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Schmerzmittel: Paracetamol + Tramadol (Kombination)

Wirkungsweise

Dieses Kombinationsmittel enthält zwei Schmerzwirkstoffe Paracetamol und das Opioid Tramadol. Näheres zu den Einzelsubstanzen finden Sie unter Paracetamol und Tramadol.

Die Wirksamkeit des Mittels bei akuten Schmerzen steht außer Frage. Die Kombination wirkt stärker und länger als die jeweiligen Einzelbestandteile. Allerdings ließen sich für diese Präparate im Vergleich mit Ibuprofen als Schmerzmittel keine Vorteile bei der Wirksamkeit feststellen. Die Kombination gilt nur dann als "geeignet", wenn ihre einzelnen Komponenten zur Schmerzlinderung genau so dosiert werden müssen, wie es in der Kombination vorgegeben ist.

Anwendung

Zu Beginn der Behandlung werden zwei Tabletten eingenommen. Im Verlauf eines Tages dürfen höchstens acht Tabletten eingenommen werden. Zwischen den jeweiligen Medikamentengaben sollten mindestens sechs Stunden vergehen.

Achtung

Aufgrund des Anteils an Paracetamol gilt:

Bei einer gestörten Leberfunktion, wie sie z. B. bei Alkoholmissbrauch oder Leberentzündungen vorkommt, kann das Mittel stärker wirken. Dann kann eine sonst ungefährliche Dosis bereits zu Vergiftungserscheinungen führen. In dieser Situation muss Paracetamol geringer dosiert werden. Ist bei Menschen mit leichter Leberfunktionsstörung die Einnahme von Paracetamol unumgänglich, darf die Tagesdosis zwei Gramm nicht überschreiten.

Wenn die Funktion der Nieren eingeschränkt ist, sollten mindestens zwölf Stunden zwischen der Einnahme von zwei Medikamentenportionen liegen.

Wird das Mittel längere Zeit öfter als zehn Tage im Monat eingenommen, können Dauerkopfschmerzen entstehen. Auch das Risiko für Schäden an den Nieren steigt. Hinweise zur Vermeidung einer Überdosierung finden Sie unter Paracetamolvergiftung.

Gegenanzeigen

Unter folgenden Bedingungen dürfen Sie dieses Kombinationsmittel nicht anwenden:

  • Sie haben eine schwere Nieren- oder Leberfunktionsstörung.
  • Sie haben in den letzten beiden Wochen MAO-Hemmer wie Tranylcypromin (bei Depressionen) eingenommen oder nehmen diese immer noch ein.

Unter folgenden Bedingungen muss der Arzt Nutzen und Risiken der Anwendung besonders sorgfältig abwägen:

  • Ihre Atmung ist erheblich gestört, es liegt eine Bewusstseinsstörung vor oder der Blutdruck ist stark abgesunken, weil Sie viel Blut verloren haben.
  • Bei Ihnen liegt eine Gallenwegserkrankung vor.
  • Sie haben einen Gehirntumor oder erhöhten Hirndruck.
  • Sie neigen zu Krämpfen, die vom Gehirn ausgehen (z. B. bei Epilepsien) oder nehmen Medikamente ein, die eine Krampfbereitschaft fördern können.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Wenn Sie noch andere Medikamente nehmen, ist zu beachten:

  • Alle Mittel, die die Gehirnfunktion dämpfen, wie Benzodiazepine (bei Angststörungen), Schlafmittel, Mittel bei Depressionen, Schizophrenien und anderen Psychosen sowie bei Allergien, können die atemlähmende Wirkung des Opioids Tramadol verstärken.
  • Bei gleichzeitiger Anwendung dieses Mittels mit einem Benzodiazepin (bei Schlafstörungen oder Angst- und Zwangsstörungen) verdoppelt sich das Risiko, dass unerwünschte Wirkungen wie Schwindel, Benommenheit und Atemprobleme auftreten, die eine Krankenhauseinweisung erforderlich machen.
  • Die gleichzeitige Anwendung von Tramadol mit Medikamenten wie Amitriptylin und Fluoxetin (bei Depressionen) erhöht die Gefahr für Krampfanfälle.
  • Folgende Medikamente können die Leber für die Giftwirkung von Paracetamol empfindlicher machen: Phenobarbital, Phenytoin und Carbamazepin (bei Epilepsien) sowie Isoniazid und Rifampicin (bei Tuberkulose).

Unbedingt beachten

Die zeitgleiche Einnahme dieses Schmerzmittels mit einem MAO-Hemmer (Tranylcypromin oder Moclobemid bei Depressionen, Selegilin bei Parkinsonkrankheit) kann das lebensbedrohliche Serotonin-Syndrom mit Erregungszuständen, Bewusstseinstrübung, Muskelzittern und -zucken sowie Blutdruckabfall auslösen. Nach einer Behandlung mit MAO-Hemmern müssen mindestens zwei Wochen verstreichen, bevor Sie dieses Schmerzmittel einnehmen dürfen. Die gleiche Zeit muss vergehen, bis Sie nach einer Behandlung mit diesem Schmerzmittel einen MAO-Hemmer einnehmen dürfen. Ein Serotonin-Syndrom kann sich möglicherweise auch bei der gleichzeitigen Anwendung dieses Schmerzmittels mit SSRI (bei Depressionen) einstellen.

Wechselwirkungen mit Speisen und Getränken

Alkohol kann die atemlähmende Wirkung von Tramadol verstärken. Bei Menschen, die öfter mehr als drei Gläser Alkohol am Tag trinken, kann die Leber bereits empfindlicher für die Giftwirkung von Paracetamol sein.

Nebenwirkungen

Das Mittel kann Ihre Leberwerte beeinflussen, was Zeichen einer beginnenden Leberschädigung sein kann. Sie selbst bemerken in der Regel davon nichts, sondern es fällt nur bei Laborkontrollen durch den Arzt auf. Ob und welche Konsequenzen dies für Ihre Therapie hat, hängt sehr vom individuellen Fall ab. Bei einem lebensnotwendigen Medikament ohne Alternative wird man es oft tolerieren und die Leberwerte häufiger kontrollieren, in den meisten anderen Fällen wird Ihr Arzt das Medikament absetzen oder wechseln.

Keine Maßnahmen erforderlich

Über vermehrtes Schwitzen berichtet nahezu die Hälfte der Anwender, Juckreiz empfinden mehr als 10 von 100 Personen. Magenschmerzen, Aufstoßen und Übelkeit sind harmlos und vergehen, wenn das Mittel nicht mehr eingenommen wird.

Bei Fieber verstärkt Paracetamol das Schwitzen.

Muss beobachtet werden

Übelkeit und Erbrechen treten meistens zu Beginn der Behandlung auf, besonders bei bettlägerigen Personen nach der ersten Gabe. Wenn Sie sich innerhalb der ersten Stunde übergeben, spucken Sie das Medikament meist mit aus und es wirkt nicht. Sprechen Sie dann den Arzt auf ein Medikament gegen Übelkeit an.

Verstopfung ist eine häufige unerwünschte Wirkung. Mit ballaststoffreicher Kost ist dem kaum entgegenzuwirken, sie muss vielmehr gezielt mit Abführmitteln behandelt werden. Gelingt damit keine Besserung, muss die Behandlung abgebrochen werden.

Möglicherweise sehen Sie verschwommen, doppelt und die Augen zittern. Hält dieses länger als drei Tage an, wenden Sie sich an den Arzt.

Benommenheit, Müdigkeit und Verwirrtheit verstärken sich bei höherer Dosierung.

Es können Kopfschmerzen und Schlafstörungen auftreten. Der Blutdruck kann abfallen, Schwindel und Herzklopfen können auftreten. Besprechen Sie dieses mit dem Arzt.

Die Bronchialmuskulatur kann sich verkrampfen, sodass es zu einem asthmaähnlichen Anfall kommt. Besonders betroffen sind Menschen mit einer Lungenerkrankung.

Vor allem Männer mit vergrößerter Prostata können Probleme bekommen, die Blase zu entleeren.

Wenn die Haut sich verstärkt rötet und juckt, reagieren Sie möglicherweise allergisch auf das Mittel. Bei solchen Hauterscheinungen sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um zu klären, ob es sich tatsächlich um eine allergische Hautreaktion handelt, Sie das Mittel ersatzlos absetzen können oder ein Alternativmedikament benötigen.

Durch den Anteil an Tramadol in dem Mittel können vermehrt Unterzuckerungen auftreten. Wenn Sie stark schwitzen, häufiger nervös, zittrig und unruhig, unkonzentriert oder aggressiv sind, Ihr Herz schnell schlägt oder Heißhungerattacken auftreten, sind das Anzeichen einer Unterzuckerung. Dann sollten Sie sofort etwas Zuckerhaltiges trinken oder essen und baldmöglichst den Arzt ansprechen. Er muss dann den Nutzen und das Risiko einer Anwendung von Tramadol neu abwägen.

Sofort zum Arzt

Bei einer ausgeprägten Veränderung der Persönlichkeit mit Traurigkeit und depressiver Stimmung wenden Sie sich an den Arzt. Diese Aufforderung richtet sich auch an die Angehörigen, die solche Gemütsverstimmungen beim Patienten bemerken.

Das Mittel kann die Leber schwer schädigen. Typische Anzeichen dafür sind: eine dunkle Verfärbung des Urins, eine helle Verfärbung des Stuhlgangs oder es entwickelt sich eine Gelbsucht (erkennbar an einer gelb verfärbten Augenbindehaut), oft begleitet von starkem Juckreiz am ganzen Körper. Tritt eines dieser für einen Leberschaden charakteristischen Krankheitszeichen auf, müssen Sie sofort zum Arzt gehen.

Anhaltende Nierenschmerzen, eine plötzlich verringerte Urinmenge oder Blut im Urin sollten Sie sofort zum Arzt führen. Es besteht der Verdacht, dass die regelmäßige Einnahme von Paracetamol eine Schmerzmittelniere ausgelöst hat, die zum Nierenversagen führen kann. Ab welcher Menge Paracetamol einen solchen Nierenschaden auslöst, ist noch nicht sicher; er wird aber wahrscheinlicher, wenn die Nierendurchblutung verringert ist. Das ist vor allem dann der Fall, wenn Paracetamol mit anderen Schmerzmitteln kombiniert oder in einer Menge, die die Höchstdosis überschreitet, eingenommen wird.

Die oben beschriebenen Hauterscheinungen können in sehr seltenen Fällen auch erste Anzeichen für andere sehr schwerwiegende Reaktionen auf das Arzneimittel sein. Meist entwickeln diese sich während der Anwendung des Mittels nach Tagen bis Wochen. Typischerweise dehnen sich die Hautrötungen aus und es bilden sich Blasen ("Syndrom der verbrühten Haut"). Auch die Schleimhäute des gesamten Körpers können betroffen und das Allgemeinbefinden wie bei einer fiebrigen Grippe beeinträchtigt sein. Bereits in diesem Stadium sollten Sie sich sofort an einen Arzt wenden, denn diese Hautreaktionen können sich rasch lebensbedrohlich verschlimmern.

Wenn sich schwere Hauterscheinungen mit Rötung und Quaddeln an Haut und Schleimhäuten sehr rasch (meist innerhalb von Minuten) entwickeln und zusätzlich Luftnot oder eine Kreislaufschwäche mit Schwindel und Schwarzsehen, oder Durchfälle und Erbrechen auftreten, kann es sich um eine lebensbedrohliche Allergie bzw. einen lebensbedrohlichen allergischen Schock (anaphylaktischer Schock) handeln. In diesem Fall müssen Sie die Behandlung mit dem Medikament sofort stoppen und den Notarzt (Telefon 112) verständigen.

Tramadol kann die Zahl der Atemzüge und die Atemtiefe (Atemdepression) verringern. Wer einen Schwerkranken betreut, sollte auf dessen Atmung achten. Sind nur noch vier bis sechs statt der üblichen zwölf Atemzüge pro Minute feststellbar, müssen Sie sofort den Arzt rufen.

Besondere Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Die Wirksamkeit und Sicherheit der Kombination ist für Kinder unter zwölf Jahren nicht belegt. Sie sollten daher damit nicht behandelt werden.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Die Präparate sollten während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, da eine schädliche Wirkung nicht ausgeschlossen werden kann. Auch während der Stillzeit sollte die Einnahme unterbleiben, da Tramadol in die Muttermilch übergeht und beim Kind Atemprobleme verursachen kann.

Für ältere Menschen

Personen, die älter sind als 75 Jahre, sollten besonders darauf achten, dass zwischen den jeweiligen Tabletteneinnahmen mindestens sechs Stunden verstreichen.

Zur Verkehrstüchtigkeit

Vor allem wegen der Benommenheit und Müdigkeit sollten Sie während der Behandlung nicht aktiv am Verkehr teilnehmen, keine Maschinen bedienen und keine Arbeiten ohne sicheren Halt verrichten.

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