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Ulipristal

Aktuelles

Für Esmya, ein Präparat, das Ulipristal zur Behandlung von Myomen enthält, ruht wegen möglicher schwerer Leberschäden vorerst die amtliche Zulassung. Der zuständige europäische Ausschuss für Risikobewertung hat den Widerruf der Zulassung empfohlen, weil bei einer länger andauernden Behandlung mit Ulipristal vereinzelt schwerwiegende Leberschädigungen aufgetreten sind.

Bei der Zulassung und damit auch bei der Risikobewertung wird ein Unterschied zwischen der Einnahme von Ulipristal als Pille danach (ellaOne) und Esmya gemacht, da nach einmaliger Einnahme von Ulipristal bisher keine Leberschädigung beschrieben ist.

Wirkungsweise

Ulipristal besetzt die Bindestellen des körpereigenen Gestagens Progesteron und ist als "Pille danach" im Handel, um im Notfall eine mögliche Schwangerschaft zu verhindern. Seit März 2015 darf dieses Mittel ohne Verschreibung in Apotheken abgegeben werden. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in Apotheken sind verpflichtet, Sie zu beraten und über die Anwendung des Mittels ausführlich zu informieren.

Die Wirkung von Ulipristal beruht in erster Linie darauf, dass der Eisprung verzögert oder ganz blockiert wird.

Am Tag des Eisprungs oder nach dem Eisprung ist die "Pille danach" wirkungslos. Der Zeitpunkt des Eisprungs unterliegt Schwankungen und kann somit oftmals nicht sicher bestimmt werden. Eine Alternative zur "Pille danach", ist für diese Zeit die "Spirale danach". Auch Frauen, bei denen die "Pille danach" nur eingeschränkt empfohlen wird, beispielsweise weil sie schon einmal eine schwere Thrombose hatten oder stark übergewichtig sind, können damit einer Schwangerschaft nach ungeschütztem Sexualverkehr sicher vorbeugen.

Die Daten für Ulipristal lassen erwarten, dass es bis 72 Stunden nach ungeschütztem Verkehr mindestens so gut wirkt wie Levonorgestrel, das ebenfalls als "Pille danach" im Markt ist und schon viele Jahre angewendet wird. Je früher Ulipristal eingesetzt wird, desto verlässlicher wirkt es. Ob es in diesem Zeitraum gegenüber Levonorgestrel sogar Wirkvorteile besitzt, ist bislang nicht ausreichend nachgewiesen. Im Vergleich zu Levonorgestrel ist für Ulipristal aber besser dokumentiert, dass es noch bis 120 Stunden, also bis fünf Tage, nach ungeschütztem Sex eine Schwangerschaft verhindern kann. ellaOne sollte daher spätestens bis zum fünften Tag nach dem ungeschützten Verkehr eingenommen werden.

Obwohl Ulipristal eine Schwangerschaft recht verlässlich verhindert, wenn die Tablette bis zur vorgegebenen Zeit eingenommen wird, ist nicht auszuschließen, dass es doch einmal zu einer Schwangerschaft kommt. Wenn sich die Frau dann entschließt, das Kind zu bekommen, ist es wichtig zu wissen, ob sich das eingenommene Medikament auf die Gesundheit des Kindes auswirkt. Ebenso kann bereits zum Zeitpunkt der Einnahme eine Schwangerschaft bestehen, sodass der Embryo den Wirkstoffen der "Pille danach" ausgesetzt wird. Ob Ulipristal in dieser Hinsicht sicher ist, ist noch nicht abschließend zu bewerten. In den wenigen bisher vorliegenden Auswertungen von Schwangerschaften, die trotz der Einnahme von Ulipristal ausgetragen wurden, ergeben sich keine Hinweise auf Fehlbildungen oder Komplikationen. Aus zwei Gründen wird ellaOne insbesondere in den ersten drei Tagen als "mit Einschränkung geeignet" bewertet: Zum einen wegen der bestehenden Unsicherheiten in Hinblick auf seine Verträglichkeit falls die Schwangerschaft doch weiterbesteht. Zum anderen, weil das Mittel in den ersten drei Tagen nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr gegenüber Levonorgestrel – für das umfangreiche Daten zur Wirksamkeit und Verträglichkeit vorliegen – keine sicheren Vorteile besitzt. Ulipristal kann aber empfohlen werden, wenn der Sex, der eventuell zu einer Schwangerschaft führen könnte, mehr als drei, aber nicht länger als fünf Tage zurückliegt. Für eine so späte Anwendung sind Präparate mit Levonorgestrel von der Arzneimittelbehörde nicht zugelassen.

Anwendung

Die "Pille danach" kann zu jedem Zeitpunkt des Zyklus angewendet werden. In einer Tablette sind 30 Milligramm Ulipristal enthalten. Das entspricht der Menge, die erforderlich ist, um eine Schwangerschaft zu verhindern. Die Tablette wird so bald wie möglich nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen – aber spätestens innerhalb von 120 Stunden, also nach maximal fünf Tagen.

Achtung

Einige Studienergebnisse deuten darauf hin, dass die empfängnisverhütende Wirkung der "Pille danach" mit ansteigendem Körpergewicht geringer wird. Die Europäische Zulassungsbehörde hat dieses überprüft. Die Behörde fand zwar Hinweise auf eine sinkende Wirksamkeit bei steigendem Körpergewicht, doch ein genereller Wirkverlust ab einem bestimmten Körpergewicht ist nicht gesichert. Daher zieht die Behörde den Schluss, dass Ulipristal weiterhin als Notfallmedikament eingesetzt werden kann – unabhängig davon, wie viel die Frau wiegt. Übergewichtige Frauen, die eine ungewollte Schwangerschaft mit größtmöglicher Sicherheit verhindern wollen, können sich von Ärztin oder Arzt eine Kupferspirale einsetzen lassen.

Gegenanzeigen

Unter folgenden Bedingungen sollten Sie die "Pille danach" nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiken anwenden:

  • Sie haben eine schwerwiegende Leberfunktionsstörung.
  • Frauen mit schwerem Asthma, das mit Cortisontabletten behandelt wird, sollten Ulipristal nicht einnehmen. Die Asthmabeschwerden können sich verstärken.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Wenn Sie andere Medikamente einnehmen, ist zu beachten:

  • Durch eine Reihe von Arzneimitteln wird Ulipristal beschleunigt abgebaut. Hierdurch kann die Wirksamkeit der "Pille danach" beeinträchtigt oder sogar ganz aufgehoben sein. Wenn Sie eines der folgenden Medikamente einnehmen oder dieses innerhalb der vorhergehenden vier Wochen getan haben, sollten Sie Ulipristal als "Pille danach" nicht anwenden: Carbamazepin, Phenobarbital, Phenytoin und Primidon (bei Epilepsien), Rifabutin und Rifampicin (bei Tuberkulose), Ritonavir (bei HIV-Infektion) und Johanniskrautextrakt (bei Depressionen). Demgegenüber können levonorgestrelhaltige Mittel auch in diesem Fall als "Pille danach" angewendet werden, sie müssen dann allerdings höher dosiert werden. Wer in dieser Situation aber mit größtmöglicher Sicherheit eine Schwangerschaft verhindern möchte, sollte sich von einer Ärztin oder einem Arzt eine Kupferspirale einsetzen lassen.
  • Aminopenicilline und Tetracycline (bei bakteriellen Infektionen) können die Darmflora beeinträchtigen. Möglicherweise werden die Wirkstoffe der jeweiligen "Pille danach" dann nicht so gut in den Körper aufgenommen. Dann kann ihre schwangerschaftsverhütende Wirkung nicht zur Geltung kommen.
  • Keinesfalls sollten beide "Pillen danach" gleichzeitig zur Notfallverhütung eingesetzt werden, weil sie sich gegenseitig in ihrer Wirkung beeinträchtigen.
  • Verhütungspillen, die ein Gestagen enthalten, sollten Sie nicht gleichzeitig mit Ulipristal einnehmen. Die Mittel beeinträchtigen sich gegenseitig in ihrer Wirkung und eine sichere Empfängnisverhütung ist nicht gewährleistet. Bis zur nächsten Menstruationsblutung müssen dafür nichthormonelle Verhütungsmethoden wie Kondom oder Diaphragma angewendet werden.

Wechselwirkungen mit Speisen und Getränken

Nebenwirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

Bei 1 bis 10 von 100 Frauen können Kopfschmerzen und Schwindel auftreten. Die Beschwerden verlieren sich nach einigen Tagen.

Sie können ein Spannungsgefühl in den Brüsten haben, die nächste Regel kann verzögert eintreten und bis sich das hormonelle Gleichgewicht wieder eingestellt hat, können die nächsten Zyklen unterschiedlich lang sein.

Üblicherweise verzögert sich die Periode nach der Einnahme von Ulipristal um mehrere Tage. Manchmal kann sie aber auch einige Tage früher einsetzen. Wenn die Blutung jedoch länger als fünf bis sieben Tage auf sich warten lässt, sollten Sie sicherheitshalber einen Schwangerschaftstest machen.

Muss beobachtet werden

Übelkeit und Erbrechen können bei 1 bis 10 von 100 Anwenderinnen auftreten. Wenn Sie sich innerhalb von drei Stunden nach der Einnahme übergeben, müssen Sie noch einmal eine Tablette einnehmen.

Besondere Hinweise

Zur Empfängnisverhütung

Wichtig ist, dass Frauen, die mit der "Pille danach" in den Hormonhaushalt eingegriffen haben, bis zur nächsten Regelblutung Kondome, Diaphragma oder spermientötende Mittel als Empfängnisverhütungsmittel verwenden, da die "Pille danach" den Eisprung verschiebt. Dies gilt auch, wenn Sie mit der Einnahme einer empfängnisverhütenden Pille fortfahren. Der Eisprung wird nicht verhindert, sondern nur zeitlich verzögert. Bei vielen Frauen, die trotz einer Einnahme der „Pille danach“ schwanger wurden, sind diese Schwangerschaften durch einen weiteren ungeschützten Verkehr im Anschluss entstanden.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Für diese Substanz liegen noch nicht genügend Daten vor, um das Risiko einer Fehlbildung beim Kind abzuschätzen, wenn die Frau bereits zum Zeitpunkt der Einnahme schwanger war oder sie trotz Notfallverhütung schwanger wird.

Nehmen Sie das Mittel während der Stillzeit ein, sollten Sie das Stillen für eine Woche unterbrechen. Um die Milchbildung aufrecht zu halten, sollten Sie in dieser Zeit die Milch zwar abpumpen, dem Kind jedoch nicht zum Trinken geben.

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Die "Pille danach" kann auch von jungen Frauen unter 18 Jahren als Notfallkontrazeptivum eingesetzt werden.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs