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Tee: Blasen- und Nierentee (Kombination)

Wirkungsweise

Diese Teemischungen sind als Blasen- und Nierentees gebräuchlich, um Beschwerden beim Wasserlassen zu erleichtern. In den hier besprochenen Produkten sind zwei bis vier unterschiedliche Pflanzen miteinander kombiniert. In den Mischungen können die einzelnen Kräuter entweder Hauptträger der Wirkung sein oder sie sollen unterstützend wirken.

Harn- und Nierensteine

Bei Harn- und Nierensteinen sollen sie vornehmlich die Harnausscheidung der Nieren erhöhen, auf diese Weise die Harnwege "spülen" und dabei den Abgang der Steine erleichtern. Des Weiteren sollen sie den Urin verdünnen und so der Entstehung von Harn- und Nierensteinen vorbeugen.

Wissenschaftliche Studien, die die therapeutische Wirksamkeit der Teebestandteile bei Harn- und Nierensteinen ausreichend belegen, gibt es nicht. Die Teezubereitungen tragen aber zu einer reichlichen Flüssigkeitszufuhr bei. Diese wird empfohlen, um den Abgang von Steinen zu erleichtern und die Löslichkeit von Salzen im Harn zu verbessern. Die Tees können als unterstützende Maßnahme eingesetzt werden (Durchspülungstherapie) und sind daher bei Harn- und Nierensteinen mit Einschränkung geeignet.

Harnwegsinfektionen, Reizblase

Überzeugende Belege, dass die Kombination dieser Bestandteile sinnvoll und nützlich ist, um Harnwegsinfektionen zu kurieren, fehlen. Blasen- und Nierentees sollen aber vornehmlich die Harnausscheidung der Nieren erhöhen und auf diese Weise die Harnwege "spülen". Die langjährigen Erfahrungen mit diesen Tees sprechen dafür, dass eine solche Durchspülungstherapie die spezifische Behandlung von Harnwegsinfekten unterstützen kann. In diesem Sinne werden solche Tees bei Harnwegsinfektionen als "mit Einschränkung geeignet" beurteilt.

Harn- und Nierensteine und Harnwegsinfektionen, Reizblase

Zu den in den Teemischungen enthaltenen Pflanzen im Einzelnen:

Birke: Die Blätter der Birke (Betula pendula, Betula pubescens) werden traditionell eingesetzt, um Wasser aus dem Körper zu schwemmen. Es wird vermutet, dass diese Wirkung auf dem hohen Gehalt an Flavonoiden in Birkenblättern beruht. Versuche, in denen die wassertreibende Wirkung der reinen Flavonoide mit denen eines Birkenblätterextrakts verglichen wurde, zeigen jedoch, dass die harntreibende Wirkung von Birkenblättern größer ist als die der isolierten Flavonoide.

Darüber hinaus gibt es Forschung zu der Frage, ob Birkenblätter die Bakterienbesiedelung bei Harnwegsinfektionen verringern können. An einer Studie hierzu nahmen aber deutlich zu wenig Personen teil, um aus dem Ergebnis etwas ableiten zu können.

Goldrute: Das Kraut der echten Goldrute (Solidago virgaurea) wurde in der traditionellen Medizin als Tee getrunken, um die Nierenleistung zu erhöhen. In Tierversuchen wurden entwässernde, entzündungshemmende, schmerz- und krampflindernde sowie antibakterielle Wirkungen gefunden.

Die Verwendung bei Harn- und Nierensteinen beruht auf dem Gedanken, dass Steingrieß von viel Flüssigkeit herausgespült werden kann. Ob Goldrutenextrakt zum Einnehmen dazu beitragen kann, ist nicht ausreichend geklärt. Wahrscheinlich genügt es, reichlich zu trinken.

Bei Harnwegsinfekten soll sich Goldrute positiv auswirken. Die klinischen Studien hierzu sind jedoch von unzureichender methodischer Qualität und können deshalb nicht als Wirksamkeitsnachweis gewertet werden.

Hauhechel: Von Hauhechel (Ononis spinosa) wird die Wurzel medizinisch verwendet. Sie wirkt in Tierversuchen wasserausschwemmend. Welcher Inhaltsstoff dafür verantwortlich sein könnte, ließ sich bisher nicht ausmachen.

Orthosiphon: Getrockneten Orthosiphonblättern (Orthosiphon aristatus oder Orthosiphon stamineus), auch als "Indischer Nierentee" bezeichnet, wird eine entwässernde und antibakterielle Wirkung zugeschrieben. In Tierversuchen ließ sich wohl eine gesteigerte Ausscheidung von Wasser und Salzen zeigen, bei Menschen jedoch nicht. Die Anwendung von Orthosiphonblättern beruht bisher ausschließlich auf Erfahrung. Klinische Studien belegen die therapeutische Wirksamkeit jedoch nicht ausreichend.

Schachtelhalm: Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense) wird traditionell eingesetzt, um vermehrt Wasser aus dem Körper auszuschwemmen. Dieser Effekt wurde in den 1930er Jahren in Untersuchungen an Tieren bestätigt. Worauf er beruht, ist unbekannt. Weder gibt es neuere Untersuchungen hierzu noch solche zur Frage der therapeutischen Wirksamkeit von Schachtelhalmzubereitungen bei Harnwegsinfektionen.

Über die nicht ausreichend belegte spezifische Wirksamkeit der Teebestandteile hinaus ist besonders bei Produkten mit vielen Mischungsbestandteilen zu kritisieren, dass allein aufgrund der geringen Menge der einzelnen Pflanzen keine arzneiliche Wirkung erwartet werden kann.

Bei Harntee 400 kommt hinzu, dass 100 Gramm Teegranulat mehr als 80 Gramm Zucker enthalten.

Bei Harntee-Steiner und SOLUBITRAT uro ist der Anteil an Süßungsmitteln geringer als bei Harntee 400. Außerdem handelt es sich um ein Süßungsmittel, das Diabetiker nicht zu berücksichtigen brauchen.

Achtung

Harntee 400: Der Tee enthält viel Zucker. Vor allem Menschen mit Diabetes müssen dies berücksichtigen. Aber auch Personen, die sich um eine Gewichtsabnahme bemühen, sollten das bedenken.

Gegenanzeigen

Personen mit einer Herzinsuffizienz in fortgeschrittenem Stadium dürfen ihr Herz nicht dadurch zusätzlich belasten, dass es viel Flüssigkeit bewältigen muss. Für sie ist eine Durchspülungstherapie, wie sie mit diesen Tees denkbar ist, nicht geeignet. Das Gleiche gilt für Menschen mit deutlich eingeschränkter Nierenfunktion.

Nebenwirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall sowie Hautrötung und Juckreiz können vorübergehend auftreten.

Muss beobachtet werden

Wenn die Haut sich verstärkt rötet und juckt, reagieren Sie möglicherweise allergisch auf das Mittel. Haben Sie sich das Mittel zur Eigenbehandlung ohne Rezept besorgt, sollten Sie es absetzen. Sind die Hauterscheinungen einige Tage nach dem Absetzen nicht deutlich abgeklungen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Besondere Hinweise

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Über die Risiken einer Anwendung während der Schwangerschaft und Stillzeit gibt es keine ausreichenden Erkenntnisse. Deshalb sollten Sie Blasen- und Nierentees in dieser Zeit nicht regelmäßig oder in großer Menge trinken.

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Für die Anwendung bei Kindern unter zwölf Jahren liegen keine ausreichenden klinischen Erfahrungen vor. Sie sollten daher keinen dieser Tees trinken.

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