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Vasodilatator: Pentoxifyllin

Wirkungsweise

Pentoxifyllin soll die Fließeigenschaften des Blutes verbessern und die roten Blutkörperchen leichter verformbar machen. Außerdem soll es verhindern, dass Blutbestandteile miteinander verkleben und somit Blutgerinnsel bilden. Ob sich damit die Durchblutung tatsächlich verbessert und sich die schmerzfreie Gehstrecke verlängert, ist nicht ausreichend nachgewiesen.

Inzwischen liegen viele klinische Studien mit Pentoxifyllin vor, allerdings mit sehr unterschiedlichen Ergebnissen. Einige Studien ergaben, dass die Mittel die schmerzfreie Gehstrecke bei PAVK-Kranken, die zwischen 50 und 200 Meter ohne Schmerzen gehen konnten, im Vergleich zu Scheinmedikamenten um 30 Meter verlängerten. Dieser Effekt war in den ersten acht Anwendungswochen nachweisbar. Er lässt sich jedoch ebenso gut mit einem Gehtraining erreichen, wenn nicht sogar übertreffen. Andere Studien konnten diese Effekte nicht bestätigen. Die therapeutische Wirksamkeit ist damit nicht ausreichend nachgewiesen. Auch kann Pentoxifyllin den Verlauf der Krankheit nicht beeinflussen. Es ist deshalb zur Therapie einer PAVK mit begrenzter Gehstrecke (Claudicatio intermittens) wenig geeignet.

Anwendung

Wenn Ihre Nieren oder Ihre Leber eingeschränkt arbeiten, sollte der Arzt die Dosis verringern.

Da sich während der Einnahme Gallenflüssigkeit stauen kann, sollte der Arzt die Leberwerte zu Beginn der Behandlung, nach weiteren ein bis zwei Monaten sowie im Verlauf der Therapie ein- bis zweimal jährlich kontrollieren.

Gegenanzeigen

Unter folgenden Bedingungen dürfen Sie Pentoxifyllin nicht anwenden:

  • Sie hatten (innerhalb der zurückliegenden sechs Monate) einen Herzinfarkt.
  • Sie hatten Hirn- oder andere innere Blutungen oder es bestehen Blutgerinnungsstörungen.
  • Sie haben Einblutungen in der Netzhaut am Auge.
  • Sie haben Geschwüre im Magen-Darm-Bereich.

Unter folgenden Bedingungen muss der Arzt Nutzen und Risiken besonders sorgfältig abwägen:

  • Sie haben schwere Herzrhythmusstörungen.
  • Sie haben zu niedrigen Blutdruck.
  • Ihre Herzkranzgefäße sind stark verkalkt.
  • Sie sind gerade frisch operiert.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Wenn Sie noch andere Medikamente nehmen, ist zu beachten, dass Pentoxifyllin die Konzentration von Theophyllin im Blut erhöhen kann. Wenn Sie dieses Medikament einnehmen müssen, um Asthma zu behandeln, können sich Wirkung und Nebenwirkungen verstärken. Eventuell muss der Arzt die Dosis von Theophyllin anhand von Blutspiegelkontrollen neu einstellen.

Unbedingt beachten

Hochdosiertes Pentoxifyllin, das als Spritze gegeben wird, kann die Wirkung von Insulin und blutzuckersenkenden Tabletten mit Sulfonylharnstoffen (bei Typ-1- und Typ-2-Diabetes) verstärken. Wenn diese Mittel bei Ihnen gleichzeitig angewendet werden, sollten Sie den Blutzucker häufiger kontrollieren. Näheres hierzu lesen Sie unter Mittel zur Blutzuckersenkung: verstärkte Wirkung.

Pentoxifyllin kann die Wirkung von gerinnungshemmenden Mitteln wie Warfarin oder Phenprocoumon (bei erhöhter Thrombosegefahr) verstärken, sodass leichter Blutungen auftreten. Deshalb sollte insbesondere zu Beginn und nach Beendigung einer Behandlung mit Pentoxifyllin die Blutgerinnung häufiger als üblich kontrolliert werden. Näheres hierzu lesen Sie unter Mittel zur Blutverdünnung: verstärkte Wirkung.

Nebenwirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

Bei mehr als 1 von 100 Behandelten kommt es zu Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Völlegefühl, Magendrücken.

Gelegentlich rötet sich das Gesicht, begleitet von Hitzewallungen (Flush).

Muss beobachtet werden

Gelegentlich kommt es vor, dass beim Aufstehen aus dem Sitzen oder Liegen der Blutdruck kurzzeitig stark absinkt und Schwindelanfälle, Übelkeit oder eine kurze Ohnmacht auftreten. Sie sollten solche Lageveränderungen deshalb immer nur langsam und nicht abrupt vornehmen. Sind die Beschwerden im Alltag sehr beeinträchtigend, sollten Sie mit dem Arzt sprechen.

Schwindelgefühle können bei etwa 2 von 100 Behandelten auch in anderen Situationen auftreten. Sind sie sehr störend, sollten Sie innerhalb von ein bis drei Tagen den Arzt aufsuchen und besprechen, ob Sie das Mittel weiterhin einnehmen sollen.

Wenn sich die Haut verstärkt rötet und juckt, reagieren Sie vermutlich allergisch auf das Mittel. Bei solchen Hauterscheinungen sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Sofort zum Arzt

In Einzelfällen können sehr heftige Unverträglichkeitsreaktionen vorkommen. Anzeichen dafür sind neben Hautausschlag mit starkem Juckreiz auch Herzrasen, Atemnot, Schwäche und Schwindel. Dann müssen Sie sofort den Notarzt rufen (Telefon 112), weil es sich um eine lebensbedrohliche Allergie handeln kann. Eine solche anaphylaktische Reaktion ist bisher vorwiegend beobachtet worden, wenn Pentoxifyllin gespritzt oder infundiert wurde. Es kann aber nicht ausgeschlossen werden, dass sie auch bei der Einnahme von Tabletten auftritt.

Wenn punktförmige Blutungen in der Haut auftreten, ist möglicherweise die Anzahl der Blutplättchen (Thrombozyten) abgesunken. Dann müssen Sie möglichst rasch den Arzt aufsuchen.

Bei 1 bis 10 von 1 000 Behandelten können Herzrhythmusstörungen vorkommen. Oft bleiben sie allerdings unbemerkt und können vom Arzt nur im EKG festgestellt werden. Kommt es wiederholt zu störendem oder unangenehmem Herzstolpern (Extrasystolen) oder unregelmäßigem Herzschlag, sollten Sie sich innerhalb von 24 Stunden an den behandelnden Arzt wenden. Fühlen Sie sich deutlich in Ihrer Belastbarkeit eingeschränkt, sollten Sie umgehend den Arzt aufsuchen. Die Rhythmusstörungen können von Schwindel, Ohnmacht oder Krampfanfällen begleitet sein. Auch dann ist sofortiges ärztliches Eingreifen erforderlich.

Bei 1 bis 10 von 10 000 Behandelten können Angina-Pectoris-Anfälle auftreten. Anzeichen dafür sind Schmerzen hinter dem Brustbein, die in Kopf, Rücken, Arme und Bauch ausstrahlen, sich bei Belastung verstärken und in Ruhe nachlassen. Wenn solche Beschwerden erstmals bei Ihnen auftreten, sollten Sie möglichst umgehend einen Arzt aufsuchen. Dies gilt auch, wenn Sie bereits Angina Pectoris haben und die Anfälle unter der Einnahme des Mittels häufiger auftreten oder länger andauern.

In Einzelfällen kann es zu inneren Blutungen (im Magen-Darm-Bereich, im Gehirn oder im Auge) kommen. Treten unter der Behandlung Sehstörungen auf, sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen.

Die Galle kann sich stauen. Der Arzt erkennt das, wenn er wie angegeben die Leberwerte regelmäßig kontrolliert. Wenn sich die Haut gelb färbt – möglicherweise begleitet von starkem Juckreiz am ganzen Körper –, sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen.

Besondere Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren liegen keine Erfahrungen vor. Sie sollten nicht mit Pentoxifyllin behandelt werden.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Es fehlen ausreichende Erfahrungen für die Anwendung von Pentoxifyllin während der Schwangerschaft. Sicherheitshalber sollten Sie das Mittel daher nicht einnehmen, zumal der zu erwartende Nutzen ohnehin gering ist.

Pentoxifyllin geht in die Muttermilch über. In der Stillzeit sollten Sie das Mittel nicht einnehmen, da unklar ist, wie es sich auf den Säugling auswirkt.

Für ältere Menschen

Pentoxifyllin ist für ältere Menschen eher unangebracht. Näheres hierzu lesen Sie in der Einleitung unter Hinweise für ältere Menschen.

Bei älteren Menschen ist aufgrund der häufig eingeschränkten Nierenfunktion mit einem erhöhten Risiko für unerwünschte Wirkungen zu rechnen. Insbesondere Schwindelanfälle können dann vermehrt auftreten und das Sturzrisiko erhöhen.

Zur Verkehrstüchtigkeit

Wenn Ihnen von dem Mittel schwindlig wird, sollten Sie keine Fahrzeuge lenken, keine Maschinen bedienen und auch keine Arbeiten ohne sicheren Halt verrichten.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs