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Vasodilatator: Naftidrofuryl

Wirkungsweise

Naftidrofuryl ist ein gefäßerweiterndes Mittel, das zusätzlich die Klebrigkeit der Blutplättchen verringern und auf diese Weise die Durchblutung verbessern soll. Testergebnis Naftidrofuryl

Es liegt eine Reihe von Studien vor, aus denen hervorgeht, dass Naftidrofuryl die schmerzfreie Gehstrecke bei einer PAVK um 50 bis 100 Meter verlängern kann. Dieses Ergebnis wurde unter Belastung erzielt – die Probanden mussten auf dem Laufband mit einer Steigung von zwölf Prozent und einem Tempo von drei Kilometer pro Stunde gehen. Da dies nicht den Alltagsbedingungen beim Gehen entspricht, ist davon auszugehen, dass Patienten, die derart trainiert worden sind, im Alltag eine noch deutlichere Verbesserung ihrer schmerzfreien Gehstrecke erleben (bis zum Dreifachen der Gehstrecke vor dem Training). Ob Patienten, die bereits ein Gehtraining absolvieren, von der zusätzlichen Behandlung mit Naftidrofuryl profitieren, ist nicht untersucht.

Nun kann aber auch ein Gehtraining allein sehr gute Effekte erzielen und die schmerzfreie Gehstrecke um durchschnittlich 150 Meter verlängern. Da keine Studie vorliegt, die die Wirkung eines Gehtrainings mit der alleinigen Gabe von Naftidrofuryl vergleicht, lässt sich nicht klar sagen, ob Naftidrofuryl die Gehstrecke gleich gut verlängert wie ein optimales Gehtraining. Auch ist zurzeit keine Aussage dazu möglich, ob Naftidrofuryl noch einen zusätzlichen Nutzen hat, wenn alle nichtmedikamentösen Maßnahmen wie Verzicht auf Rauchen und optimales Gehtraining genutzt werden. In den Zulassungsbestimmungen für Naftidrofuryl ist festgelegt, dass das Mittel nur eingesetzt werden soll, wenn gefäßerweiternde Verfahren und ein Gehtraining aufgrund von Begleiterkrankungen nicht möglich sind, z. B. bei schwerem Rheuma, bei Arthrose in Hüft- oder Kniegelenken, bei Empfindungsstörungen in Füßen und Beinen (periphere Neuropathie) aufgrund von Diabetes. Nur in diesen Fällen ist das Mittel zur Behandlung einer PAVK in den Beinen geeignet.

Anwendung

Sie nehmen das Mittel dreimal täglich ein, jedoch nicht länger als drei Monate ohne Unterbrechung. Danach entscheidet der Arzt, ob die Behandlung weiter fortgesetzt werden sollte.

Bei schweren Nierenfunktionsstörungen sollte die Dosis verringert werden.

Da das Mittel den Herzrhythmus beeinträchtigen kann, sollte der Arzt vor der Behandlung mithilfe eines Elektrokardiogramms (EKG) kontrollieren, ob Herzrhythmusstörungen bestehen.

Gegenanzeigen

Unter folgenden Bedingungen dürfen Sie Naftidrofuryl nicht anwenden:

  • Sie haben einen akuten Herzinfarkt.
  • Sie leiden an schwerer Angina Pectoris.
  • Sie leiden an einer Herzschwäche mit Wasseransammlungen (Ödemen) und Luftnot, die auch schon in Ruhe auftritt.
  • Die Erregungsüberleitung im Herzen ist erheblich gestört (mit der Folge von Herzrhythmusstörungen).
  • Ihr Blutdruck ist sehr niedrig und Ihnen wird deshalb oft schwindlig.
  • Sie hatten vor Kurzem einen Schlaganfall mit Einblutungen ins Gehirn.
  • Sie neigen zur Bildung von oxalat- oder calciumhaltigen Nierensteinen.
  • Ihre Leberfunktion ist gestört.
  • Sie neigen zu Krampfanfällen im Gehirn.

Wenn Sie eine koronare Herzkrankheit haben (Engstellen in den Herzkranzgefäßen), sollte der Arzt Nutzen und Risiken der Anwendung von Naftidrofuryl besonders sorgfältig abwägen.

Nebenwirkungen

Das Mittel kann Ihre Leberwerte beeinflussen, was Zeichen einer beginnenden Leberschädigung sein kann. Sie selbst bemerken in der Regel davon nichts, sondern es fällt nur bei Laborkontrollen durch den Arzt auf. Ob und welche Konsequenzen dies für Ihre Therapie hat, hängt sehr vom individuellen Fall ab. Bei einem lebensnotwendigen Medikament ohne Alternative wird man es oft tolerieren und die Leberwerte häufiger kontrollieren, in den meisten anderen Fällen wird Ihr Arzt das Medikament absetzen oder wechseln.

Keine Maßnahmen erforderlich

Manchmal kann sich das Gesicht vorübergehend röten (Flush).

Muss beobachtet werden

Bei 1 bis 10 von 1 000 Patienten sinkt der Blutdruck beim Aufstehen aus dem Sitzen oder Liegen kurzzeitig stark ab. Dann können Schwindelanfälle, Übelkeit oder eine kurze Ohnmacht auftreten. Sie sollten solche Lageveränderungen deshalb immer nur langsam und nicht abrupt vornehmen. Sind die Beschwerden im Alltag sehr beeinträchtigend, sollten Sie mit dem Arzt sprechen.

Schwindelgefühle können auch in anderen Situationen auftreten. Sind sie sehr störend, sollten Sie ebenfalls den Arzt aufsuchen und besprechen, ob Sie das Mittel weiterhin einnehmen sollen.

Wenn sich vermehrt Flüssigkeit im Gewebe einlagert und die Beine anschwellen oder wenn sich bereits vorhandene Ödeme verschlimmern, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Wenn die Haut sich verstärkt rötet und juckt, reagieren Sie möglicherweise allergisch auf das Mittel. Bei solchen Hauterscheinungen sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um zu klären, ob es sich tatsächlich um eine allergische Hautreaktion handelt und Sie ein Alternativmedikament benötigen. /medikamente/Medikamente-im-Test-5418254-5418279/

Bei etwa 1 von 10 000 Behandelten bilden sich oxalathaltige Nierensteine. Wenn das Wasserlassen schmerzhaft ist, sollten Sie den Arzt aufsuchen.

Sofort zum Arzt

Das Mittel kann die Leber schwer schädigen. Typische Anzeichen dafür sind: eine dunkle Verfärbung des Urins, eine helle Verfärbung des Stuhlgangs oder es entwickelt sich eine Gelbsucht (erkennbar an einer gelb verfärbten Augenbindehaut), oft begleitet von starkem Juckreiz am ganzen Körper. Tritt eines dieser für einen Leberschaden charakteristischen Krankheitszeichen auf, müssen Sie sofort zum Arzt gehen./medikamente/Medikamente-im-Test-5418254-5418283/

Angina-Pectoris-Anfälle treten in Einzelfällen auf. Anzeichen dafür sind Schmerzen hinter dem Brustbein, die in Kopf, Rücken, Arme und Bauch ausstrahlen, sich bei Belastung verstärken und in Ruhe nachlassen. Wenn solche Beschwerden erstmals bei Ihnen auftreten, sollten Sie möglichst umgehend einen Arzt aufsuchen. Dies gilt auch, wenn Sie bereits Angina Pectoris haben und die Anfälle unter der Einnahme des Mittels häufiger auftreten oder länger andauern.

Bei 1 bis 10 von 1 000 Patienten treten Herzrhythmusstörungen auf. Sie bleiben oft unbemerkt und können vom Arzt nur im EKG festgestellt werden. Kommt es wiederholt zu störendem oder unangenehmem Herzstolpern (Extrasystolen) oder unregelmäßigem Herzschlag, sollten Sie sich innerhalb von 24 Stunden an den behandelnden Arzt wenden. Ist das Herz bereits in seiner Funktion beeinträchtigt, sollten Sie umgehend den Arzt aufsuchen. Die Rhythmusstörungen können von Schwindel, Ohnmacht oder Krampfanfällen begleitet sein. Auch dann ist sofortiges ärztliches Eingreifen erforderlich.

In Einzelfällen kommt es zu Krampfanfällen im Gehirn. Anzeichen dafür sind Kopfschmerzen, Benommenheit, Empfindungsstörungen und eine kurze Ohnmacht. Dann muss sofort ein Arzt gerufen werden.

Besondere Hinweise

Für Schwangerschaft und Stillzeit

In Schwangerschaft und Stillzeit sollten Sie das Mittel mangels Erfahrungen nicht anwenden.

Für ältere Menschen

Naftidrofuryl ist für ältere Menschen weniger angebracht. Näheres hierzu lesen Sie in der Einleitung unter Hinweise für ältere Menschen.

Insbesondere bei älteren Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion ist mit einem erhöhten Risiko für unerwünschte Wirkungen zu rechnen, vor allem auf Herz und Kreislauf. Bei ihnen sollte der Arzt die Herzfunktion regelmäßig untersuchen.

Zur Verkehrstüchtigkeit

Wenn Ihnen von dem Mittel schwindlig wird, sollten Sie nicht aktiv am Verkehr teilnehmen, keine Maschinen bedienen und auch keine Arbeiten ohne sicheren Halt verrichten.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs