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Schmerzmittel + Mittel gegen Übelkeit: Paracetamol + Metoclopramid (Kombination)

Wirkungsweise

Die Kombination aus dem Schmerzmittel Paracetamol und Metoclopramid, einem Wirkstoff gegen Übelkeit, kann zur Behandlung eines akuten Migräneanfalls eingesetzt werden. Testergebnis Migränerton

Beide Substanzen sind für sich genommen bei Migräne auch sinnvoll. Es gibt Hinweise, dass die festgelegte Kombination eines Schmerzmittels mit Metoclopramid Übelkeit und Erbrechen deutlicher bessert als ein Schmerzmittel allein. Sicher ist das für Migränerton aber noch nicht, da in den Untersuchungen ein anderes Schmerzmittel als das hier eingesetzte Paracetamol verwendet wurde. Es fehlen somit noch Studien, die das Kombinationspräparat direkt mit den Einzelstoffen vergleichen.

Zudem ist unklar, ob das Kombinationsmittel der empfohlenen zeitversetzten Einnahme der Einzelstoffe ebenbürtig ist. Bisher lautet die Maßgabe nämlich, dass für einen optimalen therapeutischen Effekt das Magenmittel 15 bis 30 Minuten vor dem Schmerzmittel eingenommen werden soll. Aus diesen Gründen wird das Kombinationspräparat als "wenig geeignet" eingestuft.

Hinweise zur Vermeidung einer Überdosierung des Inhaltsstoffs Paracetamol finden Sie bei "Schmerzen" unter Paracetamol-Vergiftung.

Achtung

Da Migränerton Paracetamol enthält, müssen Sie aufmerksam auf die Dosis achten. Die Einnahme von Paracetamol über sehr lange Zeit und in einer Menge, die die Höchstdosis von 3000 Milligramm überschreitet, birgt das Risiko, dass Dauerkopfschmerzen entstehen. Auch das Risiko für Schäden an den Nieren steigt.

Bei einer gestörten Leberfunktion, wie sie z. B. bei Alkoholmissbrauch oder Leberentzündungen vorkommt, kann Paracetamol stärker wirken. Dann kann eine sonst ungefährliche Dosis bereits zu Vergiftungserscheinungen führen.

Außerdem darf die Kombination aufgrund des enthaltenen Metoclopramid bei einer Funktionsstörung der Leber oder Nieren nur in verringerter Dosierung angewendet werden.

Gegenanzeigen

Unter folgenden Bedingungen dürfen Sie das Mittel aufgrund des Anteils an Metoclopramid nicht anwenden:

  • Sie haben zusätzlich zur Übelkeit kolikartige Bauchschmerzen und ein ungewöhnliches Völlegefühl. Das deutet auf einen Darmverschluss hin.
  • Sie erbrechen Blut. Das weist auf ein blutendes Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür hin.
  • Sie haben sehr heftige Bauchschmerzen und sind am Bauch sehr berührungsempfindlich. Das kann bedeuten, dass ein Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür in die Bauchhöhle durchbricht.
  • Sie leiden an Epilepsie. Metoclopramid kann die Krampfbereitschaft erhöhen.
  • Sie leiden an der Parkinsonkrankheit oder bei Ihnen sind schon einmal vergleichbare Bewegungsstörungen aufgetreten. Das Mittel kann Bewegungsstörungen verstärken.
  • Sie haben einen Tumor, dessen Wachstum durch das Hormon Prolaktin gefördert wird (z. B. Brustkrebs).

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Wenn Sie noch andere Medikamente nehmen, sind folgende Wechselwirkungen zu beachten.

Aufgrund des Anteils an Paracetamol: Carbamazepin, Phenobarbital und Phenytoin (bei Epilepsien) sowie Isoniazid und Rifampicin (beide bei Tuberkulose) können die Leber für die Giftwirkung von Paracetamol empfindlicher machen.

Aufgrund des Anteils an Metoclopramid:

  • Anticholinergika (bei Parkinsonkrankheit) können die motilitätssteigernde Wirkung von Metoclopramid beeinträchtigen.
  • Metoclopramid kann die Wirkung von Levodopa (bei Parkinsonkrankheit) und Paracetamol (bei Schmerzen) verstärken.
  • Wenn Sie metoclopramidhaltige Mittel zusammen mit Neuroleptika wie Fluphenazin oder Thioridazin (bei Schizophrenien und anderen Psychosen) und/oder Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmstoffen (SSRI wie Fluoxetin und Paroxetin, bei Depressionen) einnehmen, können häufiger Bewegungsstörungen auftreten.
  • Zusammen mit SSRI (bei Depressionen) kann sich zudem ein bedrohliches Serotonin-Syndrom mit Erregungszuständen, Bewusstseinstrübung, Muskelzittern und -zucken sowie Blutdruckabfall entwickeln. Die gleichzeitige Anwendung soll daher vermieden werden.
  • Wenn Sie Metoclopramid zusammen mit Wirkstoffen wie Benzodiazepinen, Opioiden, Antihistaminika oder bestimmten Antidepressiva wie Amitriptylin oder Mirtazapin einnehmen, können sich deren müdemachenden Eigenschaften verstärken.

Unbedingt beachten

Wegen des Anteils an Metoclopramid dürfen Sie dieses Mittel nicht zusammen mit Levodopa oder Dopaminagonisten, wie Bromocriptin, Lisurid, Ropinirol oder Rotigotin (alle bei Parkinsonkrankheit), anwenden, weil sich die Mittel in ihrer Wirkung gegenseitig aufheben können.

Wechselwirkungen mit Speisen und Getränken

Während der Einnahme dieses Mittels sollten Sie keinen Alkohol trinken. Bei Menschen, die öfter mehr als drei Gläser Alkohol am Tag trinken, kann die Leber bereits empfindlicher für die Giftwirkung von Paracetamol sein. Außerdem verstärkt Metoclopramid, das Mittel gegen Übelkeit in diesem Kombinationsmittel, die Wirkung von Alkohol. Das kann die Reaktionsfähigkeit noch weiter herabsetzen.

Nebenwirkungen

Das Mittel kann Ihre Leberwerte beeinflussen, was Zeichen einer beginnenden Leberschädigung sein kann. Sie selbst bemerken in der Regel davon nichts, sondern es fällt nur bei Laborkontrollen durch den Arzt auf. Ob und welche Konsequenzen dies für Ihre Therapie hat, hängt sehr vom individuellen Fall ab. Bei einem lebensnotwendigen Medikament ohne Alternative wird man es oft tolerieren und die Leberwerte häufiger kontrollieren, in den meisten anderen Fällen wird Ihr Arzt das Medikament absetzen oder wechseln.

Keine Maßnahmen erforderlich

Bei 1 bis 10 von 100 Personen tritt Durchfall auf.

Mehr als 1 von 10 Anwendern fühlen sich benommen, schläfrig oder schwach. Bei 1 bis 10 von 1 000 fällt der Blutdruck ab, was sich durch plötzlich auftretenden Schwindel, Schwäche und Blässe oder unnormal kalte Hände oder Füße bemerkbar machen kann.

Muss beobachtet werden

Bei 1 bis 10 von 100 Behandelten kommt es zu Bewegungsstörungen. Typisch dafür sind Muskelkrämpfe oder unwillkürliche Muskelzuckungen im Gesicht, an Hals oder Nacken oder die Unfähigkeit, still zu sitzen (Dyskinesien). Bei diesen Beschwerden sollten Sie so bald wie möglich einen Arzt aufsuchen. Diese unerwünschten Wirkungen treten gehäuft bei älteren Menschen auf, vor allem wenn sie Metoclopramid hoch dosieren und lange anwenden. Die Beschwerden werden dann leicht mit einer Parkinsonkrankheit verwechselt und fälschlicherweise mit Mitteln gegen diese Krankheit behandelt. Wenn solche Symptome auftreten, sollten Sie einen Arzt aufsuchen und ihn darauf hinweisen, dass Sie Mittel gegen Übelkeit einnehmen und die Symptome möglicherweise eine Nebenwirkung dieser Mittel sind.

1 bis 10 von 1 000 Behandelten erleben Halluzinationen. Diese unerwünschte Wirkung tritt vornehmlich bei hoher Dosierung auf. Wenn Sie sich verwirrt fühlen oder Dinge wahrnehmen, die andere nicht erkennen können, sollten Sie sich mit einem Arzt beraten.

Wenn die Haut sich verstärkt rötet und juckt, reagieren Sie möglicherweise allergisch auf das Mittel. Bei solchen Hauterscheinungen sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um zu klären, ob es sich tatsächlich um eine allergische Hautreaktion handelt und Sie ein Alternativmedikament benötigen.

Sofort zum Arzt

Das Mittel kann die Leber schwer schädigen. Typische Anzeichen dafür sind: eine dunkle Verfärbung des Urins, eine helle Verfärbung des Stuhlgangs oder es entwickelt sich eine Gelbsucht (erkennbar an einer gelb verfärbten Augenbindehaut), oft begleitet von starkem Juckreiz am ganzen Körper. Tritt eines dieser für einen Leberschaden charakteristischen Krankheitszeichen auf, müssen Sie sofort zum Arzt gehen.

Anhaltende Nierenschmerzen, eine plötzlich verringerte Urinmenge oder Blut im Urin sollten Sie sofort zum Arzt führen. Es besteht der Verdacht, dass die regelmäßige Einnahme von Paracetamol eine Schmerzmittelniere ausgelöst hat, die zum Nierenversagen führen kann. Ab welcher Menge Paracetamol einen solchen Nierenschaden auslöst, ist noch nicht sicher; er wird aber wahrscheinlich, wenn die Nierendurchblutung verringert ist. Das ist vor allem dann der Fall, wenn Paracetamol mit anderen Schmerzmitteln kombiniert oder in einer Menge, die die Höchstdosis überschreitet, eingenommen wird.

Wenn sich schwere Hauterscheinungen mit Rötung und Quaddeln an Haut und Schleimhäuten sehr rasch (meist innerhalb von Minuten) entwickeln und zusätzlich Luftnot oder eine Kreislaufschwäche mit Schwindel und Schwarzsehen oder Durchfälle und Erbrechen auftreten, kann es sich um eine lebensbedrohliche Allergie bzw. einen lebensbedrohlichen allergischen Schock (anaphylaktischer Schock) handeln. In diesem Fall müssen Sie die Behandlung mit dem Medikament sofort stoppen und den Notarzt (Telefon 112) verständigen.

Bei Fieber mit Halsschmerzen und Schüttelfrost sollten Sie sofort einen Arzt informieren. Es können die ersten Symptome einer Blutbildungsstörung sein. Besonders die weißen Blutkörperchen, die bei der Infektionsabwehr eine wichtige Rolle spielen, können durch Paracetamol verringert werden (Agranulozytose).

Wenn Bewegungs- und Bewusstseinsstörungen gleichzeitig mit hohem Fieber auftreten und eventuell noch Herzrasen, schnelles Atmen und Atemnot, Speichelfluss und Schwitzen hinzukommen, kann es sich um das lebensbedrohliche maligne neuroleptische Syndrom handeln. Da Fiebermittel nicht sicher wirken, sollte die erhöhte Temperatur mit Wadenwickeln oder Kühlbädern gesenkt werden. Das Mittel muss abgesetzt und sofort der Notarzt (Telefon 112) gerufen werden. Der Kranke braucht eine intensivmedizinische Behandlung.

Besondere Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Das Mittel darf bei Kindern unter 14 Jahren nicht angewendet werden. Die Jugendlichen sollten außerdem mindestens 43 Kilogramm wiegen.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Über die Anwendung dieses Kombinationspräparats während der ersten drei Schwangerschaftsmonate und während der Stillzeit liegen keine ausreichenden Erkenntnisse vor. Sicherheitshalber sollte es nicht angewendet werden. Im späteren Verlauf einer Schwangerschaft ist sein Einsatz nur zu vertreten, wenn es unbedingt notwendig ist.

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