Medikamente im Test

Sekretlösendes Mittel: Acetylcystein

Wirkungsweise

Acetylcystein (ACC) ist ein sekretlösendes Mittel. Wird der festsitzende Schleim in den Bronchien gelöst, kann er leichter abgehustet werden. Acetylcystein verflüssigt das Sekret, indem es über chemische Prozesse den Schleim weniger zäh macht. Bisher reichen die vorliegenden Studien noch nicht aus, um den therapeutischen Stellenwert abschließend zu bestimmen. Zwar gibt es eine Reihe von Studien zu Acetylcystein, die Ergebnisse sind aber uneinheitlich. Dass der Husten damit tatsächlich schneller abklingt als ohne diese Medikamente, ist nicht genügend belegt. Mehr als eine unterstützende Wirkung ist bei Husten von diesem Mittel nach jetzigem Kenntnisstand nicht zu erwarten, es ist deshalb nur mit Einschränkung geeignet. Acetylcystein ist im Vergleich zu Ambroxol etwas besser untersucht und deshalb vorzuziehen.

Unklar ist, ob dieser Wirkstoff überhaupt in die Bronchien gelangt, wenn er eingenommen wird.

Anwendung

Sekretlösende Mittel wenden Sie zwei- bis viermal täglich an, anfangs auch häufiger.

Wenn sich der Husten nach vier bis fünf Tagen nicht löst, sollten Sie die Mittel nicht weiter anwenden und einen Arzt aufsuchen.

Wenn Sie ACC mit einem hustenstillenden Wirkstoff (z. B. Dextromethorphan) kombinieren, dürfen Sie das sekretlösende Mittel nur bis zum Nachmittag anwenden. Nehmen Sie sie später ein oder am Abend, blockieren Sie mit dem hustenstillenden Mittel, das Sie vorzugsweise abends oder vor dem Schlafengehen einnehmen, das Abhusten schon gelösten Schleims. Dieser staut sich dann in den Bronchien und bietet Bakterien einen guten Nährboden.

Achtung

Einige Mittel (siehe Tabelle) enthalten als Konservierungsmittel Parabene. Wenn Sie auf  Parastoffe allergisch reagieren, dürfen Sie diese Mittel nicht anwenden.

Gegenanzeigen

Wenn Sie ein Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür haben oder an Asthma leiden, sollte der Arzt Nutzen und Risiken einer Anwendung dieses Mittels sorgfältig abwägen.

Nebenwirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

Bei bis zu 10 von 1 000 Behandelten kann es zu Übelkeit, Erbrechen und/oder Durchfall kommen.

Muss beobachtet werden

Wenn die Haut sich verstärkt rötet und juckt, reagieren Sie vermutlich allergisch auf das Mittel. Auch Nasenbluten kann ein Hinweis auf eine solche Überempfindlichkeitsreaktion sein. Dann sollten Sie es absetzen. Sind die Hauterscheinungen einige Tage später nicht deutlich abgeklungen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Sofort zum Arzt

Wenn starker Hautausschlag, Juckreiz, Herzrasen, Atemnot, Schwäche und Schwindel auftreten, müssen Sie die Anwendung sofort abbrechen und unverzüglich den Notarzt (Telefon 112) rufen, weil es sich um eine lebensbedrohliche Allergie handeln kann.

Besondere Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Acetylcystein sollten Sie Kindern unter zwei Jahren nur nach Rücksprache mit einem Arzt geben.

Allerdings empfiehlt die europäische Zulassungsbehörde, Kinder unter zwei Jahren sicherheitshalber nicht mit einem Hustenlöser zu behandeln. Dadurch dass die Bronchien in diesem Alter noch sehr klein sind und die Fähigkeit der Lunge, Schleim abzuhusten, noch nicht vollständig entwickelt ist, könnte sich das Sekret anstauen und dadurch die Entwicklung einer Entzündung der unteren Atemwege (Bronchiolitis) begünstigt werden.Achten Sie bei älteren Kindern darauf, die im Beipackzettel empfohlene Dosis korrekt einzuhalten.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Für die Anwendung von Acetylcystein in Schwangerschaft oder Stillzeit liegen keine umfassenden Erfahrungen vor. Wenn der Husten mit Inhalieren oder allgemeinen Maßnahmen jedoch nicht ausreichend zu lindern ist, können Sie die Mittel anwenden. Halten Sie vorher sicherheitshalber Rücksprache mit einem Arzt.

Sie sehen nun nur noch Informationen zu: ${filtereditemslist}.

Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs