Medikamente im Test

Vitamin: Folsäure

Wirkungsweise

Ein Folsäuremangel ist oft mit einer Blutarmut verbunden. Folsäure gehört zu den B-Vitaminen und wird für die Zellteilung, den Eiweiß- und Nervenstoffwechsel benötigt. Folsäure ist vor allem in Hefe, Leber, Nieren, Getreide, grünem Blattgemüse (z. B. Spinat) und Nüssen enthalten, wird aber mit der Nahrung nicht immer in der nötigen Menge (150 Mikrogramm täglich) aufgenommen. Zu einem Mangel kann es auch bei allen Formen der Mangelernährung kommen, ebenfalls bei Alkohol- und Drogenmissbrauch und wenn der Darm entzündet ist oder auf das Getreideklebereiweiß Gluten allergisch reagiert (Zöliakie, Sprue). Medikamente wie Methotrexat (bei Rheuma, Krebs), Trimethoprim und Cotrimoxazol (bei Harnwegsinfektionen), Barbiturate und Phenytoin (bei Epilepsien) sowie Metformin (bei Typ-2-Diabetes) können Symptome eines Folsäuremangels hervorrufen. Wie bei Vitamin B12 kann auch die Aufnahme von Folsäure aus der Nahrung schon im Magen gestört sein.

In Schwangerschaft und Stillzeit sowie in Wachstumsphasen braucht der Körper mehr Folsäure als sonst, sodass auch in diesen Zeiten leicht eine Unterversorgung auftreten kann. Dann muss Folsäure zusätzlich als Tablette eingenommen werden (zwischen 0,4 und 1 Milligramm täglich).

Die zusätzliche Gabe von Folsäure in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft kann einem Neuralrohrdefekt beim Ungeborenen vorbeugen. Solche Defekte sind ein "offener" Rücken (Spina bifida) sowie eine Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte. Da sich das Neuralrohr schon in den ersten zwölf Wochen der Schwangerschaft ausbildet, sollten sich Frauen mit Kinderwunsch folsäurereich, z. B. Spinat, grünes Blattgemüse, ernähren oder mit Folsäure angereichertes Speisesalz nutzen und – sofern dies planbar ist – schon vier Wochen vor der Schwangerschaft (oder auch länger) mit der Einnahme von Folsäure beginnen.

In all diesen Situationen sind Folsäurepräparate zur Behandlung geeignet.

Anwendung

Um den Tagesbedarf an Folsäure zusätzlich zu den über die Nahrung aufgenommenen Mengen zu decken, genügen normalerweise 0,1 bis 0,2 Milligramm Folsäure. Aber auch bei höherer Dosierung (die meisten im Handel befindlichen Tabletten enthalten 0,4 Milligramm Folsäure) sind keine unerwünschten Wirkungen zu erwarten.

Manche Tabletten sind noch höher dosiert, weil sie auch für bestimmte Frauen vor und in der Schwangerschaft geeignet sein sollen. Frauen, die bereits ein Kind mit Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte oder offenem Rücken geboren haben oder in deren Familie solche Fehlbildungen vorkommen, wird empfohlen, täglich fünf Milligramm Folsäure einzunehmen, um Fehlbildungen vorzubeugen. Für alle anderen Frauen genügt eine tägliche Dosis von 0,4 Milligramm Folsäure.

Achtung

Bevor Sie Folsäure in hoher Dosierung (über ein Milligramm täglich) einnehmen, muss ausgeschlossen sein, dass ein Mangel an Vitamin B12 besteht, weil Folsäure einen solchen Mangel bei einer Untersuchung der Blutwerte überdecken kann.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Wenn Sie Phenytoin (bei Epilepsien) einnehmen, kann sich nach mehrjähriger Einnahme ein Folsäuremangel entwickeln. Wird dann Folsäure in höheren Dosen zugeführt, kann dies die Wirkung von Phenytoin abschwächen, sodass sich die Gefahr für Krampfanfälle erhöht.

Folsäure verstärkt die Nebenwirkungen von Fluorouracil (bei Krebs). Dieses Mittel sollten Sie nicht gleichzeitig anwenden.

Nebenwirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

Nur bei sehr hoher Dosierung (über 15 Milligramm pro Tag) können Schlafstörungen, Erregung oder Depressionen sowie Magen-Darm-Beschwerden auftreten.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs