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Schmerz- und Fiebermittel: Acetylsalicylsäure + Vitamin C (Kombination)

Wirkungsweise

Diese Präparate kombinieren Acetylsalicylsäure (ASS) mit Vitamin C (Ascorbinsäure). Acetylsalicylsäure wirkt schmerzstillend und fiebersenkend. Näheres zur Wirkweise lesen Sie unter Acetylsalicylsäure.

Vitamin C hat keine derartigen Effekte und unterstützt solche auch nicht. Es könnte sein, dass es den Produkten zugesetzt ist, um ihre Verwendung bei Erkältungskrankheiten nahezulegen. Allerdings gibt es bisher keine kontrollierten klinischen Studien, die nachweisen könnten, dass kurzzeitig eingenommenes Vitamin C die Dauer einer Erkältung verkürzt.

Acetylsalicylsäure wirkt am schnellsten und ist für Magen, Darm und Speiseröhre am besten verträglich, wenn sie mit viel Wasser eingenommen wird.

Geeignet wären diese Mittel, wenn sie nur den Schmerzwirkstoff enthielten. Der Zusatz von Vitamin C ist überflüssig. Weil die Brausetabletten aber die Bedingung erfüllen, dass Schmerzmittel in viel Wasser gelöst eingenommen werden sollen, werden sie als "auch geeignet" bewertet.

Anwendung

Die Brausetabletten werden in einem Glas Wasser aufgelöst und getrunken. Wie viele Tabletten am Tag höchstens eingenommen werden sollen, hängt davon ab, wie viel Acetylsalicylsäure das jeweilige Präparat pro Tablette enthält: Aspirin plus C enthält 400 Milligramm Acetylsalicylsäure pro Tablette (maximal sechs Tabletten pro Tag) und ASS + C-ratiopharm 600 Milligramm (maximal fünf Tabletten pro Tag). Aspirin plus C forte enthält 800 Milligramm Acetylsalicylsäure pro Tablette (maximal 3 Tabletten pro Tag). Pro Tag sollten Sie nicht mehr als drei Gramm Acetylsalicylsäure einnehmen.

Achtung

In der Woche vor einer Zahnbehandlung oder einer geplanten Operation sollten Sie kein Präparat mit ASS einnehmen. Schon eine einzige Tablette kann die Zeit, bis das Blut gerinnt, erheblich verlängern.

Wenn Sie ungeplant operiert werden oder Ihnen aus anderen Gründen eine Injektion verabreicht wird, etwa im Fall von Rückenschmerzen, Bandscheibenvorfall oder bei Gelenkinjektionen, müssen Sie Ihren Arzt informieren, wenn Sie in den letzten Tagen ASS eingenommen haben.

Werden diese Kombinationsmittel längere Zeit öfter als zehn Tage im Monat eingenommen, können Dauerkopfschmerzen entstehen. Auch das Risiko für Schäden an den Nieren steigt.

Gegenanzeigen

Unter folgenden Bedingungen dürfen Sie die Mittel nicht einnehmen:

  • Sie haben Nierensteine. Diese Einschränkung beruht auf dem Anteil an Vitamin C.
  • Sie haben oder hatten ein Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür.
  • Nach der Anwendung von Salicylaten oder NSAR haben Sie bereits einmal einen Asthmaanfall erlitten, allergische Hautreaktionen oder einen allergischen Schnupfen gehabt. Dann sind nach der Anwendung von ASS die gleichen Reaktionen zu befürchten.
  • Sie leiden an einer nicht ausreichend behandelten schweren Herzschwäche.
  • Sie neigen aufgrund einer Veranlagung oder Krankheit zu Blutungen oder Sie nehmen gerinnungshemmende Medikamente (bei erhöhter Thrombosegefahr) ein.
  • Sie nehmen Methotrexat (bei entzündlichem Rheuma, Krebserkrankungen) in einer Dosierung von mehr als 15 Milligramm pro Woche ein.

Unter folgenden Bedingungen sollten Sie die Mittel nur nach Rücksprache mit einem Arzt einsetzen, wenn dieser Nutzen und Risiken der Anwendung sorgfältig abgewogen hat:

  • Sie hatten in der Vergangenheit ein Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür.
  • Sie haben einen Nierenschaden.
  • Die Funktion Ihrer Leber ist gestört.
  • Sie haben Asthma oder Nasenpolypen oder neigen zu Allergien.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Wenn Sie noch andere Medikamente nehmen, ist zu beachten:

  • Werden die Mittel zusammen mit nichtsteroidalen Antirheumatika, NSAR, (bei Schmerzen, Fieber, Gelenkerkrankungen) angewendet, steigt das Risiko für Schäden am Magen.
  • Cortisonhaltige Mittel können bei innerlicher Anwendung die schädliche Wirkung des ASS-Anteils in den Tabletten auf den Magen verstärken. Dadurch steigt das Risiko für Blutungen.
  • Durch den ASS-Anteil in den Tabletten kann Methotrexat (bei entzündlichem Rheuma, Krebserkrankungen) erheblich stärker wirken. Die beiden Medikamente dürfen Sie deshalb nicht gleichzeitig anwenden, wenn Sie mehr als 15 Milligramm Methotrexat pro Woche bekommen.
  • Der ASS-Anteil in den Tabletten kann die Wirkung von Valproinsäure (bei Epilepsien) verstärken. Nehmen Sie das Mittel nur ab und zu ein, ist das Problem gering; dauert die Behandlung länger als ein paar Wochen, steigt das Risiko für unerwünschte Wirkungen des Epilepsiemittels. Eventuell muss der Arzt dann die Konzentration des Epilepsiemittels im Blut bestimmen und die Dosierung entsprechend verringern.
  • Durch den ASS-Anteil in den Tabletten kann sich die Wirkung von blutdrucksenkenden Mitteln vermindern.
  • Durch selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI, bei Depressionen) können sich die unerwünschten Wirkungen von ASS auf den Magen und die Blutgerinnung verstärken. Bei einem erhöhten Risiko für Magenblutungen sollten Sie diese Kombination vermeiden.
  • Bei einer Dosierung von mehr als zwei Gramm Acetylsalicylsäure am Tag sollten Sie nicht gleichzeitig Acetazolamid (Tabletten bei grünem Star) einnehmen. Andernfalls können Verwirrtheitszustände, Bewusstseinsstörungen, Tinnitus und Kopfschmerzen auftreten.
  • Durch den ASS-Anteil in den Tabletten senken Benzbromaron und Probenezid (bei Gicht) den Harnsäuregehalt im Blut weniger stark. Sie sollten diese Wirkstoffe nicht gleichzeitig anwenden.

Unbedingt beachten

Der ASS-Anteil in den Tabletten verstärkt die Wirkung der gerinnungshemmenden Mittel Phenprocoumon und Warfarin sowie von Clopidogrel, Prasugrel und Ticlopidin, die bei erhöhter Thrombosegefahr als Tabletten eingenommen werden. Dadurch erhöht sich das Risiko für innere Blutungen. Diese Wechselwirkung ist von der ASS-Dosierung abhängig. Bei der ASS-Menge, die für eine Schmerzbehandlung notwendig ist, ist sie besonders ausgeprägt. Wenn Sie die genannten Wirkstoffe einnehmen, dürfen Sie daher ASS nicht gleichzeitig als Schmerzmittel anwenden. Näheres hierzu finden Sie unter Mittel zur Blutverdünnung: verstärkte Wirkung.

ASS kann in einer Dosierung von mehr als zwei bis drei Gramm pro Tag die Wirkung von Sulfonylharnstoff-Tabletten und von Insulin (bei Diabetes) verstärken. Dann werden Unterzuckerungen wahrscheinlicher. Näheres hierzu finden Sie unter Mittel zur Blutzuckersenkung: verstärkte Wirkung.

Wechselwirkungen mit Speisen und Getränken

Größere Mengen oder regelmäßiger Konsum von Alkohol können die unerwünschten Wirkungen der Mittel verstärken. Wegen des ASS-Anteils in den Tabletten steigt das Risiko für Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre und -blutungen.

Nebenwirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

Es können Magenschmerzen, Aufstoßen, Übelkeit und Durchfall auftreten. Wenn Sie das Schmerzmittel absetzen, legen sich diese Beschwerden wieder.

Muss beobachtet werden

Halten die beschriebenen Magenbeschwerden an, sollten Sie sich an einen Arzt wenden. Es kann sein, dass sich ein Magengeschwür gebildet hat.

Schäden in der Magenschleimhaut und Magengeschwüre können auch vorkommen, ohne Schmerzen zu bereiten. Aus solchen Stellen kann es immer wieder bluten. Das geronnene Blut färbt den Stuhl auffällig dunkel. Dann sollten Sie möglichst bald einen Arzt aufsuchen.

Ein anhaltender geringfügiger Blutverlust kann auch unbemerkt bleiben. Dann kann sich im Laufe der Zeit eine Blutarmut ausbilden. Sie äußert sich durch Konzentrationsschwäche, Kopfschmerzen, rasche Ermüdbarkeit, eventuell raue und rissige Haut sowie brüchige Nägel. Bei solchen Symptomen sollten Sie ebenfalls einen Arzt aufsuchen.

Durch ASS verlängert sich die Zeit, bis das Blut gerinnt. Dann blutet es z. B. nach einem Schnitt in den Finger länger als sonst. Bemerken Sie kleine rote Punkte in der Haut, kann es sich um Einblutungen handeln, die der Arzt beurteilen sollte.

Wenn die Haut sich verstärkt rötet und juckt, reagieren Sie möglicherweise allergisch auf das Mittel. Haben Sie sich das Mittel zur Eigenbehandlung ohne Rezept besorgt, sollten Sie es absetzen. Sind die Hauterscheinungen auch einige Tage nach dem Absetzen nicht deutlich abgeklungen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Sofort zum Arzt

Wenn sich schwere Hauterscheinungen mit Rötung und Quaddeln an Haut und Schleimhäuten sehr rasch (meist innerhalb von Minuten) entwickeln und zusätzlich Luftnot oder eine Kreislaufschwäche mit Schwindel und Schwarzsehen, oder Durchfälle und Erbrechen auftreten, kann es sich um eine lebensbedrohliche Allergie bzw. einen lebensbedrohlichen allergischen Schock (anaphylaktischer Schock) handeln. In diesem Fall müssen Sie die Behandlung mit dem Medikament sofort stoppen und den Notarzt (Telefon 112) verständigen. Eine solche Überempfindlichkeit tritt bei Menschen häufiger auf, die unter Nasenpolypen, Nesselsucht oder Asthma leiden und auf Farbstoffe oder Lebensmittelzusätze allergisch reagieren. Sie sollten vorsichtshalber ein anderes Schmerzmittel, z. B. Paracetamol, wählen.

Wenn plötzlich heftige Bauchschmerzen einsetzen, die bis in den Rücken ausstrahlen, oder wenn Sie sogar Blut erbrechen, ist davon auszugehen, dass es aus einem Magengeschwür stark blutet. Möglicherweise hat es auch die Magenwand durchbrochen. Dann müssen Sie sofort den Notarzt (Telefon 112) rufen. Derartig schwere Nebenwirkungen können selbst dann auftreten, wenn Sie täglich nur 100 Milligramm ASS einnehmen.

Hörstörungen, Ohrgeräusche, Schwindel und Zustände wie im Delirium (Bewusstseinsstörungen, keine zeitliche und räumliche Orientierung, das Sehen von Trugbildern, Schwitzen, Zittern und Unruhe) lassen vermuten, dass ASS zu hoch dosiert wurde. In diesem Fall sollten Sie sich sofort an einen Arzt wenden.

Anhaltende Nierenschmerzen, eine plötzlich verringerte Urinmenge oder Blut im Urin sollten Sie sofort zum Arzt führen. Es besteht der Verdacht, dass die regelmäßige Einnahme von ASS eine Schmerzmittelniere ausgelöst hat, die zum Nierenversagen führen kann. Ab welcher Menge ASS einen solchen Nierenschaden auslöst, ist noch nicht sicher; er wird aber wahrscheinlicher, wenn die Nierendurchblutung verringert ist. Das ist beispielsweise der Fall, wenn zusätzlich Medikamente eingenommen werden, die die Nierenfunktion beeinträchtigen, wie etwa andere Schmerzmittel, und wenn bereits ein Nierenschaden besteht, etwa bei Diabetes.

Besondere Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Kinder unter zwölf Jahren sollten keine Mittel mit Acetylsalicylsäure bekommen. Vor allem wenn sie gleichzeitig einen Virusinfekt wie Grippe oder Windpocken haben, besteht das seltene Risiko, dass ASS ein Reye-Syndrom auslöst, bei dem schwere Leber- und Hirnschäden möglich sind. Erstes Symptom ist lang anhaltendes Erbrechen; später ist das Kind nur noch schlecht ansprechbar und hat Zustände wie im Delirium (Bewusstseinsstörungen, keine zeitliche und räumliche Orientierung, das Sehen von Trugbildern, Schwitzen, Zittern und Unruhe). Rufen Sie bei solchen Anzeichen sofort einen Arzt. Diese Nebenwirkung kann zum Tod führen.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Während der Schwangerschaft sollten Sie Schmerzmittel nur einnehmen, wenn es wirklich erforderlich ist. ASS gehört allerdings nicht zu den bevorzugten Schmerzmitteln; Sie sollten es möglichst meiden. Dennoch brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen, wenn Sie in den ersten beiden Schwangerschaftsdritteln einmal zu ASS gegriffen haben. Haben Sie hingegen während des letzten Schwangerschaftsdrittels regelmäßig ASS in der Dosierung eingenommen, wie sie bei Schmerzen üblich ist, sollte beim Kind die Verbindung zwischen Haupt- und Lungenschlagader mittels Ultraschall kontrolliert werden.

Während der Stillzeit wird die gelegentliche Einnahme von maximal 1 500 Milligramm ASS pro Tag als vertretbar angesehen.

Zur Akutbehandlung von Schmerzen werden in der Schwangerschaft in erster Linie Mittel empfohlen, die entweder nur Ibuprofen oder nur Paracetamol enthalten. Ibuprofen darf allerdings nur in den ersten sechs Schwangerschaftsmonaten angewendet werden. Bei Paracetamol gibt es zwar keine zeitliche Begrenzung, doch läuft aktuell eine Diskussion, ob sich seine Anwendung auf das Kind negativ auswirken kann. Auch während der Stillzeit werden Ibuprofen und Paracetamol bevorzugt empfohlen.

Für ältere Menschen

Bei Menschen über 60 Jahre ist das Risiko für Magen-Darm-Blutungen besonders groß. Bei jedem zweiten über 70-Jährigen wird Acetylsalicylsäure verzögert abgebaut und ausgeschieden. Für diese Personen genügt eine geringere Dosis; andernfalls müssen sie mit vermehrten und schwereren unerwünschten Wirkungen rechnen. Da aber kaum jemand weiß, ob er zu diesem Personenkreis gehört, empfiehlt es sich für ältere Menschen, von Acetylsalicylsäure generell eine geringere Dosis einzunehmen oder ein magenverträglicheres Schmerz- und Fiebermittel zu wählen.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs