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Tee: Blasen- und Nierentees mit Bärentraubenblättern (Kombination)

Wirkungsweise

Diese Teemischungen sind als Blasen- und Nierentees sehr gebräuchlich, um Beschwerden beim Wasserlassen zu erleichtern. In den hier besprochenen Produkten sind drei bzw. vier verschiedene Pflanzen miteinander kombiniert. In diesen Mischungen können die einzelnen Kräuter verschiedenen Zwecken dienen: Einige sollen Hauptträger der Wirkung sein, andere sollen sie unterstützen, die dritten sollen den Tee besser aussehen und/oder angenehmer schmecken lassen. Eine medizinische Wirkung wird von den letztgenannten nicht erwartet.

Überzeugende Belege, dass die Kombination dieser Bestandteile sinnvoll und nützlich ist, um Harnwegsinfektionen zu kurieren, fehlen.

Blasen- und Nierentees sollen vornehmlich die Harnausscheidung der Nieren erhöhen und auf diese Weise die Harnwege "spülen". Die langjährigen Erfahrungen mit diesen Tees sprechen dafür, dass eine solche Durchspülungstherapie die spezifische Behandlung von Harnwegsinfekten unterstützen kann. Diese Mischungen, die Bärentraubenblätter enthalten, sind allerdings vorsichtiger zu bewerten. Da nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden kann, dass Bärentraubenblätter bei längerer Anwendung krebserregende und erbgutverändernde Eigenschaften haben, werden Tees mit diesem Bestandteil als "wenig geeignet" bewertet.

Zu den in den Teemischungen enthaltenen Pflanzen im Einzelnen:

Bärentraubenblätter: Erfahrungen und einige wenige Untersuchungen sprechen dafür, dass die getrockneten Blätter der Bärentraube (Arctostaphylos uva-ursi) bei Harnwegsinfektionen nützlich sein können. Allgemein anerkannte klinische Studien, die ihre therapeutische Wirksamkeit bei Harnwegsinfekten ausreichend nachweisen, fehlen jedoch.

Ebenso fehlen Daten, die belegen, dass krebserregende und erbgutverändernde Wirkungen bei einer Langzeitanwendung der Blätter sicher auszuschließen sind.

Birke: Die Blätter (Betula pendula, Betula pubescens) werden traditionell eingesetzt, um Wasser aus dem Körper auszuschwemmen. Es wird vermutet, dass diese Wirkung auf dem hohen Gehalt an Flavonoiden in den Blättern beruht. Versuche, in denen die diuretische Wirkung der reinen Flavonoide mit denen eines Birkenblätterextrakts verglichen wurde, zeigen jedoch, dass die harntreibende Wirkung von Birkenblättern größer ist als die der isolierten Flavonoide. An einer neueren Studie zu der weitergehenden Frage, ob Birkenblätter die Bakterienbesiedelung bei Harnwegsinfektionen verringern, nahmen aber viel zu wenig Personen teil, um aus dem Ergebnis etwas ableiten zu können.

Bohnenhülsen: Die Hülsen der Gartenbohne (Phaseolus vulgaris) werden traditionell zur Entwässerung eingesetzt. Durch klinische Studien ist ihre Anwendung jedoch nicht ausreichend belegt.

Schachtelhalm: Ein Tee aus dem Kraut des Ackerschachtelhalms (Equisetum arvense) wird traditionell eingesetzt, um vermehrt Wasser aus dem Körper auszuschwemmen. Dieser Effekt wurde in den 1930er Jahren in Untersuchungen an Tieren bestätigt. Worauf er beruht, ist unbekannt. Weder gibt es neuere Untersuchungen hierzu noch solche zur Frage der therapeutischen Wirksamkeit von Schachtelhalmzubereitungen bei Harnwegsinfektionen.

Quecke: Der Wurzelstock der Quecke (Agropyron repens) wird traditionell als wassertreibende Pflanze bei leichten Blasenentzündungen eingesetzt. Es gibt jedoch keine Untersuchungen, die eine solche Anwendung rechtfertigen.

Über die nicht ausreichend belegte spezifische Wirksamkeit der Teebestandteile hinaus ist besonders bei Produkten mit mehreren Mischungsbestandteilen zu kritisieren, dass allein aufgrund der geringen Menge der einzelnen Pflanzen keine arzneiliche Wirkung erwartet werden kann.

Anwendung

Da diese Tees Bärentraubenblätter enthalten, sollten Sie sie nicht länger als eine Woche und nicht öfter als fünfmal im Jahr anwenden, weil das aus der Pflanze teilweise entstehende Hydrochinon im Verdacht steht, Krebs zu erregen und das Erbgut zu verändern.

Gegenanzeigen

Personen mit einer Herzinsuffizienz in fortgeschrittenem Stadium dürfen ihr Herz nicht dadurch zusätzlich belasten, dass es viel Flüssigkeit bewältigen muss. Für sie ist eine Durchspülungstherapie, wie sie mit diesen Tees denkbar ist, nicht geeignet. Das Gleiche gilt für Menschen mit deutlich eingeschränkter Nierenfunktion.

Nebenwirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

Da die Teemischungen Bärentraubenblätter enthalten, kann sich der Urin grünlich-braun verfärben. Diese Färbung vergeht wieder, wenn der Tee nicht weiter angewendet wird.

Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall sowie Hautrötung und Juckreiz können vorübergehend auftreten.

Muss beobachtet werden

Wenn die Haut sich verstärkt rötet und juckt, reagieren Sie möglicherweise allergisch auf das Mittel. Haben Sie sich das Mittel zur Eigenbehandlung ohne Rezept besorgt, sollten Sie es absetzen. Sind die Hauterscheinungen auch einige Tage nach dem Absetzen nicht deutlich abgeklungen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Besondere Hinweise

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Während der Schwangerschaft sollten Sie Tees mit Bärentraubenblättern komplett meiden. Dessen Abbauprodukt Hydrochinon steht in Verdacht, dass es das Erbgut verändern kann.

Ob die Pflanzeninhaltsstoffe in die Muttermilch übergehen, ist nicht untersucht.

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Da diese Tees Bärentraubenblätter enthalten, sollten Kinder unter zwölf Jahren nicht damit behandelt werden. Auch Jugendliche unter 18 Jahren sollten nicht im Rahmen einer Selbstbehandlung mit diesen Tees behandelt werden. Bei ihnen ist bei Beschwerden einer Harnwegsinfektion ärztliche Rücksprache notwendig.

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