Medikamente im Test

Schleifendiuretika: Furosemid, Piretanid und Torasemid

Wirkungsweise

Durch Diuretika scheidet der Körper vermehrt Wasser aus. Dadurch verringert sich die Blutmenge, das Herz pumpt weniger Blut in den Kreislauf, der Blutdruck sinkt.

Hoher Blutdruck

Bei Langzeitanwendung gegen hohen Blutdruck sind aber andere Mechanismen dieser Wirkstoffgruppe wichtiger: Die Spannung der Muskeln in den Blutgefäßen lässt nach, der Blutdruck sinkt wegen eines geringeren Widerstandes im Kreislauf.

Diuretika gehören zu den am besten untersuchten Mitteln gegen hohen Blutdruck. Je nach Wirkung werden sie in drei Gruppen unterteilt: Thiaziddiuretika (Thiazide), Schleifendiuretika und kaliumsparende Diuretika. Letztere gibt es fast ausschließlich in Kombination mit Thiaziddiuretika.

Zu den Schleifendiuretika gehören die Wirkstoffe Furosemid, Piretanid und Torasemid. Sie entfalten ihre Wirkung in den Nierenkanälchen, vorzugsweise an der Henle-Schleife. Im Übrigen gleicht ihr Wirkmechanismus dem der Thiaziddiuretika, sie wirken jedoch sehr viel stärker wasserausschwemmend. Dieser Effekt ist vor allem bei Herzschwäche und Nierenkrankheiten erwünscht, wenn sich bereits Wasser im Körper oder in der Lunge (Lungenödem) angesammelt hat.

Den Blutdruck senken Schleifendiuretika nicht stärker als Thiazide, aber sie beeinflussen in erhöhtem Maß den Wasser- und Mineralienhaushalt des Körpers (mit dem Risiko eines erhöhten Kaliumverlustes). Unter dem Einfluss der Diuretika kann der Körper so viel Wasser ausscheiden, dass der Organismus in der Folge gegensteuert und den Blutdruck wieder erhöht. Schleifendiuretika sind Thiaziden deshalb nur dann vorzuziehen, wenn viel Flüssigkeit ausgeschwemmt werden soll. Da sie bei eingeschränkter Nierenfunktion noch gut wirken, sind sie auch in diesen Fällen sinnvoll.

Herzschwäche

Wenn das Herz nicht voll leistungsfähig ist, sammelt sich Flüssigkeit im Gewebe. Diese lässt sich medikamentös mit diesen Mitteln ausschwemmen. Da sich gleichzeitig das umlaufende Blutvolumen verringert, wird auch das Herz entlastet.

Diuretika gehören zu den Basismedikamenten bei einer Herzschwäche und sind zur Behandlung der damit verbundenen Beschwerden geeignet. Sie bessern nachweislich die Atemnot unter Belastung und bauen Wassereinlagerungen (Ödeme) ab. Unklar ist jedoch, ob alle Diuretika auch dazu beitragen, den Krankheitsverlauf aufzuhalten oder die Lebenserwartung zu verlängern.

Wenn leichte bis mittelschwere Flüssigkeitseinlagerungen ausgeschwemmt werden sollen, sind Thiazid(artige) Diuretika die geeigneten Mittel. Wenn die Nierenfunktion eingeschränkt und das Herz schon stark geschwächt ist, sind Schleifendiuretika mit den Wirkstoffen Furosemid, Piretanid, Torasemid oder auch der Wirkstoff Xipamid aus der Gruppe der Thiaziddiuretika sinnvoll.

Anwendung

Hoher Blutdruck

Schleifendiuretika nehmen Sie wegen ihrer harntreibenden Wirkung am besten morgens ein, sonst müssen Sie nachts oft zur Toilette und können nicht durchschlafen. Allerdings nehmen Sie den harntreibenden Effekt oft schon nach kurzer Zeit nicht mehr wahr.

Wenn Sie die Diuretika über lange Zeit einnehmen müssen, sollte der Arzt regelmäßig die Kalium- und Natriumspiegel im Blut kontrollieren, ebenso die Harnsäurewerte und die harnpflichtigen Substanzen (z. B. Harnstoff, Harnsäure, Kreatinin), die normalerweise mit dem Urin ausgeschieden werden. Dies gilt insbesondere, wenn Ihre Nieren- oder Leberfunktion leicht bis moderat eingeschränkt ist.

Die Behandlung sollte mit einer niedrigen Dosis begonnen werden. Diese beträgt für Furosemid 20 Milligramm, für Piretanid 6 Milligramm und für Torasemid 2,5 Milligramm pro Tag.

Eine höhere Dosierung ist nur sinnvoll, wenn es darum geht, kurzzeitig verstärkt Wasser auszuschwemmen, z. B. bei Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe (Ödem) oder bei stark eingeschränkter Nierenfunktion.

Die unerwünschten Wirkungen sind oft noch ausgeprägter als bei anderen Diuretika und treten schon bei geringer Überdosierung auf.

Herzschwäche

Insbesondere zu Beginn der Behandlung müssen Diuretika bei einer Herzschwäche häufig höher dosiert werden als bei hohem Blutdruck, damit der Körper genügend Flüssigkeit ausscheidet. In einigen Fällen sind sogar Infusionen erforderlich (dann wirken die Diuretika rascher und stärker).

Wenn Sie auf andere Basismedikamente wie beispielsweise ACE-Hemmer oder Sartane gut eingestellt sind und keine Flüssigkeitsablagerungen mehr sichtbar sind, sollte die Dosis der Diuretika auf die niedrigste, noch ausreichend wirksame Menge verringert werden.

Steigt das Körpergewicht, obwohl Sie die Diuretika einnehmen, sollten Sie den Arzt aufsuchen.

Achtung

Schleifendiuretika können die Haut empfindlicher für UV-Strahlen machen. Untersuchungen mit Hydrochlorothiazid legen nahe, dass sich damit auch das Risiko für weißen Hautkrebs erhöhen könnte. Für einen optimalen Hautschutz während der Behandlung mit den Mitteln sollten Sie im Sommer leichte Kleidung tragen, die die Haut bedeckt, ungeschützte Haut mit einem Sonnenschutzmittel eincremen und ausgedehnte Sonnenbäder und Solarienbesuche meiden. Bei einer Dauereinnahme ist es wichtig, dass Sie selbst Ihre Haut sorgfältig beobachten – vor allem die Stellen, die der Sonne ausgesetzt sind – und sich von Zeit zu Zeit von einem Arzt auf Hautveränderungen untersuchen lassen.

Diese Mittel ähneln Sulfonamiden – Medikamente, mit denen Harnwegsinfektionen häufig behandelt werden. Sie verursachen relativ oft Allergien. Wenn Sie gegen Sulfonamide allergisch sind, dürfen Sie keine Schleifendiuretika einnehmen. Zu diesen Medikamenten zählen auch Sulfonylharnstoffe wie Glibenclamid (bei Typ-2-Diabetes) oder Cotrimoxazol (bei Harnwegsinfektionen). Aber auch wenn Sie auf ein anderes Arzneimittel schon einmal allergisch reagiert haben, sollten Sie nach Möglichkeit nicht mit diesen Diuretika behandelt werden. Denn dann besteht generell ein erhöhtes Risiko für eine ähnliche Reaktion.

Lasix liquidum: Dieses Mittel enthält Alkohol. Personen mit Alkoholproblemen dürfen es nicht einnehmen. Auch Leberkranke und Menschen mit Anfallleiden sollten den Alkoholgehalt berücksichtigen. Darüber hinaus kann Alkohol die Wirkung vieler Arzneimittel (z. B. Schlaf- und Beruhigungsmittel, Psychopharmaka, starke Schmerzmittel, einige Mittel bei hohem Blutdruck) verstärken.

Außerdem enthält das Präparat als Konservierungsmittel Parabene. Wenn Sie auf Parastoffe allergisch reagieren, dürfen Sie dieses Mittel nicht anwenden.

Gegenanzeigen

Wenn Ihre Leber schwer geschädigt ist oder Ihre Nieren nicht richtig arbeiten, muss der Arzt Leber- und Nierenwerte regelmäßig kontrollieren.

Unter folgenden Bedingungen sollte der Arzt Nutzen und Risiken der Anwendung von Schleifendiuretika sorgfältig abwägen:

  • Sie haben Beschwerden aufgrund von Gicht. Die Diuretika können die Harnsäurewerte ansteigen lassen.
  • Sie haben zu niedrige Calcium-, Kalium- oder Natriumspiegel im Blut.
  • Sie haben Herzrhythmusstörungen oder Durchblutungsstörungen im Gehirn. Ein Flüssigkeitsmangel kann dann gefährliche Folgen haben.
  • Sie haben Diabetes oder eine Vorstufe dieser Stoffwechselerkrankung (gestörte Glucosetoleranz). Dann kann sich unter der Therapie ein Diabetes entwickeln. In jedem Fall sollten die Blutzuckerwerte regelmäßig kontrolliert werden.
  • Bei Männern mit einer gutartigen Vergrößerung der Prostata, besteht bei diesen Mitteln ein besonders hohes Risiko, dass die Blase überdehnt wird, weil sehr viel Urin gebildet wird, der nicht richtig aus der Blase ablaufen kann.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Wenn Sie noch andere Medikamente nehmen, ist zu beachten:

  • Zusammen mit nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR), wie z. B. Ibuprofen oder Indometacin (bei Schmerzen, Rheuma) steigt das Risiko, dass sich die Nierenfunktion verschlechtert, bis hin zu akutem Nierenversagen. Das gilt insbesondere zu Beginn der gleichzeitigen Einnahme. Vor allem in dieser Zeit sollte der Arzt die Nierenfunktion besonders sorgfältig kontrollieren. Außerdem schwächen NSAR, wenn sie dauerhaft eingenommen werden, die blutdrucksenkende Wirkung von Diuretika. Wenn Sie solche Mittel kontinuierlich einnehmen müssen, sollten Sie den Blutdruck besonders zu Beginn der Behandlung kontrollieren.
  • Glucocorticoide wie Hydrocortison oder Prednison und Prednisolon zum Einnehmen (bei Entzündungen, Immunreaktionen) können die Kaliumkonzentration im Blut stark absenken, wenn sie zusammen mit Schleifendiuretika gegeben werden. Typisch für einen solchen Kaliummangel sind Schwäche, Verstopfung, Müdigkeit und gegebenenfalls auch Herzrhythmusstörungen. Wenn Sie beide Medikamente über längere Zeit gleichzeitig einnehmen müssen, sollte der Arzt regelmäßig die Kaliumspiegel im Blut prüfen.
  • Die Diuretika verstärken die Wirkung anderer blutdrucksenkender Mittel. Insbesondere in Kombination mit ACE-Hemmern oder Sartanen sinkt der Blutdruck deutlich ab. Dies kann bei hohem Blutdruck eine erwünschte, bei normalen oder niedrigen Blutdruckwerten – etwa, wenn die Mittel bei Herzschwäche oder koronarer Herzkrankheit eingesetzt werden – aber eine unerwünschte Wirkung sein. Soll von Diuretika auf einen ACE-Hemmer umgestellt werden, kann es notwendig sein, die Diuretika-Behandlung mehrere Tage vor Einnahme der ersten ACE-Hemmer-Tablette zu beenden. Der Blutdruck kann ebenfalls zu stark absinken, wenn Diuretika in Kombination mit Arzneimitteln eingesetzt werden, bei denen die Blutdrucksenkung zu den Nebenwirkungen gehört. Das ist der Fall z. B. bei trizyklischen Antidepressiva wie Amitriptylin, Clomipramin, Imipramin (bei Depressionen).
  • Wenn Sie Diuretika zusammen mit ACE-Hemmern oder Sartanen einnehmen, kann sich die Nierentätigkeit weiter verschlechtern, insbesondere wenn die Nierenfunktionsstörung bereits gestört ist. Zu Behandlungsbeginn und danach ist die Nierenfunktion regelmäßig zu überprüfen. Auch sollten Sie darauf achten, ausreichend zu trinken.

Unbedingt beachten

Die Diuretika lassen die Blutspiegel von Lithium (bei manisch-depressiven Störungen) ansteigen, sodass stärkere Nebenwirkungen auftreten können. Beide Mittel sollten Sie nicht gleichzeitig anwenden. Ist dies dennoch erforderlich, sollte der Arzt während der Behandlung die Lithiumspiegel im Blut kontrollieren.

Schleifendiuretika schwemmen Kalium aus dem Blut aus. Werden sie zusammen mit Medikamenten angewendet, die das Risiko für Herzrhythmusstörungen erhöhen, sollte der Arzt den Kaliumspiegel überwachen, weil sonst das Risiko für Herzrhythmusstörungen steigt. Dazu gehören Wirkstoffe wie z. B. Amiodaron, Chinidin oder Sotalol (bei Herzrhythmusstörungen) sowie Neuroleptika wie Haloperidol oder Thioridazin (bei Schizophrenien und anderen Psychosen). Bei verringertem Kaliumgehalt im Blut kann sich bei gleichzeitiger Anwendung mit diesen Mitteln das Risiko für schwere Herzrhythmusstörungen erhöhen. Nähere Informationen finden Sie unter Mittel gegen Herzrhythmusstörungen, verstärkte Wirkung.

Wechselwirkungen mit Speisen und Getränken

Lakritze steigert die Kaliumverluste, die bei Schleifendiuretika sowieso verstärkt vorkommen, sodass das Risiko für einen Kaliummangel zunehmen kann.

Alkohol kann die blutdrucksenkende Wirkung verstärken.

Nebenwirkungen

Bei stark übergewichtigen Menschen mit hohen Blutfettwerten und Insulinresistenz (das heißt, die Körperzellen sprechen auf das noch von den Inselzellen der Bauchspeicheldrüse ausgeschüttete Insulin nicht mehr gut an) können Diuretika das Risiko für Diabetes weiter erhöhen.

Die unerwünschten Wirkungen von Schleifendiuretika und Thiaziden entsprechen sich im Großen und Ganzen. Wegen der stärker harntreibenden Wirkung der Schleifendiuretika besteht jedoch ein höheres Risiko für einen übermäßigen Salz- und Wasserverlust und die daraus folgenden unerwünschten Wirkungen.

Keine Maßnahmen erforderlich

Bei etwa 1 von 100 Behandelten treten Magen-Darm-Beschwerden wie Appetitlosigkeit und Bauchschmerzen auf. Auch Geschmacksstörungen können vorkommen, diese verschwinden wieder, wenn Sie das Mittel absetzen.

Muss beobachtet werden

Mundtrockenheit, Durst, Schwäche- und Schwindelgefühle, Muskelschmerzen und -krämpfe sowie Kopfschmerzen können Anzeichen von übermäßigem Salz- und Flüssigkeitsverlust sein, der vor allem bei hoher Dosierung der Diuretika auftreten kann. Dann sollten Sie einen Arzt aufsuchen und Natrium und Kalium sowie die Nierenwerte im Blut kontrollieren lassen. Achten Sie darauf, dass Sie genügend trinken (mindestens 1,5 bis 2 Liter täglich, es sei denn, Sie haben eine Herzschwäche, dann folgen Sie dem Rat Ihres Arztes).

Häufig (bei etwa 1 von 100 Behandelten) steigt der Blutzucker an. Dadurch kann ein bislang nur unterschwellig vorhandener Typ-2-Diabetes in Erscheinung treten. Wenn Sie gefährdet sind, an Diabetes zu erkranken (z. B. weil die Krankheit häufig in der Familie vorkommt oder weil Sie Übergewicht haben), sollte der Arzt mindestens einmal jährlich den Blutzucker kontrollieren.

Auch der Harnsäurespiegel im Blut kann ansteigen. Sind die Harnsäurewerte schon erhöht, kann dadurch ein Gichtanfall ausgelöst werden. Anzeichen dafür sind Schmerzen im Großzehen- oder Daumengrundgelenk. Suchen Sie dann einen Arzt auf.

Wenn die Haut sich verstärkt rötet und juckt, reagieren Sie vermutlich allergisch auf das Mittel. Bei solchen Hauterscheinungen sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Die Mittel können bewirken, dass sich weniger Tränenflüssigkeit bildet.

Wenn Sie kurzsichtig sind, kann sich diese Sehstörung durch die Anwendung von Diuretika weiter verschlechtern. Dann müssen Sie Ihre Sehhilfe anpassen lassen.

Das Blutbild kann sich bei etwa 1 von 1 000 Behandelten verändern: Die Anzahl der Blutplättchen (Thrombozyten), der weißen Blutkörperchen (Leukozyten), seltener auch der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) kann stark absinken, insbesondere, wenn Sie eine Kombination aus zwei Diuretika einnehmen. Wenn Sie kleine rote Punkte in der Haut (Hauteinblutungen) oder vermehrt Blutergüsse und blaue Flecken bemerken, wenn häufig schwer stillbares Nasenbluten auftritt oder wenn Sie Blutungen im Auge feststellen, sollten Sie den Arzt aufsuchen. Enthält das Blut weniger weiße Blutkörperchen, besteht eine höhere Anfälligkeit für Infekte. Wenn Sie auffällig oft an Erkältungen oder Harnwegsinfekten leiden, sollten Sie ebenfalls den Arzt aufsuchen, damit er das Blutbild kontrollieren kann. Ein Mangel an roten Blutkörperchen macht sich meist durch verstärkte Müdigkeit und zunehmende Schwäche bemerkbar. Auch dann sollten Sie den Arzt informieren.

Sofort zum Arzt

Nehmen Juckreiz und Hautausschlag zu und treten zusätzlich Herzrasen, Atemnot, Schwäche und Schwindel auf, müssen Sie unverzüglich den Notarzt (Telefon 112) rufen, weil es sich um eine lebensbedrohliche Allergie handeln kann.

Die Mittel können die Leber schwer schädigen und eine Gelbsucht auslösen. Wenn sich die Haut gelb färbt und Sie zusätzlich einen starken Juckreiz am ganzen Körper verspüren, sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen.

Wenn Sie hohes Fieber und Schüttelfrost bekommen, sollten Sie unverzüglich den Arzt rufen. Auch wenn Sie Blut im Stuhl oder Urin feststellen oder kaffeesatzartig erbrechen, müssen Sie umgehend den Arzt aufsuchen. Beides weist auf eine gravierende Störung der Blutbildung hin.

Wenn der Körper sehr viel Flüssigkeit ausscheidet, kann das Blut "eindicken", sodass die Gefahr für Thrombosen und Embolien wächst. Das Risiko dafür ist besonders bei älteren Menschen, bei bestehender Venenschwäche (Krampfadern, Venenentzündung) und bei langandauerndem Sitzen (z. B. bei Langstreckenflügen) erhöht. Wenn Krämpfe oder Verwirrtheit mit zeitlicher und räumlicher Desorientierung auftreten oder wenn Sie nur noch sehr wenig Urin ausscheiden, sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen.

Besondere Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Bei Kindern erfolgt die Dosierung nach dem Körpergewicht.

Für die Schleifendiuretika Piretanid und Torasemid liegen keine Erfahrungen bei Kindern und Jugendlichen vor. Daher sollen beide Wirkstoffe nicht bei ihnen angewendet werden.

Furosemid kann an Kinder verabreicht werden. Die Dosis beträgt ein bis zwei Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht.

Lasix liquidum: Bedenken Sie, dass dieses Mittel Alkohol enthält. Alkoholfreie Mittel sind vorzuziehen.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Alle Diuretika sind in der Schwangerschaft möglichst zu meiden. Einige Diuretika wirken sich ungünstig auf das Un- oder Neugeborene aus. Ist dennoch ein Diuretikum erforderlich, kann Hydrochlorothiazid eingesetzt werden.

Hoher Blutdruck

Wenn Sie bemerken, dass Sie schwanger sind und bislang Diuretika gegen den hohen Blutdruck eingenommen haben, sollte der Arzt auf andere Mittel umstellen, z. B. Methyldopa.

Bei stillenden Frauen hemmen Diuretika in hoher Dosierung die Milchbildung, weil sie die gesamte Flüssigkeitsmenge im Körper verringern. Deshalb sollten Sie während der Stillzeit möglichst keine Diuretika einnehmen. Lässt sich das dennoch nicht vermeiden, können Sie das Thiaziddiuretikum Hydrochlorothiazid in der geringstmöglichen Dosis (bis maximal 50 Milligramm pro Tag) anwenden.

Lasix liquidum: Bedenken Sie, dass dieses Mittel Alkohol enthält. Alkoholfreie Mittel sind vorzuziehen.

Für ältere Menschen

Bei älteren Menschen steigt das Risiko für unerwünschte Wirkungen, insbesondere auf den Elektrolyt- und Wasserhaushalt des Organismus. Sie trinken oft zu wenig, weil das Durstgefühl nachlässt, sodass der Körper leicht austrocknet. Außerdem ist häufig die Nierenfunktion eingeschränkt, ohne dass dies an den Blutwerten erkennbar ist. Diuretika müssen bei älteren Menschen deshalb unbedingt so niedrig wie möglich dosiert werden. Kontinuierliche Kontrollen der Blutwerte sind während der gesamten Einnahmezeit erforderlich, um zu hohe Salzverluste rechtzeitig zu erkennen.

Beim Tragen von Kontaktlinsen

Wenn Sie während der Behandlung mit diesen Mitteln zu trockenen Augen neigen, sollten Sie keine Kontaktlinsen tragen.

Zur Verkehrstüchtigkeit

Wenn Ihnen zu Beginn der Behandlung wegen des niedrigeren Blutdrucks häufiger schwindlig ist, sollten Sie nicht aktiv am Verkehr teilnehmen, keine Maschinen bedienen und keine Arbeiten ohne sicheren Halt verrichten.

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