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Zytostatikum: Fluorouracil (äußerlich)

Wirkungsweise

Hoch dosiertes Fluorouracil wird bereits seit Langem bei aktinischen Keratosen angewendet. Es ist ein Zellgift (Zytostatikum) und hemmt die Zellteilung. Es wird besonders dann eingesetzt, wenn größere Hautareale betroffen sind und nicht nur punktuelle Veränderungen auftreten. Das Mittel ist geeignet, um das Hautbild zu verbessern. Nach sechs Monaten sind bei 38 von 100 mit hoch dosiertem Fluorouracil Behandelten die Hauterscheinungen komplett zurückgegangen. Wenn ein Scheinmedikament angewendet wird, sind es nur 17 von 100 Behandelten.Dass damit auch langfristig Hauttumore verhindert werden, ist nicht gesichert. Nach einer aktuellen Untersuchung sinkt bei Patienten mit einem hohen Risiko für Hauttumore nach einer Fluorouracilbehandlung gegenüber einer Scheinbehandlung die Gesamtzahl von Plattenepithel-, Basalzell- oder Keratinozytenkarzinome nicht, die innerhalb von vier Jahren operativ entfernt werden müssen. Lediglich Plattenepithelkarzinome wurden nach einem Beobachtungsjahr seltener operativ entfernt. Dieser Kurzzeiteffekt verlor sich aber bei längerer Beobachtungsdauer wieder.

Fluorouracil reizt die Haut – wie auch Ingenolmebutat und Imiquimod – in aller Regel sehr, was zu Schmerzen und nässenden Hautveränderungen führen kann.

Im direkten Vergleich mit Diclofenac scheint das Mittel das Hautbild zwar deutlicher zu verbessern, es wird aber weniger gut vertragen. Dagegen schneidet Fluorouracil gegenüber Imiquimod, photodynamischer Therapie und Ingenolmebutat nach einem Jahr am besten ab und die Verträglichkeit der vier unterschiedlichen Therapien ist vergleichbar.

Mit etwas besseren kosmetischen Ergebnisse als durch Efudix kann man durch eine photodynamische Behandlung rechnen.

Anwendung

Efudix muss zweimal täglich und über mehrere Wochen angewendet werden. Bevor Sie die Creme auftragen, sollten Sie die betroffenen Hautstellen reinigen und zehn Minuten abwarten.

Sie tragen die Creme auf die erkrankten, gereinigten Hautstellen auf. Achten Sie darauf, gesunde Haut soweit wie möglich von der Behandlung auszusparen. Nutzen Sie zum Auftragen die in der Packung enthaltenen Fingerlinge oder – bei einer Latexallergie – einen geeigneten Handschuh bzw. ein nichtmetallisches Stäbchen, um die Haut der Hände zu schonen. Wird das Mittel ohne Schutz mit den bloßen Fingern aufgetragen, müssen die Hände direkt im Anschluss gut gewaschen werden. Die zu behandelnde Fläche darf nicht mehr als drei Handteller betragen (23 cm x 23 cm), um zu verhindern, dass das Mittel in größerem Ausmaß durch die Haut in den Blutkreislauf aufgenommen wird.

Die Behandlung wird so lange durchgeführt, bis sich die Haut an den erkrankten Stellen oberflächlich ablöst und leicht nässt. Diese Reaktion zeigt an, dass die Behandlung anschlägt. In der Regel vergehen bis dahin zwei bis vier Wochen. Dann kann die Behandlung beendet werden. Bis die Stellen abheilen, vergehen im Schnitt ein bis zwei Monate.

Achtung

Efudix enthält als Konservierungsmittel Parabene. Wenn Sie auf Parastoffe allergisch reagieren, dürfen Sie diese Mittel nicht anwenden.

Die Haut wird durch Efudix empfindlicher für Sonnenlicht. Sie sollten daher während der Behandlung Ihre Haut mit geeigneter Kleidung oder einem Hut vor übermäßiger Sonnenbestrahlung schützen. Im Gesicht sollten Sie Sunblocker auftragen.

Gegenanzeigen

Das Mittel darf nicht auf oder in der Nähe von Schleimhäuten angewendet werden, so etwa im Bereich der Nasenöffnung oder der Lippen. Das gilt auch für offene, blutende Hautstellen.

Ein Kontakt mit den Augen ist unbedingt zu vermeiden. Wenn das Mittel beim Auftragen in die Augen gelangt, müssen Sie das Auge mit reichlich Wasser auswaschen und baldmöglichst einen Arzt aufsuchen.

Sie dürfen das Mittel auch nicht anwenden, wenn Sie an einer Gürtelrose leiden und mit Brivudin behandelt werden.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Wenn Sie bereits mit Methotrexat (bei Schuppenflechte, Arthrose oder rheumatoider Arthritis) oder Phenytoin (bei Epilepsie) behandelt werden, sollten Sie die Creme nicht anwenden. Bei gleichzeitiger Anwendung mit Methotrexat kann es zu schweren Hautreaktionen kommen. Zusammen mit Phenytoin können die Wirkung und die Nebenwirkungen von Phenytoin wie Doppelbilder, Bewegungsstörungen, Übelkeit, Schläfrigkeit verstärkt werden, da die Konzentration des Mittels im Blut erhöht wird.

Unbedingt beachten

Während und bis vier Wochen nach einer Behandlung mit Brivudin (bei Gürtelrose) dürfen Sie Fluorouracil nicht anwenden, weil das virushemmende Mittel Brivudin den Abbau von Efudix behindert. Dann verstärken sich auch die Nebenwirkungen von Fluorouracil und es kann zu lebensbedrohlichen Durchfällen sowie Gewichtsverlust kommen. Auch Blut- und Knochenmarksschäden können auftreten.

Nebenwirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

Bei den meisten Anwendern trocknet die Haut aus , rötet sich, brennt und schmerzt. An den behandelten Hautstellen kann es zu Schorfbildung kommen. Auch kann sich die Haut heller oder dunkler einfärben. Nach Beendigung der Behandlung bilden sich diese Hautreaktionen zurück.

Die Augen können tränen, sich röten oder schmerzen.

Muss beobachtet werden

Wenn zusätzlich zu den oben genannten Hauterscheinungen deutlicher Juckreiz auftritt und sich Hautstellen röten, die Sie sicher nicht behandelt haben, dann reagieren Sie vermutlich allergisch auf die Creme und sollten einen Arzt aufsuchen.

Sie sollten auch einen Arzt zurate ziehen, wenn sich aufgrund der Behandlung kleine Geschwüre bilden.

Im Einzelfall – etwa bei zu langer oder zu großflächiger Anwendung – kann Fluorouracil über die Haut in die Blutbahn gelangen. Dies kann zu Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen führen wie auch zu einer Entzündung der Mundschleimhaut, zu Haarausfall sowie zu einer Beeinträchtigung der Blutbildung mit Müdigkeit und Infektanfälligkeit. Über derartige Beschwerden sollten Sie Ihren Arzt informieren und mit ihm das weitere Vorgehen besprechen.

Besondere Hinweise

Zur Empfängnisverhütung

Fluorouracil kann das menschliche Erbgut schädigen. Frauen im gebärfähigen Alter sollten daher während der Behandlung mit Efudix eine sichere Verhütungsmethode wählen. Männer, die mit dem Mittel behandelt werden, sollten für die Dauer der Behandlung und noch sechs Monate nach Behandlungsende kein Kind zeugen.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

In Tierversuchen ergaben sich Hinweise auf fruchtschädigende Wirkungen von Fluorouracil. Ob Fluorouracil oder seine Stoffwechselprodukte in die Muttermilch übergehen, ist nicht geklärt. Das Mittel darf daher während der Schwangerschaft und der Stillzeit nicht angewendet werden, da das Risiko für das Ungeborene oder den Säugling nicht sicher abzuschätzen ist. Wenn Sie schwanger geworden sind, während Sie das Mittel benutzt haben, sollten Sie es sofort absetzen und Ihren Frauenarzt informieren.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs