige Wochen nach Abschluss der Behandlung deutlich.

Warzen

Das Mittel darf nur auf die Warze, nicht auf die gesunde Haut gelangen.

Sie tragen das Mittel konsequent zwei- bis dreimal täglich auf die Warze auf. Vorher sollten Sie die gesunde Haut rund um die Warze mit einer Salbe oder Paste abdecken, um sie vor den hautreizenden Wirkstoffen zu schützen. Waschen Sie sich danach gründlich die Hände, damit Sie die Wirkstoffe nicht auf empfindliche Haut (Gesicht, Nagelbett) und Schleimhäute bringen.

Nach drei bis vier Tagen baden Sie die betroffenen Stellen in warmem Wasser. Hat sich auf der Warze ein Film gebildet, ziehen Sie diesen vorher ab. Anschließend können Sie die aufgeweichten Hornschichten leicht abreiben. Meist müssen Sie die Behandlung mehrfach wiederholen. Bei hartnäckigen Warzen kann die Behandlung bis zu zwölf Wochen dauern. Sind die Warzen verschwunden, sollten Sie die Stellen noch eine Woche weiterbehandeln.

Achtung

Das Mittel darf nicht auf oder in der Nähe von Schleimhäuten angewendet werden, zum Beispiel im Bereich der Nasenöffnung oder der Lippen. Das gilt auch für offene, blutende Hautstellen.

Ein Kontakt mit den Augen ist unbedingt zu vermeiden. Wenn das Mittel beim Auftragen in die Augen gelangt, müssen Sie das Auge mit reichlich Wasser auswaschen und baldmöglichst einen Arzt aufsuchen.

Aktinische Keratosen

Das Mittel enthält Lösungsmittel. Es ist entflammbar und muss daher von Feuerquellen ferngehalten werden. Nach der Anwendung muss die Flasche fest verschlossen werden, da ansonsten das Lösungsmittel verdunstet und die Lösung eintrocknet. Wenn sich Kristalle in der Lösung bilden, darf das Mittel nicht mehr angewendet werden.

Warzen

Warzen im Gesicht dürfen Sie hiermit nicht behandeln.

Gegenanzeigen

Unter folgenden Bedingungen dürfen Sie das Mittel nicht anwenden:

Ihre Nieren arbeiten nur eingeschränkt.

Sie leiden an einer Gürtelrose und werden mit Brivudin behandelt.

Wenn Sie aufgrund einer Erkrankung, wie z. B. Diabetes, Empfindungsstörungen an den Gliedmaßen haben, sollte der Arzt Nutzen und Risiken einer Anwendung sorgfältig abwägen.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Wenn Sie bereits mit Methotrexat (bei Schuppenflechte, Arthrose oder rheumatoider Arthritis) oder Phenytoin (bei Epilepsie) behandelt werden, sollte der Arzt Nutzen und Risiken einer Anwendung des Mittels sorgfältig abwägen. Bei gleichzeitiger Anwendung mit Methotrexat kann es zu schweren Hautreaktionen kommen. Zusammen mit Phenytoin können die Wirkung und die Nebenwirkungen von Phenytoin wie Doppelbilder, Bewegungsstörungen, Übelkeit, Schläfrigkeit verstärkt werden, da die Konzentration des Mittels im Blut erhöht wird.

Unbedingt beachten

Während und bis vier Wochen nach einer Behandlung mit Brivudin (bei Gürtelrose) dürfen Sie Fluorouracil nicht anwenden, weil das virushemmende Mittel Brivudin dessen Abbau behindert. Dann verstärken sich auch die Nebenwirkungen von Fluorouracil. Es kann zu lebensbedrohlichen Durchfällen und Gewichtsverlust kommen. Auch Blut- und Knochenmarksschäden können auftreten.

Nebenwirkungen

Die behandelte Haut wird empfindlicher gegen Sonnenlicht. Sie sollten daher während der Behandlung die behandelten Hautstellen mit geeigneter Kleidung oder einem Hut vor übermäßiger Sonnenbestrahlung schützen.

Keine Maßnahmen erforderlich

Bei vielen Anwendern ist die Haut irritiert, rötet und entzündet sich oder schmerzt.

Die Augen können tränen und schmerzen.

An den behandelten Hautstellen kann es zu Schorf- oder Krustenbildung kommen. Nach Beendigung der Behandlung bilden sich diese Hautreaktionen zurück.

Muss beobachtet werden

Wenn zusätzlich zu den oben genannten Hauterscheinungen ein deutlicher Juckreiz auftritt und sich Hautstellen röten, die sicher nicht behandelt wurden, dann reagieren Sie vermutlich allergisch auf die Lösung und sollten einen Arzt aufsuchen.

Sie sollten auch einen Arzt zurate ziehen, wenn sich aufgrund der Behandlung auf der Haut kleine Geschwüre bilden.

Im Einzelfall – etwa bei zu langer oder zu großflächiger Anwendung – kann Fluorouracil über die Haut in die Blutbahn gelangen. Dies kann zu Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen führen wie auch zu einer Entzündung der Mundschleimhaut, zu Haarausfall sowie zu einer Beeinträchtigung der Blutbildung mit Müdigkeit und Infektanfälligkeit. Über derartige Beschwerden sollten Sie Ihren Arzt informieren und mit ihm das weitere Vorgehen besprechen.

Besondere Hinweise

Zur Empfängnisverhütung

Fluorouracil kann das menschliche Erbgut schädigen. Frauen im gebärfähigen Alter sollten daher während der Behandlung mit dem Mittel eine sichere Verhütungsmethode wählen. Vor der Anwendung des Mittels sollte eine Schwangerschaft sicher ausgeschlossen sein. Männer, die mit dem Mittel behandelt werden, sollten sicherheitshalber für die Dauer der Behandlung und noch sechs Monate nach Behandlungsende kein Kind zeugen.

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Warzen

Bei Säuglingen dürfen Sie dieses Mittel nicht anwenden.

Bei Kindern dürfen Sie nicht mehr als 0,2 Gramm Salicylsäure täglich verwenden und in dieser Dosierung nicht länger als eine Woche.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Das Mittel darf in Schwangerschaft und Stillzeit nicht angewendet werden. In Tierversuchen gab es für Fluorouracil Hinweise, dass es während der Schwangerschaft das Ungeborene schädigen kann. Ob Fluorouracil oder seine Stoffwechselprodukte in die Muttermilch übergehen, ist nicht geklärt. Eine sichere Abschätzung des Risikos ist bisher nicht möglich. Wenn Sie schwanger geworden sind, während Sie das Mittel benutzt haben, sollten Sie es sofort absetzen und Ihren Frauenarzt informieren.

Für ältere Menschen

Bei älteren Menschen lässt die Nierenfunktion häufig nach. Dies ist vor der Anwendung des Mittels zu bedenken, da das Mittel bei eingeschränkter Nierenfunktion nicht angewendet werden darf.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs