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Wurmmittel: Niclosamid

Wirkungsweise

Niclosamid ist ein Wirkstoff, mit dem Bandwürmer abgetötet werden können, vor allem auch deren Kopf. Das ist besonders wichtig, denn von ihm ausgehend bilden sich ständig neue Wurmglieder nach. Niclosamid lähmt die Atmung des Wurms. Die abgestorbenen Glieder und der Kopf können sich im Darm nicht mehr halten und werden mit dem Stuhl ausgeschieden.

Das Mittel wirkt gut gegen Rinder-, Zwerg- und Fischbandwürmer und ist zur Behandlung dieser Bandwurmarten geeignet. Die Larven des Schweinebandwurms tötet es jedoch nicht, deshalb ist es bei dieser Bandwurmart nur mit Einschränkung geeignet.

Anwendung

Sie nehmen vier Tabletten des Mittels auf einmal ein, am besten nach dem Frühstück. Alle Tabletten müssen Sie zunächst vollständig zerkauen und dann mit etwas Flüssigkeit schlucken.

Bei den meisten Wurmarten ist eine einmalige Gabe ausreichend. Sind Sie mit einem Zwergbandwurm infiziert, müssen Sie sieben Tage lang behandeln.

Trinken Sie in der Zeit vor der Behandlung reichlich saure Fruchtsäfte. Sie helfen mit, den Schleim im Darm zu beseitigen, der sich aufgrund des Wurmbefalls gebildet hat. Dann kann das Mittel besser auf die Würmer einwirken.

Damit der Bandwurm so schnell und komplett wie möglich ausgeschieden wird, können Sie zusätzlich ein Abführmittel einnehmen. Geeignet sind dafür das recht drastisch wirkende Bittersalz, das Sie zwei Stunden nach den Wurmtabletten in Wasser aufgelöst trinken. Der dadurch ausgelöste Durchfall ist erwünscht, weil der Darm damit gereinigt wird.

Zwar tötet Niclosamid die Larven des Schweinebandwurms nicht ab, bei durchfallartigem Stuhlgang kann es jedoch sein, dass auch diese Wurmstadien mitausgeschieden werden und nicht etwa in den Magen wandern. Allerdings sind das keine verlässlichen Maßnahmen. Es ist nicht sicher, dass Sie den Bandwurm damit tatsächlich loswerden.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Speisen und Getränken

Unter dem Einfluss von Niclosamid wirkt Alkohol stärker. Während Sie das Mittel anwenden, sollten Sie deshalb keine alkoholhaltigen Speisen oder Getränke zu sich nehmen.

Nebenwirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

Unter der Behandlung kann es bei 2 bis 4 von 100 Behandelten zu Appetitlosigkeit, Brechreiz, Durchfall, Übelkeit und Bauchschmerzen kommen. Diese Beschwerden sind vorübergehend und verschwinden wieder, wenn die Therapie beendet ist.

Muss beobachtet werden

Wenn die Haut sich verstärkt rötet und juckt, reagieren Sie möglicherweise allergisch auf das Mittel. Haben Sie sich das Mittel zur Eigenbehandlung ohne Rezept besorgt, sollten Sie es absetzen. Sind die Hauterscheinungen auch einige Tage nach dem Absetzen nicht deutlich abgeklungen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Hat dagegen ein Arzt Ihnen das Mittel verordnet, sollten Sie ihn aufsuchen, um zu klären, ob es sich tatsächlich um eine allergische Hautreaktion handelt, Sie das Mittel ersatzlos absetzen können oder ein Alternativmedikament benötigen.

Sofort zum Arzt

Wenn sich schwere Hauterscheinungen mit Rötung und Quaddeln an Haut und Schleimhäuten sehr rasch (meist innerhalb von Minuten) entwickeln und zusätzlich Luftnot oder eine Kreislaufschwäche mit Schwindel und Schwarzsehen, oder Durchfälle und Erbrechen auftreten, kann es sich um eine lebensbedrohliche Allergie bzw. einen lebensbedrohlichen allergischen Schock (anaphylaktischer Schock) handeln. In diesem Fall müssen Sie die Behandlung mit dem Medikament sofort stoppen und den Notarzt (Telefon 112) verständigen.

Besondere Hinweise

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Das Mittel wird nur in geringen Mengen in den Körper aufgenommen. Wenn eine Wurmkur während der Schwangerschaft oder Stillzeit dringend erforderlich ist, kann Niclosamid eingesetzt werden. Im ersten Schwangerschaftsdrittel sollte die Behandlung aus Sicherheitsgründen möglichst vermieden werden.

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Kinder von zwei bis sechs Jahre nehmen einmalig zwei Tabletten. Kinder unter zwei Jahren erhalten nur eine Tablette. Bei kleineren Kindern können Sie die Tabletten auch zu einem feinen Brei zermahlen und mit wenig Wasser vermischt geben.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs