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Verhütungspflaster: Ethinylestradiol + Norelgestromin (Kombination)

Wirkungsweise

Die verschiedenen Hormone der Empfängnisverhütungsmittel können mithilfe eines Spezialpflasters in den Körper gebracht werden. Dafür werden synthetisch hergestellte Hormone eingesetzt. Als Östrogen enthält das Pflaster Ethinylestradiol, als Gestagen Norelgestromin. Dieses ist eines der Stoffwechselprodukte des Gestagens Norgestimat und wirkt selbst wie ein Hormon.

Ethinylestradiol ist ein synthetisch hergestelltes Östrogen, das sich chemisch etwas von natürlichem Östrogen unterscheidet und stärker wirkt als dieses.

Die empfängnisverhütende Wirkung beruht auf drei Effekten: Zum einen sorgt Ethinylestradiol dafür, dass die Hirnanhangdrüse jene Hormone nicht mehr ausschüttet, die die Tätigkeit der Eierstöcke anregen. Auf diese Weise reift kein Ei und es gibt keinen Eisprung. Zum Zweiten verändert Norgestimat den Schleimpfropf am Muttermund so, dass ihn die Spermien nur schwer durchdringen können. Und zum Dritten sorgt das Gestagen dafür, dass sich die Schleimhaut der Gebärmutter umbaut. Selbst wenn ein Ei gereift und befruchtet worden ist, kann es sich in dieser Schleimhaut kaum einnisten.

Bei Anwendung des Verhütungspflasters gelangt eine größere Menge Östrogen ins Blut als bei Pillen mit niedrigem Östrogengehalt. Zwei Studien aus den USA haben gezeigt, dass das Risiko für Thrombosen in den Beinvenen und das von Lungenembolien bei Frauen, die das Pflaster anwenden, mindestens doppelt so hoch ist wie bei Frauen, die eine Pille mit höchstens 35 Mikrogramm Östrogen einnehmen. Diese Feststellung und die noch nicht ausreichend zu beurteilende Langzeitverträglichkeit des Gestagens Norelgestromin hat zu der Bewertung "wenig geeignet" geführt.

Anwendung

In jedem Zyklus brauchen Sie drei Pflaster; allerdings kleben Sie nur jeweils eines auf. Das heißt: Am "Tag 1" kleben Sie ein Pflaster auf. Eine Woche später, am "Tag 8", ziehen Sie das Pflaster ab und ersetzen es sofort durch ein neues. Das Gleiche geschieht am "Tag 15". Dieses Pflaster ziehen Sie am "Tag 22" ab und bleiben anschließend eine Woche lang ohne Pflaster. In dieser Zeit tritt üblicherweise eine Blutung auf. Nach diesen sieben Tagen kleben Sie erneut ein Pflaster auf; an diesem "Tag 1" beginnt der nächste Zyklus.

Wie Sie sich verhalten müssen, wenn sich das Pflaster abgelöst hat oder Sie nach der Pflasterpause von sieben Tagen vergessen, mit einem neuen Pflaster-Klebe-Zyklus zu beginnen, entnehmen Sie dem Beipackzettel. Dort finden Sie auch Angaben, was Sie tun müssen, wenn Sie von einer anderen Verhütungsmethode zum Pflaster wechseln wollen.

Näheres zur korrekten Anwendung lesen Sie unter Wirkstoffpflaster: Wie Sie medizinische Pflaster richtig anwenden.

Achtung

Frauen, die 90 Kilogramm oder mehr wiegen, können sich auf die empfängnisverhütende Wirkung des Pflasters nicht sicher verlassen.

Gegenanzeigen

Unter folgenden Bedingungen dürfen Sie das Pflaster nicht oder nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiken einnehmen:

  • Sie sind Raucherin. Das gilt ganz besonders für Frauen über 35 Jahre. Frauen im Alter zwischen 25 und 49 Jahren, die bis zu 24 Zigaretten am Tag rauchen und die Pille einnehmen, erleiden fast viermal so oft einen Herzinfarkt wie Frauen, die nicht rauchen und keine Pille einnehmen. Frauen, die mehr als 24 Zigaretten am Tag rauchen, haben ein vierzigmal so großes Risiko.
  • Sie haben deutliches Übergewicht (BMI über 30).
  • Sie haben Vaginalblutungen, deren Ursache nicht geklärt ist.
  • Ihr Blutdruck liegt über 160/95 mmHg.
  • Die Durchblutung Ihrer Beinarterien ist gestört oder Sie dürfen sich – beispielsweise nach einer Operation – nicht bewegen.
  • Sie hatten schon einmal eine Thrombose, einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt. Wenn bei mehreren Familienmitgliedern Derartiges vorgekommen ist, sollten Sie die Gerinnungsfähigkeit Ihres Blutes auf Störungen, besonders auf angeborene, untersuchen lassen. Eventuell verbietet sich dann die Einnahme der Pille.
  • Ihre Blutwerte für Cholesterin und andere Fettstoffe sind stark erhöht, es liegt also eine Fettstoffwechselstörung vor.
  • Die Bildung Ihrer roten Blutkörperchen ist gestört (Sichelzellenanämie).
  • Sie haben eine Lebererkrankung oder eine schwerwiegende Leberfunktionsstörung oder der Abfluss der Galle ist gestört.
  • Sie sind Diabetikerin und die Krankheit hat bereits die Blutgefäße geschädigt. Wenn Sie während einer Schwangerschaft einen Diabetes entwickelt oder ein Kind von mehr als 4 000 Gramm geboren haben. Wenn Sie selbst übergewichtig oder mehrere nahe Verwandte Diabetiker sind, sind das Hinweise, dass Sie selbst einmal Diabetikerin werden können. Verhüten Sie dann mit einem Verhütungspflaster, kann es sein, dass der Diabetes zum Ausbruch kommt.
  • Sie leiden unter Migräne und haben während eines Anfalls Sehstörungen oder Lähmungserscheinungen in Armen und Beinen.
  • Sie hatten während einer Schwangerschaft einen lang anhaltenden, juckenden Hautausschlag am ganzen Körper (Herpes gestationis) oder eine Gelbsucht.
  • Sie haben Brust- oder Gebärmutterkrebs.
  • Durch die Hormonanwendung können sich die chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa verschlimmern und Krankheitsschübe häufiger auftreten. Dann sollten Sie mit dem Arzt über eine andere Verhütungsmethode beraten.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Wenn Sie Medikamente einnehmen und mit dieser Hormonkombination verhüten, ist zu beachten:

  • Frauen mit Diabetes müssen eventuell mehr Insulin spritzen oder der Arzt muss die Dosierung der Tabletten, mit denen sie ihren Diabetes behandeln, erhöhen. Frauen mit Diabetes sollten daher sorgfältig ihren Blutzucker kontrollieren.
  • Das Verhütungspflaster kann die Wirkung von blutdrucksenkenden Medikamenten abschwächen. Regelmäßige Kontrollen des Blutdrucks decken das auf.
  • Das Hormonpflaster kann die Wirkung von Lamotrigin (bei Epilepsien) abschwächen. Dann kann das Risiko für Krampfanfälle steigen. Bei einer kombinierten Anwendung dieser Medikamente muss der Arzt den Blutspiegel von Lamotrigin kontrollieren. Eventuell muss Lamotrigin höher dosiert werden.
  • Durch die Pille kann sich die Wirkung von Ciclosporin (nach Organtransplantationen) verstärken. Wenn Sie Ciclosporin einnehmen und später mit der Pilleneinnahme beginnen, muss der Arzt möglicherweise die Dosis von Ciclosporin verringern.

Unbedingt beachten

Die folgenden Medikamente können, wenn sie in derselben Zeit wie das Verhütungspflaster angewendet werden, dessen Verhütungssicherheit beeinträchtigen. Ist diese Kombination nur kurzzeitig notwendig, sollten Sie während der Behandlung und ein bis zwei Monate danach auf nichthormonelle Verhütungsmethoden ausweichen, um keine unerwünschte Schwangerschaft zu riskieren.

Müssen Sie die Medikamente über lange Zeit einnehmen, sollten Sie mit dem Arzt besprechen, ob Sie besser auf hormonhaltige Verhütungsmittel zum Einnehmen mit mehr als 30 Mikrogramm (μg) Östrogen umstellen sollten.

Rifampicin und Rifabutin (bei Tuberkulose), Carbamazepin, Oxcarbazepin, Phenobarbital, Primidon, Phenytoin, Rufinamid und Topiramat in einer Dosierung über 200 Milligramm/Tag (alle bei Epilepsien), Modafinil (bei krankhaften Schlafattacken, Narkolepsie) und möglicherweise Griseofulvin (innerlich bei Pilzinfektionen) beschleunigen den Hormonabbau durch die Leber. Bis zu vier Wochen nach der letzten Einnahme kann das die verhütende Wirkung beeinträchtigen.

Johanniskrautextrakt (bei Depressionen) kann, vor allem bei Einnahme über lange Zeit, die Wirkung der Hormone in dem Pflaster vermindern. Ein Zeichen für die verringerte Hormonwirkung können Zwischenblutungen sein.

Während und bis zu vier Wochen nach Absetzten von Aprepitant (bei Übelkeit und Erbrechen nach Operationen oder Chemotherapie) wird die Wirksamkeit des Verhütungsmittels vermindert. Daher müssen Sie während dieser Zeit und sicherheitshalber weitere zwei Monate auf eine nichthormonelle Verhütungsmethode ausweichen, um sich sicher vor einer Schwangerschaft zu schützen.

Auch Medikamente bei HIV-Infektion (z. B. Nelfinavir, Ritonavir) können die Sicherheit hormoneller Empfängnisverhütungsmittel beeinträchtigen. Für HIV-positive Frauen empfehlen sich daher eher nichthormonelle Maßnahmen. Bei der Wahl der Methode sollte die Frau bedenken, dass nur Kondome davor schützen können, die HIV-Infektion beim Sex an den Partner weiterzugeben.

Nebenwirkungen

Muss beobachtet werden

Bei etwa 1 von 100 Frauen röten sich die Hautstellen, auf die das Pflaster aufgeklebt wird, jucken und es können sich Bläschen bilden. Dann reagieren Sie möglicherweise allergisch auf einen Bestandteil des Pflasters. Je nachdem, wie stark die Beschwerden sind, sollten Sie beim nächsten Pflasterwechsel eine andere Hautstelle wählen oder mit dem Arzt über eine andere Verhütungsmethode sprechen.

Im ersten Einnahmemonat klagt etwa jede zehnte Frau über Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Gewichtszunahme durch Wassereinlagerung in den Geweben und Brustspannen. Diese Beschwerden beruhen auf dem Östrogenanteil des Pflasters.

Wenn eine dieser unerwünschten Wirkungen Sie länger als drei Monate sehr belastet, sollten Sie mit dem Arzt besprechen, ob Sie nicht zu einem Präparat mit niedrigerem Hormongehalt wechseln können. Hinsichtlich der Gewichtszunahme gelten zwei bis drei Kilogramm als normal.

Der Gestagenanteil wird für gesteigerten Appetit, Müdigkeit, geringe Lust auf Sex, Akne und Hautveränderungen verantwortlich gemacht. Bei der Anwendung hormonhaltiger Verhütungsmittel können sich depressive Verstimmungen einstellen. Besteht bereits eine Depression, kann sich diese auch bei der Verhütung mit einem hormonhaltigen Pflaster verschlimmern. Dann sollten Sie sich an einen Arzt oder Psychotherapeuten wenden.

Insbesondere zu Beginn der Anwendung des Pflasters kann es zu Zwischenblutungen kommen. Bei andauernder Nutzung des Pflasters hören die Blutungen meist von selbst auf. Halten sie auch nach 3 Monaten noch an, sollten Sie mit dem Arzt sprechen.

Der Zuckerstoffwechsel kann sich verschlechtern. Sie können darauf durch starken Durst und häufigeres nächtliches Wasserlassen aufmerksam werden. Um festzustellen, ob sich ein Diabetes entwickelt hat, sollten Sie Ihren Blutzuckerspiegel kontrollieren lassen. Frauen mit Diabetes können durch den veränderten Zuckerstoffwechsel unerwartet in eine akute Überzuckerung hineingeraten. Sie sollten dann mit Ihrem Arzt über die Diabetesbehandlung sprechen.

Durch die Hormone kann der Blutdruck und das Risiko für Herz-Kreislauf-Ereignisse wie Herzinfarkt und Schlaganfall ansteigen. Haben Sie bereits erhöhten Blutdruck, sollten Sie ihn regelmäßig kontrollieren. Liegen die Werte dauerhaft über 140/90 mmHg, sollten Sie das Verhütungspflaster nicht mehr aufkleben und mit einem Arzt über eine andere Verhütungsmethode beraten. Nach jahrelangem Gebrauch des Hormonpflasters können sich Leber- und Gallenwegserkrankungen einstellen. Bei Schmerzen in der rechten Körperseite und auffallend hellem Stuhl oder ungewöhnlich dunklem Urin sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Wenn die Haut sich verstärkt rötet und juckt, reagieren Sie möglicherweise allergisch auf das Mittel. Bei solchen Hauterscheinungen sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um zu klären, ob es sich tatsächlich um eine allergische Hautreaktion handelt.

Bei Frauen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (Colitis ulcerosa, Morbus Crohn) können sich die Krankheitsschübe häufen oder verstärken. Dann sollten Sie mit dem Arzt über eine andere Verhütungsmethode beraten.

Sofort zum Arzt

Zu den schwerwiegenden unerwünschten Wirkungen der Hormonkombination gehören Thrombose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Brustkrebs und Gewebewucherungen in der Leber. Vieles davon spielt für junge Frauen kaum eine Rolle. Ab 30 Jahre nehmen diese Probleme aber an Bedeutung zu; auch die Dauer der Anwendung spielt eine Rolle. So rufen zum Beispiel Veränderungen bei den Blutfetten erst dann Herz-Kreislauf-Erkrankungen hervor, wenn sie längere Zeit bestehen. Das Risiko für unerwünschte Östrogenwirkungen wie z. B. Thrombosen in den Beinen und Lungenembolien ist bei dem Verhütungspflaster vermutlich sogar größer als bei der Pille, mit der die meisten Studien durchgeführt wurden, weil die Östrogenkonzentration im Blut bei Pflasteranwendung höher sein kann als bei Pillen mit niedrig dosiertem Östrogen.

Thrombosen treten vor allem im ersten Anwendungsjahr auf. Hierbei bildet sich in den Venen ein Blutpfropf (Thrombus). Das Gerinnsel verstopft entweder den Blutweg oder es wird mit dem Blutstrom aus der Vene zum Herzen und von dort zur Lunge fortgetragen, bis es in einem Lungengefäß stecken bleibt und zu einer lebensbedrohlichen Lungenembolie führt.

Sehr selten kann sich eine Thrombose im Gehirn entwickeln. Diese kann sich durch plötzliche ungewöhnlich starke Kopfschmerzen, Krampfanfälle und Bewusstseinsstörungen bemerkbar machen.

Auch ein Herzinfarkt kann auftreten. Das Risiko dafür ist besonders bei Raucherinnen erhöht.

Das Schlaganfallrisiko erhöht sich durch die Verhütung mit Hormonen bei Frauen unter 30 Jahren kaum. Anders ist es bei Frauen, die älter sind als 35 Jahre, rauchen, unter Migräne leiden oder hohen Blutdruck haben und schon lange auf solche Art verhüten. Bei 3 bis 4 von 100 000 Frauen, die mit der Pille verhüten, treten gutartige Gewebewucherungen in der Leber auf, noch seltener sind bösartige Veränderungen. Vereinzelt hat sich daraus eine lebensbedrohliche Blutung in die Bauchhöhle entwickelt. Dies kann auch bei der Anwendung des Pflasters nicht ausgeschlossen werde.

Wenn sich schwere Hauterscheinungen mit Rötung und Quaddeln an Haut und Schleimhäuten sehr rasch (meist innerhalb von Minuten) entwickeln und zusätzlich Luftnot oder eine Kreislaufschwäche mit Schwindel und Schwarzsehen, oder Durchfälle und Erbrechen auftreten, kann es sich um eine lebensbedrohliche Allergie bzw. einen lebensbedrohlichen allergischen Schock (anaphylaktischer Schock) handeln. In diesem Fall müssen Sie die Behandlung mit dem Medikament sofort stoppen und den Notarzt (Telefon 112) verständigen.

Das gilt auch, wenn Unterhautgewebe im Kopf- und Rachenbereich anschwillt. Geschieht dies im Gesicht an Lippen und Zunge, drohen Atemnot und Erstickungsanfälle (Angioödem).

Bemerken Sie eine der folgenden Beschwerden, sollten Sie das Pflaster sofort entfernen und sich mit einem Arzt in Verbindung setzen:

  • Sie bekommen migräneartige Kopfschmerzen – zum ersten Mal oder ungewohnt stark.
  • Sie sehen Doppelbilder, es flimmert vor den Augen, starker Schwindel setzt ein oder Sie können plötzlich nicht mehr hören.
  • Sie spüren stechende Schmerzen im Brustkorb, verbunden mit plötzlichem Husten und Atemnot.
  • Es treten sehr starke Schmerzen im Brustraum auf, die gelegentlich in die linke Schulter ausstrahlen oder wie starkes Sodbrennen erscheinen.
  • Es treten Lähmungen auf.
  • Schmerzen in der Leistenbeuge und Kniekehle, zusammen mit einem Schwere- und Stauungsgefühl in den Beinen.
  • Sie bekommen einen stark juckenden Nesselausschlag am ganzen Körper. Es kann auch sein, dass der Juckreiz mit einer Gelbsucht verbunden ist.
  • Sie haben extrem starke Schmerzen im Oberbauch.

Da bei Evra eine Hormonkombination zur Verhütung eingesetzt wird, die der von Pillen zum Einnehmen entspricht, sind auch die folgenden Studienergebnisse zu langfristigen unerwünschten Ereignissen der Pille zu berücksichtigen:

Laut einer WHO-Studie von 1996 dürften in Europa etwa 13 von 100 Schlaganfallereignissen bei Frauen zwischen 20 und 44 Jahren auf die Pille zurückzuführen sein. Nach einer Auswertung von 54 Studien besteht während der Einnahme der Pille ein etwas erhöhtes Risiko. Es verringert sich nach dem Absetzen der Pille kontinuierlich und gleicht sich etwa zehn Jahre nach dem Ende der Pilleneinnahme dem von Frauen an, die keine Pille eingenommen haben. Die Risikoerhöhung besteht vor allem bei Frauen, die mit der Pilleneinnahme begannen, bevor sie 20 waren. Demgegenüber schützt die langjährige Einnahme der Pille vor anderen Krebsarten wie etwa Eierstock- und Gebärmutterschleimhautkrebs.

Eine 2014 in der Fachzeitschrift "British Medical Journal" erschienene Untersuchung, die die Auswirkungen der Pille auf verschiedene Gewebe und die Lebenserwartung untersuchte, bestätigt dies. Danach senkt die Pille die Sterblichkeit durch Eierstockkrebs – erhöht aber die durch Brustkrebs. Beruhigend: Laut der Untersuchung, die einen Zeitraum von 36 Jahren umfasst, hat die Pille insgesamt aber keinen Einfluss auf die Sterblichkeit.

Besondere Hinweise

Zur Empfängnisverhütung

Beachten Sie die Wechselwirkungen bei diesen Mitteln, da einige Medikamente, die Verhütungssicherheit beeinträchtigen können.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Frauen, die das Verhütungsmittel absetzen, um schwanger zu werden, sollten ein Präparat mit dem Vitamin Folsäure einnehmen. Es kann sein, dass das Blut durch die empfängnisverhütenden Hormone wenig Folsäure enthält. Bei einer ungenügenden Versorgung mit diesem Vitamin treten aber beim sich entwickelnden Kind bestimmte Fehlbildungen häufiger auf. Die Folsäureeinnahme noch vor Eintritt einer Schwangerschaft soll diesen Fehlbildungen vorbeugen (Tabelle zu Vitaminen und Mineralstoffen).

Wenn Sie trotz der Anwendung des Verhütungspflasters schwanger werden, sollten Sie das Pflaster sofort abziehen und kein neues mehr aufkleben.

Während der Stillzeit sollten Sie anderen Verhütungsmethoden den Vorzug geben, da die Hormone die Produktion der Milch und ihre Zusammensetzung beeinflussen.

Für Mädchen unter 18 Jahren

Der Gebrauch des Verhütungspflasters wurde bei jungen Frauen unter 18 Jahren nicht untersucht. Für sie ist eher ein Präparat anzuraten, das besser erforscht ist, z. B. ein als "geeignet" beurteiltes Kombinationsmittel mit niedrig dosierter Östrogenkomponente, wie Ethinylestradiol + Levonorgestrel.

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