Medikamente im Test

Pflanzliches Mittel: Yohimbin

Wirkungsweise

Yohimbin wirkt auf das zentrale Nervensystem. Es lässt das Herz schneller schlagen, beeinflusst den Blutdruck und regt die Aktivität an. Erektionsstörungen sollen auf diesem Weg beeinflusst werden. Ferner wird vermutet, dass es die Blutzufuhr zum Penis verbessert und auf die Schwellkörper wirkt. Vollends geklärt ist seine Wirkweise jedoch nicht. Der Inhaltsstoff Yohimbin wird aus der Rinde eines afrikanischen Baumes (Yohimbe-Baum, lat. Pausinystalia yohimbe), der auch als Potenzholz bezeichnet wird, gewonnen.

Die Studien zur therapeutischen Wirksamkeit von Yohimbin haben widersprüchliche Ergebnisse erbracht. Doch selbst wenn eine Wirksamkeit gegeben schien, war sie nur gering. Die Qualität der Studien ist unzureichend, außerdem nahmen an ihnen nur relativ wenige Männer teil. Aussagekräftige Studien, die Yohimbin im Vergleich zu PDE-Hemmern oder Alprostadil untersuchen, fehlen. Ob Yohimbin einen zusätzlichen Effekt hat, wenn es gemeinsam mit diesen angewendet wird, ist nicht untersucht. Aus diesen Gründen wird Yohimbin als "wenig geeignet" bewertet – auch wenn damit nur eine unterstützende Behandlung beabsichtigt ist. Es kann allenfalls als Therapieversuch infrage kommen, wenn jemand PDE-Hemmer wie Viagra nicht einnehmen darf und es ablehnt, sich Alprostadil in den Penis oder die Harnröhre zu injizieren.

Yohimbin hat keinen Einfluss auf Sexualstörungen bei Frauen und soll von ihnen nicht angewendet werden.

Anwendung

Das Mittel wird über mehrere Wochen täglich eingenommen.

Zu Beginn der Behandlung soll von dem Mittel zweimal täglich eine Tablette eingenommen werden. Die Dosierung kann schrittweise auf dreimal täglich zwei Tabletten erhöht werden. Dieses Vorgehen soll das Risiko von Nebenwirkungen herabsetzen. Allerdings war in einigen klinischen Studien der therapeutische Effekt von weniger als 15 bis 20 Milligramm Yohimbin – das entspricht drei bis vier Tabletten des Präparats – nicht größer als der eines Scheinmedikaments.

Bis zu einer spürbaren Wirkung können zwei bis drei Wochen vergehen. Die Behandlungsdauer wird mit einem Zeitraum von üblicherweise acht Wochen angegeben.

Gegenanzeigen

Unter folgenden Bedingungen dürfen Sie das Mittel nicht einsetzen:

  • Sie haben sehr niedrigen Blutdruck (unter 90/50 mmHg).
  • Sie haben zu hohen Blutdruck, eine koronare Herzkrankheit oder Herzrhythmusstörungen, bei denen das Herz viel zu schnell schlägt.
  • Sie haben einen grünen Star (Glaukom).
  • Sie leiden an einem Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür.
  • Bei Ihnen liegt eine psychische Erkrankung vor, insbesondere eine Angststörung oder eine allgemein gestörte Stimmung.
  • Die Funktion Ihrer Leber oder der Nieren ist stark eingeschränkt.
  • Sie müssen Arzneimittel einnehmen, die im Zentralnervensystem wirken, beispielsweise starke Schmerzmittel, Schlaf- oder Beruhigungsmittel. Dann kann es zu einer unerwünschten Wirkverminderung bzw. -verstärkung kommen.

Unter folgenden Bedingungen sollten Sie das Mittel nur einsetzen, wenn der Arzt Nutzen und Risiken der Anwendung besonders sorgfältig abgewogen hat:

  • Ihre Nierenfunktion ist leicht bis mäßig eingeschränkt. Das kann sich durch die Einnahme von Yohimbin verschlimmern.
  • Ihre Leberfunktion ist leicht bis mäßig eingeschränkt. Dann verzögert sich der Abbau von Yohimbin. Das kann das Risiko für Nebenwirkungen erhöhen.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Wenn Sie noch andere Medikamente nehmen, ist zu beachten:

  • Durch Yohimbin können gleichzeitig eingenommene Mittel gegen Depressionen stärker wirken und vermehrt zu Nebenwirkungen führen.
  • Wenn Sie einen erhöhten Blutdruck mit Clonidin senken und gleichzeitig Yohimbin einnehmen, können beide Mittel sich in ihrer Wirkung abschwächen.

In Kombination mit anderen blutdrucksenkenden Mitteln kann Yohimbin die Wirkung so abschwächen, dass das Blutdruckmittel nicht mehr wirkt. Dann steigt der Blutdruck wieder an.

Nebenwirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

Bis zu 10 von 1 000 Behandelten berichten über Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit und Erbrechen, Appetitlosigkeit und Durchfall.

Muss beobachtet werden

Yohimbin kann den Blutdruck ansteigen lassen und Herzrhythmusstörungen auslösen. Bei 1 bis 10 von 10 000 Behandelten kann der Blutdruck aber auch stark abfallen. Wenn Ihnen nach der Einnahme des Mittels schwindlig wird oder Kopfschmerzen auftreten, sollten Sie es nicht mehr einnehmen und einen Arzt aufsuchen.

Yohimbin kann zu nervösen Zuständen und Erregungszuständen führen. Wenn Sie nach der Einnahme schlecht schlafen, schwitzen oder zittern, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Das Gleiche gilt, wenn Sie bemerken, dass sich Ihre Stimmungslage verändert und Sie häufiger unter Angst leiden.

Wenn die Haut sich verstärkt rötet und juckt, reagieren Sie möglicherweise allergisch auf das Mittel. Bei solchen Hauterscheinungen sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um zu klären, ob es sich tatsächlich um eine allergische Hautreaktion handelt.

Sofort zum Arzt

Wenn sich schwere Hauterscheinungen mit Rötung und Quaddeln an Haut und Schleimhäuten sehr rasch (meist innerhalb von Minuten) entwickeln und zusätzlich Luftnot oder eine Kreislaufschwäche mit Schwindel und Schwarzsehen oder Durchfälle und Erbrechen auftreten, kann es sich um eine lebensbedrohliche Allergie bzw. einen lebensbedrohlichen allergischen Schock (anaphylaktischer Schock) handeln. In diesem Fall müssen Sie die Behandlung mit dem Medikament sofort stoppen und den Notarzt (Telefon 112) verständigen.

Besondere Hinweise

Für ältere Menschen

Leber und Nieren arbeiten bei älteren Menschen oft nur noch eingeschränkt. Dadurch steigt die Gefahr von unerwünschten Wirkungen bei Einnahme von Yohimbin.

Zur Verkehrstüchtigkeit

Yohimbin kann den Blutdruck ansteigen oder stark abfallen lassen und zu Schwindel führen. Wenn Sie davon betroffen sind, kann Ihre Fähigkeit beeinträchtigt sein, aktiv am Verkehr teilzunehmen, Maschinen zu bedienen und Arbeiten ohne sicheren Halt zu verrichten.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs