Medikamente im Test

Verhütungspflaster: Ethinylestradiol + Norelgestromin (Kombination)

Wirkungsweise

Hormone von Empfängnisverhütungsmitteln können mithilfe eines Spezialpflasters in den Körper gebracht werden. Als Östrogen enthält das Pflaster Ethinylestradiol, als Gestagen Norelgestromin. Dieses ist eines der Stoffwechselprodukte des Gestagens Norgestimat und wirkt selbst wie ein Hormon. Näheres zu Norgestimat lesen Sie unter Ethinylestradiol + Norgestimat (Kombination).

Bei Anwendung des Verhütungspflasters gelangt eine größere Menge Östrogen ins Blut als bei Pillen mit niedrigem Östrogengehalt. Zwei Studien aus den USA haben gezeigt, dass das Risiko für Thrombosen in den Beinvenen und das von Lungenembolien bei Frauen, die das Pflaster anwenden, mindestens doppelt so hoch ist wie bei Frauen, die eine Pille mit höchstens 35 Mikrogramm Östrogen einnehmen. Diese Feststellung und die noch nicht ausreichend zu beurteilende Langzeitverträglichkeit des Gestagens hat zu der Bewertung "wenig geeignet" geführt.

Anwendung

In jedem Zyklus brauchen Sie drei Pflaster; allerdings kleben Sie nur jeweils eines auf. Das heißt: Am "Tag 1" kleben Sie ein Pflaster auf. Eine Woche später, am "Tag 8", ziehen Sie das Pflaster ab und ersetzen es sofort durch ein neues. Das Gleiche geschieht am "Tag 15". Dieses Pflaster ziehen Sie am "Tag 22" ab und bleiben anschließend eine Woche lang ohne Pflaster. In dieser Zeit tritt üblicherweise eine Blutung auf. Nach diesen sieben Tagen kleben Sie erneut ein Pflaster auf; an diesem "Tag 1" beginnt der nächste Zyklus.

Wie Sie sich verhalten müssen, wenn sich das Pflaster abgelöst hat oder Sie nach der Pflasterpause von sieben Tagen vergessen, mit einem neuen Pflaster-Klebe-Zyklus zu beginnen, entnehmen Sie dem Beipackzettel. Dort finden Sie auch Angaben, was Sie tun müssen, wenn Sie von einer anderen Verhütungsmethode zum Pflaster wechseln wollen.

Näheres zur korrekten Anwendung lesen Sie unter Arzneipflaster richtig anwenden.

Achtung

Frauen, die 90 Kilogramm oder mehr wiegen, können sich auf die empfängnisverhütende Wirkung des Pflasters nicht sicher verlassen.

Gegenanzeigen

Für das Verhütungspflaster gelten die gleichen Angaben, wann es nicht angewendet werden darf, wie für die Pille. Diese Angaben finden Sie unter Ethinylestradiol + Norgestimat (Kombination).

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Für die Wechselwirkungen gelten die gleichen Angaben wie für die Pille. Diese Angaben finden Sie unter "Einphasenpräparate mit wenig Östrogen".

Nebenwirkungen

Die Wirkung des Verhütungspflasters beruht auf den enthaltenen Hormonen, die mit dem Blut im gesamten Körper verteilt werden. Daher können die gleichen unerwünschten Wirkungen auftreten wie bei der Pille. Diese Angaben finden Sie unter "Einphasenpräparate mit wenig Östrogen". Das Risiko für unerwünschte Östrogenwirkungen wie z. B. Thrombosen in den Beinen und Lungenembolien ist vermutlich sogar größer als bei der Pille, weil die Östrogenkonzentration im Blut bei Pflasteranwendung höher sein kann als bei Pillen mit niedrig dosiertem Östrogen.

Muss beobachtet werden

Aufgrund der Pflasteranwendung kommt hinzu: Bei etwa 1 von 100 Frauen röten sich die Hautstellen, auf die das Pflaster aufgeklebt wird, jucken und es können sich Bläschen bilden. Dann reagieren Sie möglicherweise allergisch auf einen Bestandteil des Pflasters. Je nachdem, wie stark die Beschwerden sind, sollten Sie beim nächsten Pflasterwechsel eine andere Hautstelle wählen oder mit dem Arzt über eine andere Verhütungsmethode sprechen.

Besondere Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Der Gebrauch des Verhütungspflasters wurde bei Frauen unter 18 Jahren nicht untersucht. Für sie ist eher ein Präparat anzuraten, das besser erforscht ist, z. B. ein als "geeignet" beurteiltes Kombinationsmittel mit niedrig dosierter Östrogenkomponente.

Bei Kinderwunsch

Frauen, die das Verhütungsmittel absetzen, um schwanger zu werden, sollten ein Präparat mit dem Vitamin Folsäure einnehmen. Es kann sein, dass das Blut durch die empfängnisverhütenden Hormone wenig Folsäure enthält. Bei einer ungenügenden Versorgung mit diesem Vitamin treten aber beim sich entwickelnden Kind bestimmte Fehlbildungen häufiger auf. Die Folsäureeinnahme noch vor Eintritt einer Schwangerschaft soll diesen Fehlbildungen vorbeugen.

Zur Empfängnisverhütung

Die folgenden Medikamente können, wenn sie in derselben Zeit wie das Verhütungspflaster angewendet werden, dessen Verhütungssicherheit beeinträchtigen. Ist diese Kombination nur kurzzeitig notwendig, sollten Sie auf nichthormonelle Verhütungsmethoden ausweichen, um keine unerwünschte Schwangerschaft zu riskieren.

Müssen Sie die Medikamente über lange Zeit einnehmen, sollten Sie mit dem Arzt besprechen, ob Sie auf hormonhaltige Verhütungsmittel mit mehr als 30 Mikrogramm (μg) Östrogen umstellen können.

Auch bei Einnahme von Antibiotika wie Penicillinen und Tetracyclinen (bei bakteriellen Infektionen) ist die Verhütungssicherheit unter Umständen nicht gewährleistet.

Rifampicin und Rifabutin (bei Tuberkulose), Carbamazepin, Phenobarbital, Primidon und Phenytoin (bei Epilepsien), Modafinil (bei krankhaften Schlafattacken, Narkolepsie) und möglicherweise Griseofulvin (innerlich bei Pilzinfektionen) beschleunigen den Hormonabbau durch die Leber. Bis zu vier Wochen nach der letzten Einnahme kann das die Wirkung des Verhütungspflasters beeinträchtigen.

Johanniskrautextrakt (bei Depressionen) kann, vor allem bei Einnahme über lange Zeit, die Wirkung der Hormone in dem Pflaster vermindern. Ein Zeichen für die verringerte Hormonwirkung können Zwischenblutungen sein.

Auch Medikamente bei HIV-Infektion (z. B. Nelfinavir, Ritonavir) können die Sicherheit hormoneller Empfängnisverhütungsmittel beeinträchtigen. Für HIV-positive Frauen empfehlen sich daher eher nichthormonelle Maßnahmen. Bei der Wahl der Methode sollte die Frau bedenken, dass nur Kondome davor schützen können, die HIV-Infektion beim Sex an den Partner weiterzugeben.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie trotz der Anwendung des Verhütungspflasters schwanger werden, sollten Sie das Pflaster sofort abziehen und kein neues mehr aufkleben.

Während der Stillzeit ist diese Verhütungsmethode nicht geeignet, da die Hormone die Produktion der Milch und ihre Zusammensetzung beeinflussen.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs