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Sekretlösendes Mittel: Ambroxol

Wirkungsweise

Ambroxol ist ein sekretlösendes Mittel. Es soll dazu beitragen, dass sich der festsitzende Schleim in den Bronchien löst und leichter abgehustet werden kann. Ambroxol regt die Drüsenzellen der Bronchialschleimhaut an, mehr Sekret zu bilden. Dadurch ist der Schleim nicht mehr so klebrig und kann besser abgehustet werden.

Halsentzündung

Als Bestandteil von Lutschtabletten soll Ambroxol örtlich betäubend wirken, sodass Halsschmerzen nachlassen.

Husten

Die bisher vorliegenden Studien reichen noch nicht aus, um den therapeutischen Stellenwert abschließend zu bestimmen. Zwar gibt es eine Reihe von Studien zu diesem Wirkstoff, die Ergebnisse sind aber uneinheitlich. Dass der Husten damit tatsächlich schneller abklingt als ohne Ambroxol, ist nicht genügend belegt. Mehr als eine unterstützende Wirkung ist bei Husten von diesen Mitteln nach jetzigem Kenntnisstand nicht zu erwarten. Mittel mit Ambroxol sind deshalb nur mit Einschränkung geeignet.

Unklar ist außerdem, ob der Wirkstoff überhaupt in die Bronchien gelangt, wenn er eingenommen wird. Auch das Inhalieren der in heißem Wasser gelösten Tropfen oder Lösung ist keine Garantie dafür, dass der Wirkstoff die Bronchialschleimhaut erreicht. Davon ist nur auszugehen, wenn ein leistungsstarker elektrischer Vernebler benutzt wird. Solche Geräte gibt es normalerweise nicht für den Hausgebrauch, sie stehen vorwiegend in Arztpraxen zur Verfügung. Werden die Mittel für ein Kopfdampfbad in einer Schüssel mit heißem Wasser gelöst oder aus einem haushaltsüblichen Gerät inhaliert, bleiben die Wirkstoffe vorwiegend am Boden des Gefäßes. Sie haben einen anderen Siedepunkt als Wasser und verbinden sich deshalb nicht mit den aufsteigenden Dämpfen. Nur die sichtbaren Nebeltröpfchen enthalten auch die Wirkstoffe. Dieser Nebel gelangt aber nur in geringem Umfang in die Bronchien, er erreicht vor allem die oberen Atemwege.

Anwendung

Halsentzündung

Länger als drei Tage sollten Sie das Mittel nicht anwenden. Halten die Beschwerden weiterhin an oder setzt hohes Fieber ein, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Husten

Das sekretlösende Mittel wenden Sie zwei- bis viermal täglich an, anfangs auch häufiger.

Wenn sich der Husten nach vier bis fünf Tagen nicht löst, sollten Sie das Mittel nicht weiter anwenden und einen Arzt aufsuchen.

Wenn Sie Ambroxol in den ersten Tagen mit einem hustenstillenden Wirkstoff (z. B. Dextromethorphan) kombinieren, dürfen Sie die sekretlösenden Mittel nur bis zum Nachmittag anwenden. Nehmen Sie sie später ein oder am Abend, blockieren Sie mit den hustenstillenden Mitteln, die Sie vorzugsweise abends oder vor dem Schlafengehen einnehmen, das Abhusten schon gelösten Schleims. Dieser staut sich dann in den Bronchien und bietet Bakterien einen guten Nährboden.

Ambroxol muss hoch genug dosiert werden, damit es wirkt. In den ersten zwei bis drei Tagen sollten Sie täglich insgesamt 120 Milligramm davon einnehmen, anschließend können Sie die Dosis verringern.

Achtung

Husten

Einige Mittel (siehe Tabelle) enthalten als Konservierungsmittel Parabene. Wenn Sie auf  Parastoffe allergisch reagieren, dürfen Sie diese Mittel nicht anwenden.

Gegenanzeigen

Husten

Wenn Sie Asthma haben, dürfen Sie die Mittel nicht inhalieren, weil sich die Bronchien dabei verkrampfen können, was Atemnot auslöst.

Wenn die Funktion Ihrer Leber oder Nieren stark eingeschränkt ist, sollten Sie dieses Mittel nur nach Rücksprache mit einem Arzt anwenden. Meist ist dann eine niedrigere Dosierung sinnvoll. Wenn Sie ein Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür haben, sollte der Arzt Nutzen und Risiken einer Anwendung des Mittels sorgfältig abwägen.

Nebenwirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

Bei 1 bis 10 von 100 Behandelten fühlt sich die Zunge taub an und der Geschmackssinn kann sich verändern. Dies liegt an der örtlich betäubenden Wirkung von Ambroxol.

Muss beobachtet werden

Bei 1 bis 10 von 1 000 Behandelten treten leichte Störungen des oberen Magen-Darm-Bereiches wie z. B. Aufstoßen, Erbrechen, Übelkeit und Mundtrockenheit auf. Bei Übelkeit und Erbrechen sollten Sie das Mittel absetzen.

Wenn die Haut sich verstärkt rötet und juckt, reagieren Sie vermutlich allergisch auf das Mittel. Auch Nasenbluten kann ein Hinweis auf eine solche Überempfindlichkeitsreaktion sein. Dann sollten Sie es absetzen. Sind die Hauterscheinungen einige Tage später nicht deutlich abgeklungen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Sofort zum Arzt

Wenn starker Hautausschlag, Juckreiz, Herzrasen, Atemnot, Schwäche und Schwindel auftreten, müssen Sie die Anwendung sofort abbrechen und unverzüglich den Notarzt (Telefon 112) rufen, weil es sich um eine lebensbedrohliche Allergie handeln kann.

Die oben beschriebenen Hauterscheinungen können auch erste Anzeichen für vereinzelt auftretende, sehr schwerwiegende Reaktionen auf das Arzneimittel sein. Meist entwickeln sie sich etwa drei bis fünf Wochen nach der Anwendung. Typischerweise dehnen sich die Hautrötungen aus und es bilden sich Blasen. Auch die Schleimhäute des gesamten Körpers können betroffen und das Allgemeinbefinden wie bei einer fiebrigen Grippe beeinträchtigt sein. Bereits in diesem Stadium sollten Sie sich unbedingt an einen Arzt wenden, denn diese Hautreaktionen können sich rasch verschlimmern.

Besondere Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Halsentzündung

Kinder unter zwölf Jahren sollten die Lutschtabletten gegen Halsschmerzen nicht bekommen.

Husten

Die meisten Hustenpräparate gibt es als spezielle Zubereitungen für Kinder. Inhalieren sollten Kinder diese Mittel jedoch nicht, weil sie die Schleimhaut reizen und dadurch Husten und Atemnot auslösen können. Das gilt insbesondere für Kinder mit Asthma bronchiale.

Kindern unter zwei Jahren sollten Sie Mittel mit Ambroxol nur nach Rücksprache mit einem Arzt geben.

Die europäische Zulassungsbehörde empfiehlt darüber hinausgehend, Kinder unter zwei Jahren sicherheitshalber nicht mit einem Hustenlöser zu behandeln. Dadurch dass die Bronchien in diesem Alter noch sehr klein sind und die Fähigkeit der Lunge Schleim abzuhusten, noch nicht vollständig entwickelt ist, könnte sich das Sekret anstauen und dadurch die Entwicklung einer Entzündung der unteren Atemwege (Bronchiolitis) begünstigt werden.

Achten Sie bei älteren Kindern darauf, die im Beipackzettel empfohlene Dosis korrekt einzuhalten.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Für die Anwendung von Ambroxol in Schwangerschaft oder Stillzeit liegen keine umfassenden Erfahrungen vor. Wenn der Husten mit Inhalieren oder allgemeinen Maßnahmen jedoch nicht ausreichend zu lindern ist, können Sie die Mittel anwenden. Halten Sie vorher sicherheitshalber Rücksprache mit einem Arzt.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs