Medikamente im Test
  • Über 9 000 Medikamente
  • Geprüft durch unabhängige Experten
  • Ständig aktualisiert

Pflanzliches Mittel: Teufelskralle

Wirkungsweise

Mittel aus Teufelskralle (Harpagophytum procumbens) sollen bei Entzündungen und Schmerzen helfen. Teufelskralle ist ein Strauch, der im südlichen Afrika heimisch ist. Medizinisch werden dessen getrocknete Wurzeln verwendet. In den Wurzeln wurden Inhaltsstoffe mit entzündungshemmender und schmerzstillender Wirkung gefunden. Diese machen die in mehreren Studien festgestellten positiven Effekte auf Schmerzen im Bewegungssystem zwar plausibel, insgesamt sind die Studienergebnisse aber widersprüchlich und der Nutzen ist noch nicht eindeutig belegt. Teufelskrallenextrakt kann unerwünschte Wirkungen haben; selbst schwerwiegende Nebenwirkungen wie Gelbsucht und Blutungen im Magen-Darm-Trakt können nicht ausgeschlossen werden. Zudem fehlen Daten zur Langzeitverträglichkeit.

Teufelskralle wird daher als "mit Einschränkung geeignet" angesehen, um eine Behandlung von akuten Gelenkbeschwerden, die auf Verschleißerscheinungen beruhen, zu unterstützen. Therapeutische Wirksamkeit und Langzeitverträglichkeit sollten aber auch hierfür noch besser belegt werden.

Als alleiniges Medikament genügt dieser Pflanzenextrakt dagegen nicht. Seine Wirkstärke ist deutlich geringer als die der innerlich anzuwendenden entzündungshemmenden NSAR. Für die alleinige Anwendung werden die Mittel daher als "wenig geeignet" beurteilt.

Anwendung

Für eine spürbare Wirkung müssen die Mittel längere Zeit eingenommen werden. Eine solche Langzeitbehandlung sollte allerdings ein Arzt begleiten.

Gegenanzeigen

Teufelskralle darf bei einem Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür nicht eingenommen werden. Bei Gallensteinen sollte ein Arzt die Behandlung mit Teufelskralle überwachen.

Nebenwirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Kopfschmerzen und Schwindel können selten auftreten.

Muss beobachtet werden

Bei Fieber, Atemnot, Übelkeit, Erbrechen und starken Schmerzen im Oberbauch, die bis in den Rücken ausstrahlen können, sollten Sie sich umgehend in ärztliche Behandlung begeben. Es könnte sich um eine akute Entzündung der Bauchspeicheldrüse handeln.

In Einzelfällen kann Teufelskrallenextrakt den Blutzucker ansteigen lassen. Diabetiker sollten daher bei Beginn der Einnahme den Blutzucker häufiger kontrollieren. Wenn das Mittel abgesetzt wird, normalisiert sich der Blutzucker wieder.

Wenn sich die Haut verstärkt rötet oder juckt, reagieren Sie vermutlich allergisch auf das Mittel. Dann sollten Sie es absetzen. Sind die Hauterscheinungen einige Tage später nicht deutlich abgeklungen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Sofort zum Arzt

Wenn starker Hautausschlag, Juckreiz, Herzrasen, Atemnot, Schwäche und Schwindel auftreten, müssen Sie die Anwendung sofort stoppen und unverzüglich den Notarzt (Telefon 112) rufen, weil es sich um eine lebensbedrohliche Allergie handeln kann.

Besondere Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Über die Anwendung bei Kindern unter zwölf Jahren gibt es keine ausreichenden Erkenntnisse. Dass der Extrakt bei ihnen eine therapeutische Wirksamkeit entfaltet und verträglich ist, ist nicht nachgewiesen. Sie dürfen daher die Mittel nicht bekommen. Bei einigen Präparaten wird die Anwendung erst ab 18 Jahren empfohlen.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Über die Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit gibt es keine ausreichenden Erkenntnisse. Sicherheitshalber sollten Sie die Mittel nicht anwenden.

Sie sehen nun nur noch Informationen zu: ${filtereditemslist}.

Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs