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Pflanzliches Mittel: Teufelskralle

Wirkungsweise

Mittel aus Teufelskralle (Harpagophytum procumbens) sollen bei Entzündungen und Schmerzen helfen. Testergebnis Teufelskralle

Teufelskralle ist ein Strauch, der im südlichen Afrika heimisch ist. Medizinisch werden dessen getrocknete Wurzeln verwendet. In den Wurzeln wurden Inhaltsstoffe mit entzündungshemmender und schmerzstillender Wirkung gefunden. Diese machen einen möglichen Effekt bei Arthrose und Gelenkbeschwerden zwar plausibel, insgesamt sind die Studienergebnisse aber widersprüchlich und der Nutzen am Menschen somit nicht eindeutig belegt. Teufelskrallenextrakt kann unerwünschte Wirkungen haben; selbst schwerwiegende Nebenwirkungen wie Gelbsucht und Blutungen im Magen-Darm-Trakt können nicht ausgeschlossen werden. Zudem fehlen Daten zur Langzeitverträglichkeit.

Teufelskralle kann allenfalls unterstützend bei der Behandlung von akuten Gelenkbeschwerden, die auf Verschleißerscheinungen beruhen, eingesetzt werden. Hierfür ist es lediglich mit Einschränkung geeignet. Die therapeutische Wirksamkeit und Langzeitverträglichkeit sollten noch besser belegt werden.

Als alleiniges Medikament genügt dieser Pflanzenextrakt dagegen nicht. Seine Wirkstärke ist deutlich geringer als die der innerlich anzuwendenden entzündungshemmenden NSAR. Für die alleinige Anwendung werden die Mittel daher als "wenig geeignet" beurteilt.

Anwendung

Für eine spürbare Wirkung muss der Pflanzenextrakt mehrere Wochen eingenommen werden. Eine Langzeitbehandlung sollte allerdings ein Arzt begleiten.

Gegenanzeigen

Teufelskralle darf bei einem Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür nicht eingenommen werden. Bei Gallensteinen sollte ein Arzt die Behandlung mit Teufelskralle überwachen.

Nebenwirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

Während der Behandlung können Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Kopfschmerzen und Schwindel vorübergehend auftreten.

Muss beobachtet werden

Bei Fieber, Atemnot, Übelkeit, Erbrechen und starken Schmerzen im Oberbauch, die bis in den Rücken ausstrahlen können, sollten Sie sich umgehend in ärztliche Behandlung begeben. Es könnte sich um eine akute Entzündung der Bauchspeicheldrüse handeln. Derartiges ist bisher in nur wenigen Einzelfällen im Zusammenhang mit der Anwendung von Teufelskrallenextrakt aufgetreten.

In Einzelfällen kann Teufelskrallenextrakt den Blutzucker ansteigen lassen. Diabetiker sollten daher bei Beginn der Einnahme den Blutzucker häufiger kontrollieren. Wenn das Mittel abgesetzt wird, normalisiert sich der Blutzucker wieder.

Wenn die Haut sich verstärkt rötet und juckt, reagieren Sie möglicherweise allergisch auf das Mittel. Haben Sie sich das Mittel zur Eigenbehandlung ohne Rezept besorgt, sollten Sie es absetzen. Sind die Hauterscheinungen auch einige Tage nach dem Absetzen nicht deutlich abgeklungen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Sofort zum Arzt

Wenn sich schwere Hauterscheinungen mit Rötung und Quaddeln an Haut und Schleimhäuten sehr rasch (meist innerhalb von Minuten) entwickeln und zusätzlich Luftnot oder eine Kreislaufschwäche mit Schwindel und Schwarzsehen oder Durchfälle und Erbrechen auftreten, kann es sich um eine lebensbedrohliche Allergie bzw. einen lebensbedrohlichen allergischen Schock (anaphylaktischer Schock) handeln. In diesem Fall müssen Sie die Behandlung mit dem Medikament sofort stoppen und den Notarzt (Telefon 112) verständigen.

Besondere Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Über die Anwendung bei Kindern unter zwölf Jahren gibt es keine ausreichenden Erkenntnisse. Dass der Extrakt bei ihnen eine therapeutische Wirksamkeit entfaltet und verträglich ist, ist nicht nachgewiesen. Sie dürfen daher die Mittel nicht bekommen. Bei einigen Präparaten wird die Anwendung erst ab 18 Jahren empfohlen.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Über die Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit gibt es keine ausreichenden Erkenntnisse. Sicherheitshalber sollten Sie die Mittel nicht anwenden.

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