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Wurmmittel: Albendazol

Wirkungsweise

Albendazol blockiert die Nährstoffaufnahme der Würmer, sodass diese absterben und mit dem Stuhl ausgeschieden werden. Es gehört zur Gruppe der Benzimidazole.

In welchem Ausmaß dieser Wirkstoff aus dem Verdauungstrakt in den Blutkreislauf aufgenommen wird, hängt davon ab, ob das Mittel mit dem Essen eingenommen wird und wie die Speisen zusammengesetzt sind. Näheres dazu lesen Sie unter Anwendung.

Eskazole wird meist dann eingesetzt, wenn der Parasitenbefall sich nicht auf den Verdauungstrakt beschränkt, also z. B. bei einer Infektion mit einem Hunde- oder Fuchsbandwurm oder mit Trichinen. Albendazol wird in diesen Fällen anderen Substanzen wie Mebendazol vorgezogen, da es in höherem Maße in den Blutkreislauf aufgenommen wird.

Anwendung

Die Dosierung und die Dauer der Anwendung orientieren sich an der Art des Parasiten.

Bei einem Befall mit Hunde- oder Fuchsbandwurm nehmen Sie vier Wochen lang zweimal täglich eine Tablette zu je 400 Milligramm Albendazol. Nach einer Pause von zwei Wochen wiederholen Sie die Einnahme, nötigenfalls kann sich wiederum nach zweiwöchiger Pause ein weiterer Behandlungszyklus anschließen (aber nicht mehr).

Bei einem Befall mit Trichinen nehmen Sie sechs Tage lang zweimal täglich eine Tablette.

Soll eine Infektion mit Zwergfadenwürmern behandelt werden, nehmen Sie drei Tage lang täglich eine Tablette, in schweren Fällen zwei Tabletten. Sind anschließend immer noch Würmer vorhanden, kann die Behandlung nach zwei bis drei Wochen wiederholt werden.

Beschränkt sich der Wurmbefall nicht nur auf den Verdauungstrakt, sollten die Tabletten zu einer fettreichen Mahlzeit eingenommen werden, dann kann der Körper den Wirkstoff besser ins Blut aufnehmen. Wird Albendazol nüchtern geschluckt, gelangen nur fünf Prozent der verabreichten Dosis ins Blut. Wird der Wirkstoff jedoch mit einer fettreichen Mahlzeit eingenommen, sind es bis zu 25 Prozent. Die Speisen sollten möglichst nicht flüssig sein und die gesamte Mahlzeit mindestens 40 Gramm Fett enthalten.

Wenn Ihr Körpergewicht unter 60 Kilogramm liegt, sollten Sie eine Dosis von 15 Milligramm Albendazol pro Kilogramm Körpergewicht, verteilt auf zwei Einzeldosen morgens und abends, erhalten. Mehr als 800 Milligramm täglich sollten es nicht sein.

Der Arzt sollte das Blutbild und die Leberfunktionswerte vor Beginn der Behandlung, nach fünf und zehn Tagen sowie anschließend in zweiwöchigen Abständen kontrollieren. Steigen die Leberwerte auf über das Doppelte des oberen normalen Grenzwertes an, sollte die Therapie abgebrochen werden. Sind die Werte wieder in den Normalbereich abgesunken, kann die Behandlung erneut begonnen werden, dann allerdings unter wöchentlicher Kontrolle der Leberwerte.

Gegenanzeigen

Wenn Ihre Leber geschädigt ist, sollte der Arzt Nutzen und Risiken einer Behandlung mit diesem Mittel sorgfältig abwägen. Hohe Dosierungen sollten dann auf jeden Fall vermieden werden.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Wenn Sie noch andere Medikamente anwenden, ist zu beachten:

Cimetidin (bei Sodbrennen) und Dexamethason (bei Entzündungen, Immunreaktionen) können die Wirkung von Albendazol verstärken.

Carbamazepin, Phenobarbital und Phenytoin (alle bei Epilepsien) sowie Ritonavir (bei HIV-Infektion, Aids) können die Plasmaspiegel und somit die Wirkung von Albendazol verringern. Gegebenenfalls muss der Arzt die Dosierung des Wurmmittels anpassen.

Nebenwirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen können auftreten, sind aber nicht unbedingt unerwünschte Wirkungen der eingenommenen Mittel, sondern können auch durch den Wurmbefall bedingt sein.

Muss beobachtet werden

Wenn die Haut sich verstärkt rötet und juckt, reagieren Sie möglicherweise allergisch auf das Mittel. Bei solchen Hauterscheinungen sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um zu klären, ob es sich tatsächlich um eine allergische Hautreaktion handelt, Sie das Mittel ersatzlos absetzen können oder ein Alternativmedikament benötigen.

Treten Fieber oder Haarausfall auf, sollten Sie den Arzt benachrichtigen.

Sofort zum Arzt

Wenn sich schwere Hauterscheinungen mit Rötung und Quaddeln an Haut und Schleimhäuten sehr rasch (meist innerhalb von Minuten) entwickeln und zusätzlich Luftnot oder eine Kreislaufschwäche mit Schwindel und Schwarzsehen, oder Durchfälle und Erbrechen auftreten, kann es sich um eine lebensbedrohliche Allergie bzw. einen lebensbedrohlichen allergischen Schock (anaphylaktischer Schock) handeln. In diesem Fall müssen Sie die Behandlung mit dem Medikament sofort stoppen und den Notarzt (Telefon 112) verständigen.

Die oben beschriebenen Hauterscheinungen können in sehr seltenen Fällen auch erste Anzeichen für andere sehr schwerwiegende Reaktionen auf das Arzneimittel sein. Meist entwickeln diese sich während der Anwendung des Mittels nach Tagen bis Wochen. Typischerweise dehnen sich die Hautrötungen aus, und es bilden sich Blasen ("Syndrom der verbrühten Haut"). Auch die Schleimhäute des gesamten Körpers können betroffen und das Allgemeinbefinden wie bei einer fiebrigen Grippe beeinträchtigt sein. Bereits in diesem Stadium sollten Sie sich sofort an einen Arzt wenden, denn diese Hautreaktionen können sich rasch lebensbedrohlich verschlimmern.

Selten verringert sich bei hoch dosierter Behandlung die Anzahl aller Blutzellen (Panzytopenie) oder auch nur speziell die der weißen Blutkörperchen (Leukopenie). Ein Therapieabbruch ist nicht erforderlich, wenn die Veränderungen gering bleiben und sich nicht verschlimmern.

Besondere Hinweise

Zur Empfängnisverhütung

Vor Beginn der Behandlung sollte anhand eines Schwangerschaftstests sichergestellt werden, dass Sie nicht schwanger sind.

Es ist nicht auszuschließen, dass der Wirkstoff das Erbgut schädigt. Sicherheitshalber sollten deshalb sowohl Männer als auch Frauen während der gesamten Einnahmedauer sowie noch einen Monat nach Abschluss der Behandlung ein sicheres Verhütungsmittel benutzen. Zusätzlich zur Pille sollten mechanische Maßnahmen wie Kondom oder Diaphragma eingesetzt werden, weil unklar ist, ob das Wurmmittel die Wirksamkeit der Pille beeinträchtigt.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Das Mittel dürfen Sie in der Schwangerschaft nur anwenden, wenn es unbedingt erforderlich ist und es keine Behandlungsalternative gibt. In der Stillzeit ist eine Anwendung akzeptabel, wenn die Behandlung unbedingt erforderlich ist.

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Für Kinder unter sechs Jahren gibt es für Albendazol keine Erfahrungen zur Wirksamkeit und Verträglichkeit. Deshalb sollten Kinder unter sechs Jahren dieses Mittel nicht bekommen.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs