Medikamente im Test

Säureblockierende Mittel: Esomeprazol, Lansoprazol, Omeprazol, Pantoprazol und Rabeprazol

Wirkungsweise

Esomeprazol, Lansoprazol, Omeprazol, Pantoprazol und Rabeprazol können die Säureproduktion im Magen fast ganz unterdrücken und so Sodbrennen nachhaltig lindern. Diese Wirkstoffe blockieren zum einen die Abgabe der Säuremenge, die der Magen ständig als Verdauungssaft absondert. Zum anderen blockieren sie auch die nur beim Essen zusätzlich abgegebene Säure. Das geschieht, indem sie in den säureproduzierenden Zellen der Magenschleimhaut einen eiweißhaltigen Stoff (Enzym) hemmen, der dafür verantwortlich ist, dass die Säure in den Magen freigesetzt wird. Medizinisch werden die Mittel aufgrund dieses Wirkmechanismus als Protonenpumpenhemmer bezeichnet.

Sodbrennen

Für die Selbstbehandlung von Sodbrennen sind nur Omeprazol und Pantoprazol in niedriger Dosierung rezeptfrei erhältlich.

Wenn Sie Sodbrennen selbst behandeln wollen, sind die Mittel geeignet – vorausgesetzt, Sie wenden sie nicht länger als zwei Wochen an. Bei längerer Einnahme muss ein Arzt Nutzen und Risiken sorgfältig abwägen. Besonders bei älteren Menschen besteht dann ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche und für einen Magnesiummangel. Zudem treten etwas häufiger Magen-Darm-Infektionen auf und möglicherweise auch mehr Infektionen der Atemwege.

Wegen dieser höheren Risiken sollten Säureblocker erst eingesetzt werden, wenn Antazida oder säurehemmende Mittel nicht ausreichend wirken, und bei einer Eigenbehandlung auch nur für kurze Zeit. Es könnte sein, dass sonst eine schwerwiegendere Krankheit (Speiseröhrenentzündung, Magengeschwür) zu lange unbehandelt bleibt.

Wenn Sie schon einmal ein Magengeschwür hatten, am Magen operiert wurden, eine Leberfunktionsstörung besteht, oder wenn Sie über 55 Jahre alt sind und immer wieder Magenbeschwerden und Sodbrennen haben, sollten Sie die Behandlung grundsätzlich mit einem Arzt besprechen.

Magen- und Zwölf­finger­darm­geschwüre und Speiseröhren­entzündung

Die mit einem Magensäureüberschuss einhergehenden Schmerzen lassen rasch nach, Geschwüre heilen schnell ab.

Speiseröhren­entzündung

Die Mittel werden deshalb bei Speiseröhrenentzündung aufgrund von rückfließendem Magensaft zur Langzeitbehandlung eingesetzt. Bei anhaltendem Sodbrennen lässt sich damit verhindern, dass die immer wieder aufsteigende Magensäure die Speiseröhre verätzt und die Schleimhaut der Speiseröhre sich bösartig verändert. Sobald die akute Speiseröhrenentzündung abgeheilt ist, werden die Mittel meist nur noch bei Bedarf eingesetzt, um eine erneute Entzündung zu verhindern. In der Regel genügt dafür eine deutlich niedrigere Dosis. Eine langfristige Therapie ist nur selten erforderlich.

Magen- und Zwölf­finger­darm­geschwüre

In Kombination mit Antibiotika verstärken säureblockierende Mittel deren Wirkung auf Helicobacter. Die Mittel werden deshalb auch kombiniert mit verschiedenen Antibiotika bei durch Helicobacter verursachten Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren eingesetzt, um den Keim abzutöten. Säureblockierende Mittel sind außerdem geeignet, um Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren vorzubeugen, die häufig aufgrund langfristiger Einnahme von schmerz- und entzündungshemmenden Arzneimitteln entstehen.

Alle Protonenpumpenhemmer sind in ihrer Wirksamkeit vergleichbar und für die genannten Einsatzgebiete geeignet.

Die Abkürzung "MUPS" steht für Multi-Unit-Pellet-System. Der nicht säurestabile Wirkstoff ist dabei in kleine Kügelchen (Pellets) verpackt, die sich nicht schon im Magen auflösen, sondern erst im Dünndarm.

Anwendung

Sie nehmen die Tabletten morgens vor dem Frühstück unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit ein, aber nicht mit Milch oder Mineralwasser, weil beide die Wirksamkeit beeinträchtigen können. Die Beschwerden lassen meist erst am nächsten Tag deutlich nach.

Magen- und Zwölf­finger­darm­geschwüre und Speiseröhren­entzündung

Bei hoher Dosierung sollten Sie die Menge auf zwei Portionen verteilen, die Sie morgens und abends jeweils vor dem Essen einnehmen.

Sodbrennen

Halten die Beschwerden an, während Sie die Mittel einnehmen, oder treten sie nach dem Absetzen erneut auf, sollten Sie nicht wieder mit der Einnahme beginnen, sondern einen Arzt aufsuchen. Auch sollten Sie das Mittel ohne ärztlichen Rat nicht häufiger als dreimal jährlich für maximal zwei Wochen einnehmen.

Wenn Ihre Leber nicht mehr richtig arbeitet, dürfen Sie nicht mehr als einmal täglich 20 Milligramm Esomeprazol, 30 Milligramm Lansoprazol, 20 Milligramm Omeprazol oder 20 Milligramm Pantoprazol einnehmen. Bei Rabeprazol muss die Dosis bei leichten oder mittelschweren Leberfunktionsstörungen nicht verringert werden.

Magen- und Zwölf­finger­darm­geschwüre und Speiseröhren­entzündung

Es kann sein, dass die Beschwerden erneut auftreten, wenn Sie den Versuch unternehmen, das Mittel abzusetzen. Untersuchungen weisen darauf hin, dass es in diesen Fällen ratsam sein kann, die Dosis der Mittel schrittweise zu reduzieren, zum Beispiel, indem die Dosis des Protonenpumpenhemmers alle zwei Wochen halbiert wird.Besprechen Sie ein solches Vorgehen mit Ihrem Arzt. Bei abruptem Absetzen nach längerer Anwendung kann es zu einer vermehrten Magensäureproduktion (reflektorische Säurehypersekretion) und damit verbunden zu einem verstärkten Auftreten (oder Wiederauftreten) von Beschwerden kommen.

Diese Mittel nehmen Sie am besten unzerkaut und unzerstoßen mit ausreichend Flüssigkeit ein, am besten vor dem Essen. Verwenden Sie dafür stilles oder Leitungswasser, auf keinen Fall Milch oder kohlensäurehaltiges Mineralwasser!

Omeprazol, Esomeprazol, Lansoprazol: Wenn es Ihnen schwer fällt, Kapseln im Ganzen zu schlucken, können Sie manche auch öffnen und den Inhalt in Wasser auflösen. Es bildet sich eine trübe Suspension mit vielen winzigen Kügelchen (Pellets), die den Wirkstoff enthalten. Diese dürfen Sie nicht weiter zerkleinern oder zerbeißen, weil sie sich erst im Darm auflösen sollen. Auch einige Tabletten (z.B. Antra Mups, Nexium Mups) lassen sich in Wasser auflösen. Ob dies mit Ihrem Präparat möglich ist, können Sie im Beipackzettel nachlesen. Eine solche Mischung müssen Sie sofort trinken. Bleiben Pellet-Reste im Glas, trinken Sie diese mit einem weiteren Schluck Leitungswasser. Ansonsten können Sie den Inhalt der Kapseln oder die zerkleinerten Tabletten auch zerbrechen und mit Fruchtmus (keine Milchprodukte) mischen und in dieser Form sofort schlucken. Aber auch dabei müssen Sie darauf achten, dass Sie die Pellets nicht zerbeißen oder kauen.

Achtung

Magen- und Zwölf­finger­darm­geschwüre

Bevor Sie die Mittel einnehmen, muss der Arzt mit einer Magenspiegelung ausschließen, dass sich hinter dem Magengeschwür ein bösartiger Tumor verbirgt, weil die Behandlung die dabei auftretenden Beschwerden verringert und die Tumordiagnose somit verzögern kann.

Wenn Sie während der Einnahme der Mittel wiederholt erbrechen müssen, wenn Sie Blut erbrechen oder feststellen, dass sich der Stuhl schwarz färbt (Hinweis auf Blut aus dem Verdauungstrakt), sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen. Es kann sein, dass es trotz der Behandlung aus dem Geschwür blutet.

Im Tierversuch reduzieren die Mittel die Knochendichte, wenn sie über lange Zeit angewendet werden. Auch Beobachtungen am Menschen geben Hinweise darauf, dass bei einer Daueranwendung von Protonenpumpenhemmern das Risiko für Knochenbrüche ansteigen kann. Um dieses Risiko richtig einschätzen zu können, sind jedoch noch weitere Untersuchungen erforderlich. Auch wegen dieses ungeklärten Risikos ist es wichtig, die Mittel in der Selbstbehandlung nicht länger als 14 Tage ohne Rücksprache mit einem Arzt einzusetzen. Dieser muss dann den Nutzen einer Langzeitbehandlung mit diesen Mitteln sorgfältig gegen die individuellen Risiken abwägen. Das gilt vor allem, wenn Sie bereits Osteoporose haben oder dafür gefährdet sind.

Darüber hinaus gibt es Hinweise, dass die Säureblocker das Risiko für schwere Darminfektionen mit dem Bakterium Clostridium difficile geringfügig erhöhen können, insbesondere wenn Sie gleichzeitig Antibiotika einnehmen. Wenn heftiger Durchfall auftritt oder der Stuhl blutig wird, sollten Sie unverzüglich einen Arzt aufsuchen.

Magen- und Zwölf­finger­darm­geschwüre und Speiseröhren­entzündung

Wenn eine Speiseröhrenentzündung, ein Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür vorliegt, ist der Nutzen der Mittel allerdings größer als das mögliche Risiko für diese Darminfektion.

Wenn Sie die Mittel mehr als zwei Jahre lang anwenden, kann sich zudem ein Vitamin B12-Mangel entwickeln, was sich durch Blässe, Schwäche, Antriebslosigkeit und Gedächtnisstörungen bemerkbar macht. Um dem vorzubeugen, sollte eine Langzeittherapie mit Protonenpumpenhemmern mit einer möglichst niedrigen Dosis erfolgen und die niedrigst mögliche Dosierung langfristig beibehalten werden. Sinnvoll ist eine Bestimmung des Vitamin-B12-Spiegels nach etwa drei Behandlungsjahren.

Gegenanzeigen

Wenn Sie HIV-inifziert sind und mit antiviralen Medikamenten behandelt werden, dürfen Sie die Mittel nicht einnehmen, weil sie die Wirksamkeit der HIV-Medikamente massiv beeinträchtigen.

Wenn die Funktion Ihrer Leber gestört ist, sollten Sie die Mittel nur nach Rücksprache mit einem Arzt einnehmen, wenn dieser Nutzen und Risiken sorgfältig abgewogen hat.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Säureblockierende Mittel lassen den Mageninhalt weniger sauer reagieren. Das kann sich darauf auswirken, wie andere Medikamente aus dem Magen in den Körper aufgenommen werden. Je nach Arzneimittel kann sich die Wirkung beschleunigen oder verzögern.

Wenn Sie noch andere Medikamente anwenden, ist zu beachten:

  • Beide Wirkstoffe vermindern die Aufnahme von Itraconazol- oder Ketoconazol-Tabletten (bei Pilzinfektionen) und schwächen somit deren Wirkung. Wenn Sie beide Mittel zusammen einnehmen müssen, nehmen Sie Omeprazol beziehungsweise Pantoprazol im Abstand von zwei Stunden zu den Antipilzmitteln ein.
  • Wenn Sie wegen einer Krebserkrankung im Rahmen einer Chemotherapie mit hoch dosiertem Methotrexat behandelt werden, können säureblockierende Mittel den Abbau von Methotrexat verzögern, sodass ein höheres Risiko für schwerwiegende unerwünschte Wirkungen besteht. Nehmen Sie die säureblockierenden Mittel in diesem Fall nur nach Rücksprache mit einem Arzt ein. Dieser muss Nutzen und Risiken der Säureblocker sorgfältig gegeneinander abwägen.  

Für Esomeprazol und Omeprazol gilt:

  • Beide Wirkstoffe können in hoher Dosierung die Wirkung von Phenytoin (bei Epilepsien) verstärken. Wenn Sie damit behandelt werden, sollte der Arzt während der Einnahme die Konzentration von Phenytoin im Blut kontrollieren und gegebenenfalls die Dosis anpassen.
  • Die Wirkstoffe können die Wirkung von Beruhigungsmitteln wie zum Beispiel Diazepam (bei Angststörungen) verstärken. Diese Mittel müssen gegebenenfalls niedriger dosiert werden.
  • Darüber hinaus können sie die Wirkung von Clopidogrel (blutverdünnendes Mittel, bei koronarer Herzkrankheit) im Blut abschwächen. Dieses Mittel wird dennoch häufig mit säureblockierenden Mitteln wie Omeprazol kombiniert, um Magenblutungen vorzubeugen. Die therapeutische Wirksamkeit von Clopidogrel wird dadurch jedoch nicht beeinträchtigt, Herzinfarkte oder Schlaganfall kommen offenbar nicht häufiger vor. Sicherheitshalber kann der Arzt dennoch erwägen, diese säureblockierenden Mittel nicht gemeinsam mit Clopidogrel zu verordnen.
  • Wenn Sie gleichzeitig Johanniskraut (bei Depressionen) oder Ginkgo biloba (bei arteriellen Durchblutungsstörungen, Hirnleistungsstörungen) einnehmen, wird Omeprazol schneller abgebaut und die Wirkung lässt schneller nach oder tritt gar nicht erst im erwünschten Umfang ein.

Lansoprazol wird verringert aufgenommen, wenn Sie gleichzeitig Antazida (bei Sodbrennen) einnehmen. Nehmen Sie diese Mittel deshalb besser im Abstand von ein bis zwei Stunden ein.

Unbedingt beachten

Säureblockierende Mittel verringern die Wirkung einiger antiviraler Wirkstoffe wie zum Beispiel Atazanavir, Nelfinavir oder Rilpivirin (alle bei HIV-Infektionen) deutlich, sodass diese nicht mehr ausreichend wirken. Diese Mittel dürfen Sie deshalb nicht gleichzeitig mit den säureblockierenden Mitteln anwenden. Näheres unter Antibiotika/Virustatika: verringerte Wirkung.

Die säureblockierenden Mittel können die Aufnahme und damit möglicherweise auch die Wirkung von Ulipristal ("Pille danach", Handelsname ellaOne) vermindern, sodass unsicher ist, ob das Mittel noch empfängnisverhütend wirkt. Beide Medikamente sollten Sie deshalb nicht gleichzeitig anwenden.

Nebenwirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

Bei 1 bis 10 von 100 Behandelten treten Kopf- oder Bauchschmerzen, Durchfall, Blähungen, Übelkeit, Erbrechen oder Verstopfung auf.

Schwindel, Müdigkeit, Schlafstörungen, Schwäche, Unwohlsein und Mundtrockenheit treten bei 1 bis 10 von 1 000 Behandelten auf.

Auch Geschmacksveränderungen können vorkommen.

Die genannten Beschwerden vergehen wieder, wenn Sie die Mittel absetzen.

Muss beobachtet werden

Magen- und Zwölf­finger­darm­geschwüre und Speiseröhren­entzündung

Die Pilze können Mundhöhle und Speiseröhre befallen. Wenn weiße Stippchen auf der Mundschleimhaut erkennbar sind, die sich nur schwer abstreifen lassen, sollten Sie den Arzt aufsuchen.*

Die Mittel können – allerdings selten und vorwiegend bei intravenöser Gabe oder sehr hoher Dosierung – den Seh- oder Hörnerv schädigen. Wenn Sie die säureblockierenden Mittel hoch dosiert einnehmen und Sie merken, dass sich Ihre Sinneswahrnehmungen verändern (z. B. verschwommenes Sehen, schlechteres Hören), sollten Sie innerhalb von ein bis zwei Tagen den Arzt informieren. Bei hoch dosierter Dauereinnahme sollten Seh- und Hörvermögen regelmäßig überwacht werden.

Bei Dauereinnahme (länger als drei Monate) können die Blutspiegel von Mineralsalzen, insbesondere von Magnesium, stark absinken. Wenn Sie Herzrasen und Muskelzittern oder Muskelkrämpfe bemerken sollten, die Sie nicht steuern können, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Das Risiko für eine solche Elektrolytstörung ist vor allem dann erhöht, wenn Sie zusätzlich noch andere Medikamente wie wasserausschwemmende Mittel (Diuretika, Wirkstoffe z. B. Hydrochlorothiazid, Furosemid, bei hohem Blutdruck) oder Digoxin (bei Herzschwäche) einnehmen.

Etwa 1 von 100 Behandelten reagiert allergisch auf die Mittel. Das zeigt sich daran, dass die Haut sich verstärkt rötet und juckt. Bei solchen Hauterscheinungen sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Die Mittel können die Leber schädigen. Treten Übelkeit, Erbrechen und/oder dunkel gefärbter Urin auf und ist der Stuhl auffällig hell, sollten Sie einen Arzt rufen.

Sofort zum Arzt

In Einzelfällen und wenn Ihre Leberfunktion bereits eingeschränkt ist, können die Mittel die Leber auch schwer schädigen. Wenn sich die Haut gelb färbt – möglicherweise begleitet von starkem Juckreiz am ganzen Körper –, sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen.

Sehr selten verändern diese Mittel das Blutbild. Das zeigt sich daran, dass Sie grippeartige Beschwerden oder auch Halsschmerzen und Fieber haben, sich längere Zeit grundlos abgespannt und müde fühlen, oder dass sich punktförmige Hauteinblutungen zeigen. Dann müssen Sie umgehend einen Arzt aufsuchen, damit er das Blutbild kontrollieren kann.

Sehr selten kann es vorkommen, dass sich Hautausschlag und Juckreiz verstärken und zusätzlich Herzrasen, Atemnot, Schwäche und Schwindel einsetzen. Dann müssen Sie die Anwendung sofort abbrechen und unverzüglich den Notarzt (Telefon 112) rufen, weil es sich um eine lebensbedrohliche Allergie handeln kann.

Säureblockierende Mittel können in einzelnen Fällen die Autoimmunerkrankung Lupus erythematodes auslösen. Wenn auf der Haut, insbesondere auf den der Sonne ausgesetzten Bereichen, ein schuppender oder masernförmiger Ausschlag erscheint und sich zusätzlich Gelenkschmerzen einstellen, sollten Sie sich umgehend an einen Arzt wenden.

Besondere Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Sodbrennen

Kinder und Jugendliche sollten diese Mittel für eine Eigenbehandlung von Sodbrennen nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt bekommen.

Magen- und Zwölf­finger­darm­geschwüre und Speiseröhren­entzündung

Esomeprazol Tabletten oder Kapseln zum Einnehmen können an Kinder ab 12 Jahre verabreicht werden. Nexium Granulat können Kinder von ein bis elf Jahre bekommen, wenn saurer Magensaft in die Speiseröhre zurückfließt. Außerdem kann das Mittel bei Kindern ab vier Jahren in Kombination mit Antibiotika eingesetzt werden, wenn ein Zwölffingerdarmgeschwür besteht, das durch eine Infektion mit Helicobacter pylori verursacht wurde.

Omeprazol kann bei Kindern über einem Jahr und mit einem Körpergewicht über 10 Kilogramm eingesetzt werden, wenn eine schwere Speiseröhrenentzündung und nachweislich ein Rückfluss von saurem Mageninhalt in die Speiseröhre besteht. Darüber hinaus können Kinder über vier Jahre Omeprazol bekommen, wenn es darum geht, Helicobacter zu beseitigen, dann in Kombination mit Antibiotika. Die Dosierung ist entsprechend anzupassen. Auch wenn Mageninhalt beim Aufstoßen immer wieder die Atemwege erreicht, sollte das Kind mit Omeprazol behandelt werden.

Pantoprazol kann Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren gegeben werden.

Lansoprazol und Rabeprazol sollten bei Kindern nicht eingesetzt werden, weil dafür kaum oder nur wenige Erfahrungen vorliegen.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

In der Schwangerschaft sollten Sie säureblockierende Mittel nur einnehmen, wenn sich das Sodbrennen mit Antazida oder dem säurehemmenden Wirkstoff Ranitidin nicht ausreichend lindern ließ und nur nach Rücksprache mit einem Arzt. Wenn er die Einnahme befürwortet, sollten Sie Omeprazol bevorzugen, weil damit die längeren Erfahrungen vorliegen.

In der Stillzeit können Sie von den säureblockierenden Mitteln die Wirkstoffe Omeprazol oder Pantoprazol einsetzen, aber auch dann nur nach Rücksprache mit einem Arzt und wenn Antazida nicht ausreichend wirken.

Für ältere Menschen

Magen- und Zwölf­finger­darm­geschwüre und Speiseröhren­entzündung

Wenn eine Langzeitanwendung erforderlich ist, sollte die niedrigste noch wirksame Dosis eingesetzt werden, um das Risiko für unerwünschte Wirkungen möglichst gering zu halten.

Zur Verkehrstüchtigkeit

Wenn Schwindelanfälle oder Sehstörungen auftreten, sollten Sie nicht aktiv am Verkehr teilnehmen, keine Maschinen bedienen und keine Arbeiten ohne sicheren Halt verrichten.

*korrigiert am 28.06.2019

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