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Sekretlösendes Mittel: Guaifenesin

Wirkungsweise

Das sekretlösende Mittel Guaifenesin soll dazu beitragen, dass sich der festsitzende Schleim in den Bronchien löst und leichter abgehustet werden kann. Um das zu erreichen, soll Guaifenesin das Schleimvolumen erhöhen, den Schleim verflüssigen und dadurch den Auswurf von festsitzendem Sekret erleichtern. Dies ist jedoch in Studien nicht ausreichend nachgewiesen und aktuelle Untersuchungen wecken Zweifel an diesem Wirkungsmechanismus. Außerdem wurde in Studien beobachtet, dass Guaifenesin den Hustenreiz unterdrücken kann. Die Anwendung eines sekretlösenden Mittels mit zusätzlich hustenblockierenden Eigenschaften erscheint wenig sinnvoll, weil dann die Gefahr besteht, dass gelöster Schleim nicht gut abgehustet wird und einen Nährboden für Bakterien bieten kann. Guaifenesin ist deshalb zur Behandlung von Husten wenig geeignet.

Unklar ist darüber hinaus, ob der Wirkstoff überhaupt in die Bronchien gelangt, wenn er eingenommen wird.

Anwendung

Von diesem Mittel dürfen Sie nicht mehr als sechs Messbecher (sechsmal 15 Milliliter) täglich einnehmen. Länger als zwei Wochen soll das Mittel nicht angewendet werden.

Wenn sich der Husten nach vier bis fünf Tagen nicht löst, sollten Sie das Mittel nicht weiter anwenden und einen Arzt aufsuchen.

Wenn Sie das Mittel mit einem hustenstillenden Wirkstoff (z. B. Dextromethorphan) kombinieren, dürfen Sie das sekretlösende Mittel nur bis zum Nachmittag anwenden. Nehmen Sie es später ein oder am Abend, blockieren Sie mit dem hustenstillenden Mittel, das Sie vorzugsweise abends oder vor dem Schlafengehen einnehmen, das Abhusten schon gelösten Schleims. Dieser staut sich dann in den Bronchien und bietet Bakterien einen guten Nährboden.

Achtung

Diese Präparate enthalten Alkohol. Personen mit Alkoholproblemen dürfen sie nicht einnehmen. Auch Leberkranke und Menschen mit Anfallleiden sollten den Alkoholgehalt berücksichtigen. Darüber hinaus kann Alkohol die Wirkung vieler Arzneimittel (z. B. Schlaf- und Beruhigungsmittel, Psychopharmaka, starke Schmerzmittel, einige Mittel bei hohem Blutdruck) verstärken.

Gegenanzeigen

Dieses Mittel dürfen Sie nicht einnehmen, wenn Sie an einer Magen-Darm-Erkrankung leiden. Wenn Ihre Nieren nur eingeschränkt arbeiten oder wenn Sie an Asthma leiden, dürfen Sie das Mittel nur nach Rücksprache mit einem Arzt einnehmen. Das gilt auch, wenn Sie an Myasthenia gravis leiden, einer Erkrankung, bei der Nervenimpluse nicht richtig auf die Muskeln übertragen werden.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Wenn Sie Guaifenesin gleichzeitig mit Beruhigungsmitteln anwenden, kann sich deren Wirkung verstärken.

Nebenwirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

Bei bis zu 10 von 1 000 Behandelten kann es zu Übelkeit, Erbrechen und/oder Durchfall kommen.

Muss beobachtet werden

Wenn die Haut sich verstärkt rötet und juckt, reagieren Sie vermutlich allergisch auf das Mittel. Auch Nasenbluten kann ein Hinweis auf eine solche Überempfindlichkeitsreaktion sein. Dann sollten Sie es absetzen. Sind die Hauterscheinungen einige Tage später nicht deutlich abgeklungen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Sofort zum Arzt

Wenn starker Hautausschlag, Juckreiz, Herzrasen, Atemnot, Schwäche und Schwindel auftreten, müssen Sie die Anwendung sofort abbrechen und unverzüglich den Notarzt (Telefon 112) rufen, weil es sich um eine lebensbedrohliche Allergie handeln kann.

Besondere Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Dieses Mittel dürfen Sie nicht bei Kindern unter 14 Jahren anwenden. Da es ohnehin als "wenig geeignet" erachtet wird, sollten Sie auch bei Jugendlichen darauf verzichten.

Bedenken Sie, dass die Mittel Alkohol enthalten. Mittel ohne Alkohol sind vorzuziehen.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Mittel, die Guaifenesin enthalten, dürfen Sie während Schwangerschaft und Stillzeit nicht anwenden, da es Hinweise auf mögliche Fehlbildungen beim ungeborenen Kind gibt und insgesamt zu wenige Erfahrungen vorliegen.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs