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Schlafmittel: Zopiclon

Wirkungsweise

Zopiclon ist ein Schlafmittel mit ähnlichen Wirkungen wie Benzodiazepine, obwohl es chemisch nicht in diese Gruppe gehört. Dennoch greift es an denselben Bindungsstellen an wie diese und hat ähnliche Wirkungen.

Im Unterschied zu den Benzodiazepinen ist aber bei Zopiclon eine muskelentspannende und angstlösende Wirkung nur gering ausgeprägt. Ob das Mittel auch ein geringeres Abhängigkeitsrisiko besitzt, ist noch nicht abschließend zu bewerten. Jedenfalls besteht auch bei diesem Wirkstoff grundsätzlich ein solches Risiko und es sind auch schon schwere Fälle von Abhängigkeiten beobachtet worden.

Zopiclon wirkt ungefähr fünf Stunden lang. Um Einschlafstörungen bei Erwachsenen über einen begrenzten Zeitraum zu begegnen, gilt das Mittel als "geeignet".

Anwendung

Das Mittel wird unmittelbar vor dem Schlafengehen eingenommen beziehungsweise im Bett, wenn es nicht gelingt einzuschlafen.

Wenn Ihre Leberfunktion eingeschränkt ist, sollten Sie pro Tag nicht mehr als 3,75 Milligramm Zopiclon einnehmen. Dies gilt auch für Personen mit Nierenfunktionsstörungen und chronischer Atemschwäche.

Achtung

Es gibt Berichte, dass Menschen nach Einnahme dieses Schlafmittels in einer Art schlafwandlerischem Zustand Auto gefahren sind, gekocht oder telefoniert haben und sich später an nichts mehr erinnern konnten. Ist Ihnen das auch schon einmal passiert, sollten Sie diese Medikamente nicht mehr einnehmen.

Gegenanzeigen

Unter folgenden Bedingungen dürfen Sie das Mittel nicht anwenden:

  • Sie haben eine schwere Leberfunktionsstörung.
  • Ihre Atemfunktion ist erheblich gestört.
  • Sie schnarchen sehr stark und halten im Schlaf von Zeit zu Zeit ungewöhnlich lange die Luft an (Schlafapnoesyndrom).
  • Sie leiden an Myasthenia gravis, einer Autoimmunerkrankung, bei der Nervenimpulse nicht richtig auf die Muskeln übertragen werden.

Der Arzt sollte Nutzen und Risiken einer Einnahme dieses Medikaments besonders sorgfältig abwägen, wenn Sie von Alkohol, Drogen oder Medikamenten abhängig sind oder dieses einmal waren. Dann sind Sie besonders gefährdet, von den Schlafmitteln abhängig zu werden.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Wenn Sie noch andere Medikamente nehmen, ist zu beachten:

  • Dieses Schlafmittel und andere Arzneimittel, die das zentrale Nervensystem dämpfen, verstärken gegenseitig ihre Wirkung. Zu diesen gehören andere Schlafmittel, dämpfend wirkende Neuroleptika (bei Schizophrenien und anderen Psychosen), Beruhigungsmittel bei Angststörungen, dämpfend wirkende Mittel bei Depressionen und Epilepsien, Opioide (bei starken Schmerzen), betäubende Mittel und Antihistaminika mit müdemachender Wirkung (bei Allergien).
  • Rifampicin (bei Tuberkulose) und Carbamazepin (u. a. bei Epilepsien) können die Wirkung von Zopiclon abschwächen.
  • Clarithromycin und Erythromycin (bei bakteriellen Infektionen), Itraconazol (innerlich bei Pilzerkrankungen) und Ritonavir (bei HIV-Infektion) hemmen den Abbau von Zopiclon und verstärken so dessen Wirkung und Nebenwirkungen. Bei gleichzeitiger Einnahme muss die Dosis von Zopiclon möglicherweise reduziert werden.

Wechselwirkungen mit Speisen und Getränken

Diese Substanz dürfen Sie nicht zusammen mit Alkohol einnehmen. Alkoholische Getränke verändern und verstärken die Wirkung unvorhersehbar. Es werden Dämmerzustände ausgelöst, während derer das Bewusstsein und die Erinnerung gestört sein können.

Nebenwirkungen

Wie häufig unerwünschte Wirkungen auftreten, hängt auch von der Dosierung des Mittels ab und von der individuellen Empfindlichkeit für den jeweiligen Wirkstoff.

Keine Maßnahmen erforderlich

Es kann bei der Behandlung Muskelschwäche auftreten. Manche klagen über Kopfschmerzen und Magen-Darm-Beschwerden. Das normalisiert sich wieder, wenn das Mittel abgesetzt wird.

Muss beobachtet werden

Zopiclon kann für die ersten Stunden nach der Einnahme eine Erinnerungslücke entstehen lassen. Die Gefahr für derartige Erinnerungslücken steigt mit der Dosierung. Die Betroffenen handeln anscheinend ganz normal, können sich jedoch hinterher an nichts mehr erinnern (anterograde Amnesie). Dies sollten Sie umgehend dem Arzt mitteilen.

Vor allem bei älteren Menschen können die Mittel erregend statt dämpfend wirken (paradoxe Reaktionen). Dann können Ruhelosigkeit, Reizbarkeit, Wut, Aggressivität, Wahnvorstellungen, Halluzinationen und Ähnliches eintreten. Je nachdem wie stark diese unerwünschten Wirkungen sind, sollte der Arzt umgehend oder am nächsten Tag informiert werden. Gegebenenfalls muss das Mittel abgesetzt werden.

Auch nach kurzzeitiger Einnahme können sogenannte Rebound-Phänomene auftreten. Das heißt, wenn das Mittel plötzlich nicht mehr eingenommen wird, treten die Beschwerden (Schlaflosigkeit, Angst, Unruhe) vorübergehend verstärkt auf, um derentwillen es eingenommen wurde. Das sollten Sie mit einem Arzt besprechen.

Es besteht die Gefahr, von Zopiclon abhängig zu werden. Die Dosis braucht dabei zwar nicht gesteigert zu werden, doch wenn das Mittel plötzlich abgesetzt wird, kommt es unter anderem zu Kopf- und Muskelschmerzen, Angst, Desorientiertheit und Unruhe; manchmal können sogar psychotische Reaktionen, Halluzinationen und Krampfanfälle auftreten. Das kann sehr bedrohlich werden und muss ärztlich betreut werden.

Zopiclon kann den Gleichgewichtssinn und die Muskelsteuerung stören und die Reaktionsfähigkeit verringern. In der Folge kann es zu Stürzen und Unfällen kommen. Besonders gefährdet sind Menschen, die wenige Stunden nach der Medikamenteneinnahme aufstehen müssen.

Sofort zum Arzt

Wenn sich schwere Hauterscheinungen mit Rötung und Quaddeln an Haut und Schleimhäuten sehr rasch (meist innerhalb von Minuten) entwickeln und zusätzlich Luftnot oder eine Kreislaufschwäche mit Schwindel und Schwarzsehen oder Durchfälle und Erbrechen auftreten, kann es sich um eine lebensbedrohliche Allergie bzw. einen lebensbedrohlichen allergischen Schock (anaphylaktischer Schock) handeln. In diesem Fall müssen Sie die Behandlung mit dem Medikament sofort stoppen und den Notarzt (Telefon 112) verständigen.

Das Mittel kann die Atmung dämpfen. Wenn sich schwere Atemprobleme zeigen, wie z. B. sehr langsame oder flache Atmung oder Blaufärbung der Lippen oder wenn die Atmung aussetzt, müssen Sie sofort einen Notarzt (Telefon 112) rufen.

Bei einem Krampfanfall, der auftritt, weil das Zopiclon nach längerer Einnahme abgesetzt wurde, muss unverzüglich ärztliche Hilfe gerufen werden.

Besondere Hinweise

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Für das benzodiazepinähnliche Schlafmittel liegen einige Erkenntnisse über die Anwendung während einer Schwangerschaft vor. Seine Einnahme im ersten Schwangerschaftsdrittel scheint das Kind nicht zu gefährden. Eine vorübergehende Anwendung scheint vertretbar. Dennoch können Sie mit dem Arzt beraten, ob Sie die körperliche Entwicklung des Kindes mit einer speziellen Ultraschalluntersuchung kontrollieren lassen. Haben Sie dieses Schlafmittel vor der Geburt eingenommen, sollte das Neugeborene besonders aufmerksam beobachtet werden.

Wenn Sie während der Stillzeit gelegentlich Zopiclon einnehmen, brauchen Sie nicht abzustillen. Sie sollten aber besonders darauf achten, ob das Baby auffallend träge und müde wirkt.

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Über die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren gibt es keine ausreichenden Erkenntnisse. Sie dürfen die Mittel nicht bekommen.

Für ältere Menschen

Ältere Menschen sollten von Zopiclon nicht mehr als 3,75 Milligramm pro Tag einnehmen, da sie auf dieses Schlafmittel empfindlicher reagieren als jüngere Personen. Es gibt Hinweise, dass das Mittel bei älteren Menschen insbesondere in höherer Dosierung Aufmerksamkeit, Orientierung und das Gedächtnis verschlechtern. Näheres hierzu lesen Sie in der Einleitung unter Hinweise für ältere Menschen.

Zur Verkehrstüchtigkeit

Am Tag nach der Einnahme können Sie sich noch eine Zeit lang benommen und schwindlig fühlen. Dann sollten Sie nicht aktiv am Verkehr teilnehmen, keine Maschinen bedienen und keine Arbeiten ohne sicheren Halt verrichten.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs