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Säureblockierende Mittel: Esomeprazol, Lansoprazol, Omeprazol, Pantoprazol und Rabeprazol

Wirkungsweise

Esomeprazol, Lansoprazol, Omeprazol, Pantoprazol und Rabeprazol können die Säureproduktion im Magen fast ganz unterdrücken und so säurebedingte Beschwerden nachhaltig lindern. Diese Wirkstoffe blockieren zum einen die Abgabe der Säuremenge, die der Magen ständig als Verdauungssaft absondert. Zum anderen blockieren sie die nur beim Essen zusätzlich abgegebene Säure. Das geschieht, indem sie in den säureproduzierenden Zellen der Magenschleimhaut einen eiweißhaltigen Stoff (Enzym) hemmen, der dafür verantwortlich ist, dass die Säure in den Magen freigesetzt wird. Medizinisch werden die Mittel aufgrund dieses Wirkmechanismus als Protonenpumpenhemmer bezeichnet.

Sodbrennen

Für die Selbstbehandlung von Sodbrennen sind Esomeprazol, Omeprazol und Pantoprazol in niedriger Dosierung rezeptfrei erhältlich. Rezeptfreie Medikamente mit Esomeprazol sind bislang nicht in der Marktauswahl und werden daher hier nicht weiter besprochen. Esomeprazol ist chemisch ähnlich aufgebaut wie Omeprazol, etwas teurer als dieses, jedoch nicht wirksamer oder verträglicher.

Wenn Sie Sodbrennen selbst behandeln wollen, sind die Mittel geeignet – vorausgesetzt, Sie wenden sie nicht länger als zwei Wochen an. Bei längerer Einnahme muss ein Arzt Nutzen und Risiken sorgfältig abwägen. Besonders bei älteren Menschen könnte dann ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche entstehen. Auch ein Mangel an bestimmten Mineralstoffen wie Magnesium und Vitaminen wie Vitamin B12 ist möglich. Zudem treten etwas häufiger Magen-Darm-Infektionen auf und möglicherweise auch mehr Infektionen der Atemwege. Diese Infektionen treten wohl vermehrt auf, weil der durch die Wirkstoffe säurelose Magen den auslösenden Bakterien den Eintritt in den Körper erleichtert.

Wegen dieser möglichen Risiken sollten Säureblocker erst eingesetzt werden, wenn Antazida oder säurehemmende Mittel nicht ausreichend wirken, und bei einer Eigenbehandlung auch nur für kurze Zeit. Es könnte sein, dass sonst eine schwerwiegendere Krankheit (Speiseröhrenentzündung, Magengeschwür) zu lange unbehandelt bleibt.

Wenn Sie schon einmal ein Magengeschwür hatten, am Magen operiert wurden, eine Leberfunktionsstörung besteht oder wenn Sie über 55 Jahre alt sind und immer wieder Magenbeschwerden und Sodbrennen haben, sollten Sie die Behandlung grundsätzlich mit einem Arzt besprechen.

Magen- und Zwölf­finger­darm­geschwüre und Speiseröhren­entzündung

Die säurebedingten Schmerzen bei Speiseröhrenentzündung sowie Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren lassen rasch nach, Geschwüre heilen schnell ab.

Speiseröhren­entzündung

Bei anhaltendem Sodbrennen lässt sich damit verhindern, dass die immer wieder aufsteigende Magensäure die Speiseröhre verätzt und sich die Schleimhaut der Speiseröhre entzündet. Sobald die akute Speiseröhrenentzündung abgeheilt ist, werden die Mittel meist nur noch bei Bedarf eingesetzt, um eine erneute Entzündung zu verhindern. In der Regel genügt dafür eine deutlich niedrigere Dosis.

Magen- und Zwölf­finger­darm­geschwüre

In Kombination mit Antibiotika verstärken säureblockierende Mittel deren Wirkung auf den Magenkeim Helicobacter pylori. Die Mittel werden deshalb auch kombiniert mit verschiedenen Antibiotika bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren eingesetzt, die auf einer Infektion mit Helicobacter pylori beruhen. Die kombinierte Behandlung soll den Keim abtöten. Säureblockierende Mittel sind außerdem geeignet, um Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren vorzubeugen, die häufig aufgrund langfristiger Einnahme von schmerz- und entzündungshemmenden Arzneimitteln entstehen.

Alle Protonenpumpenhemmer sind in ihrer Wirksamkeit vergleichbar und für die genannten Einsatzgebiete geeignet.

Die Abkürzung "MUPS" steht für Multi-Unit-Pellet-System. Der nicht säurestabile Wirkstoff ist dabei in kleine Kügelchen (Pellets) verpackt, die sich nicht schon im Magen auflösen, sondern erst im Dünndarm.

Anwendung

Sie nehmen die Tabletten morgens vor dem Frühstück unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit ein. Verwenden Sie stilles oder Leitungswasser, auf keinen Fall Milch oder kohlensäurehaltiges Mineralwasser, weil beide die Wirksamkeit beeinträchtigen können. Die Beschwerden lassen meist erst am nächsten Tag deutlich nach.

Wenn Ihre Leber nicht mehr richtig arbeitet, dürfen Sie nicht mehr als einmal täglich 20 Milligramm Esomeprazol, 30 Milligramm Lansoprazol, 20 Milligramm Omeprazol oder 20 Milligramm Pantoprazol einnehmen. Bei Rabeprazol muss die Dosis bei leichten oder mittelschweren Leberfunktionsstörungen nicht verringert werden.

Omeprazol, Esomeprazol, Lansoprazol: Wenn es Ihnen schwer fällt, Kapseln im Ganzen zu schlucken, können Sie manche Produkte auch öffnen und den Inhalt in Wasser auflösen. Es bildet sich eine trübe Suspension mit vielen winzigen Kügelchen (Pellets), die den Wirkstoff enthalten. Diese dürfen Sie nicht weiter zerkleinern oder zerbeißen, weil sie sich erst im Darm auflösen sollen. Auch einige Tabletten (z.B. Antra Mups, Nexium Mups) lassen sich auflösen. Dazu zerbrechen Sie die Tabletten und lösen Sie in etwas Leitungswasser auf. Ob dies mit Ihrem Präparat möglich ist, können Sie im Beipackzettel nachlesen. Eine solche Mischung müssen Sie sofort trinken. Bleiben Pellet-Reste im Glas, trinken Sie diese mit einem weiteren Schluck Leitungswasser. Ansonsten können Sie den Inhalt der Kapseln oder die zerbrochenen Tabletten mit Fruchtmus (keine Milchprodukte) mischen und in dieser Form sofort schlucken. Aber auch dabei müssen Sie darauf achten, dass Sie die Pellets nicht zerbeißen oder kauen.

Sodbrennen

Halten die Beschwerden an, während Sie die Mittel einnehmen, oder treten sie nach dem Absetzen erneut auf, sollten Sie nicht wieder mit der Einnahme beginnen, sondern einen Arzt aufsuchen. Auch sollten Sie das Mittel ohne ärztlichen Rat nicht häufiger als dreimal jährlich für maximal zwei Wochen einnehmen.

Magen- und Zwölf­finger­darm­geschwüre und Speiseröhren­entzündung

Bei hoher Dosierung sollten Sie die Menge auf zwei Portionen verteilen, die Sie morgens und abends jeweils vor dem Essen einnehmen.

Es kann sein, dass die Beschwerden erneut auftreten, wenn Sie den Versuch unternehmen, das Mittel abzusetzen. Untersuchungen weisen darauf hin, dass es in diesen Fällen ratsam sein kann, die Dosis der Mittel schrittweise zu reduzieren, z. B. indem Sie die Dosis alle zwei Wochen halbieren. Die reduzierte Dosis können Sie dann eine weitere Woche nur noch jeden zweiten Tag nehmen. Schließlich können Sie versuchen das Mittel ganz wegzulassen.Besprechen Sie ein solches Vorgehen mit Ihrem Arzt. Bei abruptem Absetzen nach längerer Anwendung kann es zu einer vermehrten Magensäureproduktion (reflektorische Säurehypersekretion) und damit verbunden zu einem verstärkten Auftreten (oder Wiederauftreten) von Beschwerden kommen.

Achtung

Im Tierversuch reduzieren die Mittel die Knochendichte, wenn sie über lange Zeit angewendet werden. Auch Beobachtungen am Menschen geben Hinweise darauf, dass bei einer Daueranwendung von Protonenpumpenhemmern das Risiko für Knochenbrüche ansteigen kann. Um dieses Risiko richtig einschätzen zu können, sind jedoch noch weitere Untersuchungen erforderlich. Auch wegen dieses ungeklärten Risikos ist es wichtig, die Mittel in der Selbstbehandlung nicht länger als 14 Tage ohne Rücksprache mit einem Arzt einzusetzen. Dieser muss dann den Nutzen einer Langzeitbehandlung mit diesen Mitteln sorgfältig gegen die individuellen Risiken abwägen. Das gilt vor allem, wenn Sie bereits Osteoporose haben oder dafür gefährdet sind.

Darüber hinaus gibt es Hinweise, dass die Säureblocker das Risiko für schwere Darminfektionen mit dem Bakterium Clostridium difficile geringfügig erhöhen können, insbesondere wenn Sie gleichzeitig Antibiotika einnehmen. Wenn heftiger Durchfall auftritt oder der Stuhl blutig wird, sollten Sie unverzüglich einen Arzt aufsuchen.

Magen- und Zwölf­finger­darm­geschwüre und Speiseröhren­entzündung

Wenn Sie die Mittel mehr als zwei Jahre lang anwenden, kann sich zudem ein Vitamin B12-Mangel entwickeln, was sich durch Blässe, Schwäche, Antriebslosigkeit und Gedächtnisstörungen bemerkbar macht. Um dem vorzubeugen, sollte eine Langzeittherapie mit Protonenpumpenhemmern mit einer möglichst niedrigen Dosis erfolgen und die niedrigst mögliche Dosierung langfristig beibehalten werden. Sinnvoll ist eine Bestimmung des Vitamin-B12-Spiegels nach etwa drei Behandlungsjahren.

Magen- und Zwölf­finger­darm­geschwüre

Bevor Sie die Mittel einnehmen, muss der Arzt mit einer Magenspiegelung ausschließen, dass sich hinter dem Magengeschwür ein bösartiger Tumor verbirgt, weil die Behandlung die dabei auftretenden Beschwerden verringert und die Tumordiagnose somit verzögern kann.

Wenn Sie während der Einnahme der Mittel wiederholt erbrechen müssen, wenn Sie Blut erbrechen oder feststellen, dass sich der Stuhl schwarz färbt (Hinweis auf Blut aus dem Verdauungstrakt), sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen. Es kann sein, dass es trotz der Behandlung aus dem Geschwür blutet.

Gegenanzeigen

Wenn Sie HIV-infiziert sind und mit antiviralen Medikamenten behandelt werden, dürfen Sie keine säureblockierenden Mittel einnehmen, weil sie die Wirksamkeit der HIV-Medikamente massiv beeinträchtigen.

Wenn die Funktion Ihrer Leber gestört ist, sollten Sie die Mittel nur nach Rücksprache mit einem Arzt einnehmen, wenn dieser Nutzen und Risiken sorgfältig abgewogen hat.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Säureblockierende Mittel lassen den Mageninhalt weniger sauer reagieren. Das kann sich darauf auswirken, wie andere Medikamente aus dem Magen in den Körper aufgenommen werden. Je nach Arzneimittel kann sich die Wirkung beschleunigen oder verzögern.

Wenn Sie noch andere Medikamente anwenden, ist zu beachten:

  • Die Wirkstoffe vermindern die Aufnahme von Itraconazol- oder Ketoconazol-Tabletten (bei Pilzinfektionen) und schwächen somit deren Wirkung. Wenn Sie beide Mittel zusammen einnehmen müssen, nehmen Sie den Protonenpumpenhemmer im Abstand von zwei Stunden zu den Antipilzmitteln ein.
  • Wenn Sie wegen einer Krebserkrankung im Rahmen einer Chemotherapie mit hoch dosiertem Methotrexat behandelt werden, können säureblockierende Mittel den Abbau von Methotrexat verzögern, sodass ein höheres Risiko für schwerwiegende unerwünschte Wirkungen besteht. Nehmen Sie die säureblockierenden Mittel in diesem Fall nur nach Rücksprache mit einem Arzt ein. Dieser muss Nutzen und Risiken der Säureblocker sorgfältig gegeneinander abwägen.

Für Esomeprazol und Omeprazol gilt:

  • Diese beiden Wirkstoffe können in hoher Dosierung die Wirkung von Phenytoin (bei Epilepsien) verstärken. Wenn Sie damit behandelt werden, sollte der Arzt während der Einnahme die Konzentration von Phenytoin im Blut kontrollieren und gegebenenfalls die Dosis anpassen.
  • Die Wirkstoffe können die Wirkung von Beruhigungsmitteln wie Diazepam (bei Angststörungen) verstärken. Diese Mittel müssen gegebenenfalls niedriger dosiert werden.
  • Darüber hinaus können sie die Wirkung von Clopidogrel (blutverdünnendes Mittel, bei koronarer Herzkrankheit) im Blut abschwächen. Die therapeutische Wirksamkeit von Clopidogrel wird dadurch jedoch nicht beeinträchtigt, Herzinfarkte oder Schlaganfall kommen offenbar nicht häufiger vor. Dieses Mittel wird häufig mit säureblockierenden Mitteln wie Omeprazol kombiniert, um Magenblutungen vorzubeugen. Sicherheitshalber kann der Arzt dennoch erwägen, diese säureblockierenden Mittel nicht gemeinsam mit Clopidogrel zu verordnen.
  • Wenn Sie gleichzeitig Johanniskraut (bei leichten Depressionen) einnehmen, werden Omeprazol und Esomeprazol schneller abgebaut und die Wirkung lässt schneller nach oder tritt gar nicht erst im erwünschten Umfang ein.

Unbedingt beachten

Säureblockierende Mittel verringern die Wirkung einiger antiviraler Wirkstoffe wie Atazanavir, Nelfinavir oder Rilpivirin (alle bei HIV-Infektionen) deutlich, sodass diese nicht mehr ausreichend wirken. Diese Mittel dürfen Sie deshalb nicht gleichzeitig mit den säureblockierenden Mitteln anwenden. Näheres unter Antibiotika/Virustatika: verringerte Wirkung.

Die säureblockierenden Mittel können die Aufnahme und damit möglicherweise auch die Wirkung von Ulipristal ("Pille danach", Handelsname ellaOne) vermindern, sodass unsicher ist, ob das Mittel noch empfängnisverhütend wirkt. Beide Medikamente sollten Sie deshalb nicht gleichzeitig anwenden.

Nebenwirkungen

Die Mittel können Ihre Leberwerte beeinflussen, was Zeichen einer beginnenden Leberschädigung sein kann. Sie selbst bemerken in der Regel davon nichts, sondern es fällt nur bei Laborkontrollen durch den Arzt auf. Ob und welche Konsequenzen dies für Ihre Therapie hat, hängt sehr vom individuellen Fall ab. Bei einem lebensnotwendigen Medikament ohne Alternative wird man es oft tolerieren und die Leberwerte häufiger kontrollieren, in den meisten anderen Fällen wird Ihr Arzt das Medikament absetzen oder wechseln.

Keine Maßnahmen erforderlich

Bei 1 bis 10 von 100 Behandelten treten Kopf- oder Bauchschmerzen, Durchfall, Blähungen, Übelkeit, Erbrechen oder Verstopfung auf.

Schwindel, Müdigkeit, Schlafstörungen, Schwäche, Unwohlsein und Mundtrockenheit treten bei 1 bis 10 von 1 000 Behandelten auf.

Auch Geschmacksveränderungen können vorkommen.

Die genannten Beschwerden vergehen wieder, wenn Sie die Mittel absetzen.

Muss beobachtet werden

Wenn die Haut sich verstärkt rötet und juckt, reagieren Sie möglicherweise allergisch auf das Mittel. Haben Sie sich das Mittel zur Eigenbehandlung ohne Rezept besorgt, sollten Sie es absetzen. Sind die Hauterscheinungen auch einige Tage nach dem Absetzen nicht deutlich abgeklungen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Hat dagegen ein Arzt Ihnen das Mittel verordnet, sollten Sie ihn aufsuchen, um zu klären, ob es sich tatsächlich um eine allergische Hautreaktion handelt, Sie das Mittel ersatzlos absetzen können oder ein Alternativmedikament benötigen.

Eine solche allergische Reaktion zeigt sich bei etwa 1 von 100 Behandelten.

Magen- und Zwölf­finger­darm­geschwüre und Speiseröhren­entzündung

Pilze können Mundhöhle und Speiseröhre befallen. Wenn weiße Stippchen auf der Mundschleimhaut erkennbar sind, die sich nur schwer abstreifen lassen, sollten Sie den Arzt aufsuchen.

Bei Dauereinnahme (länger als drei Monate) können die Blutspiegel von Mineralsalzen, insbesondere von Magnesium, stark absinken. Wenn Sie Herzrasen und Muskelzittern oder Muskelkrämpfe bemerken sollten, die Sie nicht steuern können, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Das Risiko für eine solche Elektrolytstörung ist vor allem dann erhöht, wenn Sie zusätzlich noch andere Medikamente wie wasserausschwemmende Mittel (Diuretika, Wirkstoffe z. B. Hydrochlorothiazid, Furosemid, bei hohem Blutdruck) oder Digoxin (bei Herzschwäche) einnehmen.

Sofort zum Arzt

In Einzelfällen und wenn Ihre Leberfunktion bereits eingeschränkt ist, gilt: Das Mittel kann die Leber schwer schädigen. Typische Anzeichen dafür sind: eine dunkle Verfärbung des Urins, eine helle Verfärbung des Stuhlgangs oder es entwickelt sich eine Gelbsucht (erkennbar an einer gelb verfärbten Augenbindehaut), oft begleitet von starkem Juckreiz am ganzen Körper. Tritt eines dieser für einen Leberschaden charakteristischen Krankheitszeichen auf, müssen Sie sofort zum Arzt gehen.

Wenn Sie grippeartige Beschwerden haben, sich längere Zeit abgeschlagen und müde fühlen und Halsschmerzen und Fieber auftreten, Sie Blutergüsse und blaue Flecke bemerken, kann es sich um eine Blutbildungsstörung handeln. Sie tritt nur vereinzelt auf, kann aber bedrohlich werden. Sie müssen dann umgehend den Arzt aufsuchen und das Blutbild kontrollieren lassen.

Wenn sich schwere Hauterscheinungen mit Rötung und Quaddeln an Haut und Schleimhäuten sehr rasch (meist innerhalb von Minuten) entwickeln und zusätzlich Luftnot oder eine Kreislaufschwäche mit Schwindel und Schwarzsehen, oder Durchfälle und Erbrechen auftreten, kann es sich um eine lebensbedrohliche Allergie bzw. einen lebensbedrohlichen allergischen Schock (anaphylaktischer Schock) handeln. In diesem Fall müssen Sie die Behandlung mit dem Medikament sofort stoppen und den Notarzt (Telefon 112) verständigen. Solch eine Allergie kommt sehr selten vor.

Säureblockierende Mittel können in einzelnen Fällen die Autoimmunerkrankung Lupus erythematodes auslösen. Wenn auf der Haut, insbesondere auf den der Sonne ausgesetzten Bereichen, ein schuppender oder masernförmiger Ausschlag erscheint und sich zusätzlich Gelenkschmerzen einstellen, sollten Sie sich umgehend an einen Arzt wenden.

Besondere Hinweise

Für Schwangerschaft und Stillzeit

In der Schwangerschaft sollten Sie säureblockierende Mittel nur einnehmen, wenn sich das Sodbrennen mit Antazida oder dem säurehemmenden Wirkstoff Ranitidin nicht ausreichend lindern ließ und nur nach Rücksprache mit einem Arzt. Wenn er die Einnahme befürwortet, sollten Sie Omeprazol bevorzugen, weil damit die längeren Erfahrungen vorliegen.

In der Stillzeit können Sie von den säureblockierenden Mitteln die Wirkstoffe Omeprazol oder Pantoprazol einsetzen, aber auch dann nur nach Rücksprache mit einem Arzt und wenn Antazida nicht ausreichend wirken.

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Sodbrennen

Kinder und Jugendliche sollten diese Mittel für eine Eigenbehandlung von Sodbrennen nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt bekommen.

Magen- und Zwölf­finger­darm­geschwüre und Speiseröhren­entzündung

Eine Eigenbehandlung mit Esomeprazol sollten Sie bei Kindern nicht durchführen. Esomeprazol Tabletten oder Kapseln zum Einnehmen können an Kinder ab zwölf Jahren verabreicht werden. Nexium Granulat können Kinder von ein bis elf Jahre bekommen, wenn saurer Magensaft in die Speiseröhre zurückfließt. Außerdem kann das Mittel bei Kindern ab vier Jahren in Kombination mit Antibiotika eingesetzt werden, wenn ein Zwölffingerdarmgeschwür besteht, das durch eine Infektion mit Helicobacter pylori verursacht wurde.

Mit Omeprazol sollten Sie bei Kindern keine Eigenbehandlung durchführen. Die Dosierung und die Dauer der Anwendung von Omeprazol richten sich nach dem Krankheitsbild und dem Körpergewicht des Kindes. Wenn zu viel saurer Mageninhalt in die Speiseröhre zurückfließt, kann Omeprazol bei Kindern ab einem Jahr und einem Körpergewicht über zehn Kilogramm eingesetzt werden. Für eine Helicobacter-Behandlung in Kombination mit Antibiotika müssen die Kinder mindestens vier Jahre alt sein.

Pantoprazol kann Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren gegeben werden.

Lansoprazol und Rabeprazol sollten bei Kindern nicht eingesetzt werden, weil dafür kaum oder nur wenige Erfahrungen vorliegen.

Für ältere Menschen

Magen- und Zwölf­finger­darm­geschwüre und Speiseröhren­entzündung

Wenn eine Langzeitanwendung erforderlich ist, sollte die niedrigste noch wirksame Dosis eingesetzt werden, um das Risiko für unerwünschte Wirkungen möglichst gering zu halten.

Zur Verkehrstüchtigkeit

Wenn Schwindelanfälle oder Sehstörungen auftreten, sollten Sie nicht aktiv am Verkehr teilnehmen, keine Maschinen bedienen und keine Arbeiten ohne sicheren Halt verrichten.

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