Medikamente im Test

Vaginalring: Ethinylestradiol + Etonogestrel (Kombination)

Wirkungsweise

Bei diesem Verhütungsmittel handelt es sich um einen biegsamen Ring von gut fünf Zentimeter Durchmesser, in den zwei Hormone, das Östrogen Ethinylestradiol und das Gestagen Etonogestrel, eingearbeitet sind. Die Wirkstoffe werden kontinuierlich abgegeben und durch die Scheidenhaut ins Blut aufgenommen.

Bei richtiger Anwendung verhütet der Vaginalring eine Empfängnis sehr sicher. Seine Wirkung beruht wie bei der Pille vor allem darauf, dass die Hormonkombination den Eisprung verhindert.

Etonogestrel ist die wirksame Form von Desogestrel, einem Gestagen, das auch in der Pille eingesetzt wird. Pillen mit Desogestrel gelten als "wenig geeignet", weil der ernsthafte Verdacht auf ein erhöhtes Thromboserisiko besteht. Ob für Etonogestrel das Gleiche gilt, war bislang unsicher. Nun weisen Studien jedoch darauf hin, dass das Risiko für Beinvenenthrombosen und Lungenembolien leicht erhöht ist. 6 bis 12 von 10 000 Frauen, die einen Vaginalring tragen, müssen mit einem solchen Ereignis rechnen; bei Frauen, die eine Pille mit Levonorgestrel einnehmen, sind es 5 bis 7. Da diesem erhöhten Risiko kein besonderer Nutzen gegenübersteht, werden Vaginalringe mit Etonogestrel als "wenig geeignet" bewertet.

Anwendung

Den Ring können Sie selbst in die Scheide einlegen, ähnlich einem Diaphragma. Wo genau er zu liegen kommt, ist für seine empfängnisverhütende Wirkung unerheblich. Drei Wochen lang bleibt der Ring in der Scheide, dann entfernen Sie ihn. In der darauffolgenden Woche bleiben Sie ohne Verhütungsmittel. Nach zwei bis drei Tagen tritt üblicherweise eine Blutung auf. Nach dieser Woche legen Sie, unabhängig davon, ob die Blutung noch anhält, einen neuen Ring ein.

Für die Verhütungssicherheit ist es wichtig, dass Sie den Rhythmus 21 Tage mit Ring, 7 Tage ohne Ring und so weiter exakt einhalten. Der Ring muss also immer am gleichen Wochentag entfernt und wieder eingelegt werden; nach Möglichkeit sollte es sogar immer zur gleichen Uhrzeit geschehen. Nach einem ringfreien Intervall von mehr als sieben Tagen müssen Sie in den ersten sieben Tagen, in denen der Ring in der Scheide liegt, zusätzlich mechanische Verhütungsmittel wie Kondome anwenden. Manche Frauen richten sich daher in ihrem Smartphone einen Termin ein, der sie an den Wechsel des Ringes erinnert.

Prüfen Sie regelmäßig, ob sich der Ring noch in der Scheide befindet und unversehrt ist. Sollten Sie ihn versehentlich verlieren – was z. B. beim Entfernen eines Tampons, beim Geschlechtsverkehr und beim Stuhlgang möglich ist –, können Sie ihn mit Wasser abspülen und unverzüglich, spätestens jedoch innerhalb von drei Stunden wieder einlegen. Haben Sie den Ring in der ersten oder zweiten Anwendungswoche länger als drei Stunden nicht getragen, kann die Verhütungssicherheit beeinträchtigt sein. Dann sollten Sie so lange Kondome benutzen, bis der Ring wieder sieben Tage ununterbrochen an seinem Platz war.

Selten einmal kann der Ring brechen. Dann muss er durch einen neuen Vaginalring ersetzt werden. In den ersten sieben Tagen sollten Sie zusätzlich Kondome verwenden.

Wie Sie bei anderen Anwendungsfehlern vorgehen müssen, entnehmen Sie dem Beipackzettel. Dort finden Sie auch die Angaben, wann bei der ersten Anwendung der richtige Zeitpunkt ist, um den Ring einzulegen. Dieses hängt von der Verhütungsmethode ab, die Sie vorher praktiziert haben.

Haben Sie ein Kind geboren oder im zweiten Schwangerschaftsdrittel eine Fehlgeburt gehabt, sollte der Ring erst in der vierten Woche danach eingesetzt werden. Warten Sie damit länger, sollten Sie in der ersten Woche, in der der Ring liegt, zusätzlich mechanisch wirkende Verhütungsmittel, wie Kondome, anwenden.

Zu beachten ist ferner, dass die Scheide nach einer Geburt noch für mehrere Monate so geweitet sein kann, dass der Ring leichter als sonst verloren geht.

Gebrauchte Ringe enthalten noch Hormone. Damit sie weder in unbefugte Hände gelangen noch das Trinkwasser verunreinigen, sollten Sie sie in die Verpackung zurücktun, aus denen Sie sie ursprünglich entnommen haben, und das Ganze mit dem Hausmüll entsorgen.

Achtung

Manche Frauen, die mit einem Vaginalring verhüten, entwickeln Pigmentveränderungen (Chloasma). Sie bekommen vor allem im Gesicht dunkle Flecken, die sich durch Sonnenbestrahlung intensivieren. Diese Pigmentflecken vergehen häufig nicht wieder. Sie können versuchen, den Färbungen vorzubeugen, indem Sie Sonnenschutzmittel auftragen. Genügt das nicht, bleibt Ihnen nur, zu einer anderen Verhütungsmethode zu wechseln.

Gegenanzeigen

Für den Verhütungsring gelten die gleichen Angaben, wann er nicht angewendet werden darf, wie für die Pille. Diese Angaben finden Sie unter "Einphasenpräparate mit wenig Östrogen".

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Hinsichtlich der Wechselwirkungen gelten die gleichen Angaben wie für die Pille. Diese Angaben finden Sie unter "Einphasenpräparate mit wenig Östrogen".

Nebenwirkungen

Die Wirkung des Verhütungsrings beruht auf den enthaltenen Hormonen, die mit dem Blut im gesamten Körper verteilt werden. Daher kann er die gleichen unerwünschten Wirkungen hervorrufen wie die Pille. Diese Angaben finden Sie unter "Einphasenpräparate mit wenig Östrogen". Möglicherweise treten sie aber seltener auf, weil die aus dem Ring freigesetzte Hormonmenge geringer ist als bei den Pillen. Da es sich um einen Ring handelt, der in der Scheide getragen wird, kommt noch hinzu:

Keine Maßnahmen erforderlich

Vor allem Frauen, die den Ring zum ersten Mal tragen, können ein Fremdkörpergefühl in der Scheide empfinden. Meist legt sich dieses nach einiger Zeit.

Muss beobachtet werden

1 bis 10 von 100 Frauen, die einen Vaginalring tragen, bekommen eine Scheidenentzündung und vermehrten Ausfluss. Infektionen der Harnwege und vermehrter Harndrang treten bei 1 bis 10 von 1 000 Frauen, die einen Vaginalring tragen, auf. Je nachdem wie stark die Beschwerden sind, sollten Sie sich in ärztliche Behandlung begeben.

Besondere Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Der Gebrauch des Vaginalrings wurde bei Frauen unter 18 Jahren nicht untersucht. Für sie ist eher ein Präparat anzuraten, das besser erforscht ist, z. B. ein als "geeignet" bewertetes Kombinationsmittel aus niedrig dosiertem Östrogen und Gestagen.

Bei Kinderwunsch

Frauen, die das Verhütungsmittel absetzen, um schwanger zu werden, sollten ein Präparat mit dem Vitamin Folsäure einnehmen. Es kann sein, dass das Blut durch die empfängnisverhütenden Hormone wenig Folsäure enthält. Bei einer ungenügenden Versorgung mit diesem Vitamin treten aber beim sich entwickelnden Kind bestimmte Fehlbildungen häufiger auf. Die Folsäureeinnahme noch vor Eintritt einer Schwangerschaft soll diesen Fehlbildungen vorbeugen.

Zur Empfängnisverhütung

Die folgenden Medikamente können, wenn sie in derselben Zeit wie der Vaginalring angewendet werden, dessen Verhütungssicherheit beeinträchtigen. Ist diese Kombination nur kurzzeitig notwendig, sollten Sie während dieser Zeit und gegebenenfalls noch weitere 28 Tage nach Absetzen der Mittel auf nichthormonelle Verhütungsmethoden ausweichen, um keine unerwünschte Schwangerschaft zu riskieren.

Müssen Sie die Medikamente über lange Zeit einnehmen, sollten Sie mit dem Arzt besprechen, ob Sie auf hormonhaltige Verhütungsmittel mit mehr als 30 Mikrogramm (μg) Östrogen umstellen können.

Auch bei Einnahme von Antibiotika wie Penicillinen und Tetracyclinen (bei bakteriellen Infektionen) ist die Verhütungssicherheit unter Umständen nicht gewährleistet.

Rifampicin und Rifabutin (bei Tuberkulose), Carbamazepin, Phenobarbital, Primidon und Phenytoin (bei Epilepsien), Modafinil (bei krankhaften Schlafattacken, Narkolepsie) und möglicherweise Griseofulvin (innerlich bei Pilzinfektionen) beschleunigen den Hormonabbau durch die Leber. Bis zu vier Wochen nach der letzten Einnahme kann das die Wirkung des Vaginalrings beeinträchtigen.

Johanniskrautextrakt (bei Depressionen) kann, vor allem bei Einnahme über lange Zeit, die Wirkung der Hormone in dem Vaginalring vermindern. Ein Zeichen für die verringerte Hormonwirkung können Zwischenblutungen sein.

Auch Medikamente bei HIV-Infektion (z. B. Nelfinavir, Ritonavir) können die Sicherheit hormoneller Empfängnisverhütungsmittel beeinträchtigen. Für HIV-positive Frauen empfehlen sich daher eher nichthormonelle Maßnahmen. Bei der Wahl der Methode sollte die Frau bedenken, dass nur Kondome davor schützen können, die HIV-Infektion beim Sex an den Partner weiterzugeben.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie trotz des Verhütungsrings schwanger werden, müssen Sie den Ring entfernen, da nicht ausgeschlossen werden kann, dass der Embryo beeinträchtigt wird.

Auch während der Stillzeit sollte der Vaginalring nicht eingesetzt werden. Der Östrogenanteil kann bewirken, dass sich die Zusammensetzung der Milch verändert und insgesamt weniger Muttermilch gebildet wird.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs