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Pflanzliches Mittel: Sägepalme

Wirkungsweise

Mit dem Extrakt der Sägepalmenfrüchte werden Beschwerden beim Wasserlassen behandelt, die im Zusammenhang mit einer vergrößerten Prostata auftreten.

Die Sägepalme, botanisch Serenoa repens (auch Sabal serrulatum) ist eine Palmenart, die im Südosten der USA heimisch ist. Um die arzneilich interessanten, fettlöslichen Bestandteile herauszulösen, werden die Früchte mit Alkohol behandelt.

Experimentelle Untersuchungen geben Hinweise darauf, wie eine Wirkung von Sägepalmenextrakt zustande kommen könnte. Danach hemmt der Extrakt unter anderem ein Enzym, die 5-alpha-Reduktase, im Körper. Ohne dass dieses Enzym auf das männliche Sexualhormon Testosteron einwirkt, kann dieses das Zellwachstum der Prostata nicht anregen. Auf diesem Weg könnte Sägepalmenfruchtextrakt bei vergrößerter Prostata wirken.

In einer Reihe von Studien ist untersucht worden, inwieweit Sägepalmenfruchtextrakt bei Männern mit vergrößerter Prostata die Beschwerden bessern kann. Die Ergebnisse schienen zunächst auf eine positive Wirksamkeit hinzudeuten. Das änderte sich, als eine Gruppe von Wissenschaftlern 30 Studien, an denen insgesamt mehr als 5 000 Männer teilgenommen hatten, gemeinsam auswerteten. Dabei wurde klar, dass die Einnahme von Sägepalmenfruchtextrakt nicht besser wirkt als eine Scheinbehandlung. Effekte in kleineren Studien, z. B. die Verringerung der Zahl nächtlicher Toilettengänge, die zunächst Hoffnung machten, ließen sich in größeren Studien von besserer Qualität nicht bestätigen. Daher gelten die Mittel nun als "wenig geeignet". Darüber hinaus fehlen weiterhin Langzeituntersuchungen, die klären, ob durch die Einnahme von Sägepalmenfruchtextrakt weniger Komplikationen durch die vergrößerte Prostata auftreten, wie z. B. ein akuter Harnverhalt, und ob weniger Operationen aufgrund zunehmender Beschwerden durchgeführt werden müssen.

Achtung

Wenn Sie mit dem Urin Blut ausscheiden, Sie kein Wasser mehr lassen können oder wenn Schmerzen beim Wasserlassen den Verdacht auf eine Harnwegsinfektion nahelegen, ist ärztliches Eingreifen notwendig.

Gegenanzeigen

Unter folgenden Bedingungen sollten Sie das Mittel nur nach Rücksprache mit einem Arzt einsetzen und wenn dieser Nutzen und Risiken der Anwendung besonders sorgfältig abgewogen hat:

  • Sie haben eine Blutgerinnungsstörung. Die Mittel können die Blutgerinnungsfähigkeit beeinträchtigen. Dann werden länger andauernde Blutungen wahrscheinlicher.
  • Sie haben erhöhten Blutdruck. Die Mittel können den Druck weiter ansteigen lassen.
  • Sie haben einen empfindlichen Magen oder leiden an einer Magen-Darm-Erkrankung. Beides kann durch das Mittel verschlimmert werden.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Wenn Sie noch andere Medikamente nehmen, ist zu beachten:

  • Bei gleichzeitiger Einnahme von Acetylsalicylsäure (ASS, bei Schmerzen) können sich die Magenbeschwerden verstärken, die zu den unerwünschten Wirkungen beider Medikamente gehören.
  • Bei Männern, die wegen einer Funktionsschwäche der Hoden mit Testosteron behandelt werden, wirkt das Hormon möglicherweise schwächer, wenn sie Sägepalmenfruchtextrakt einnehmen.

Nebenwirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

Vereinzelt können leichte Magen-Darm-Störungen auftreten.

Manche Männer berichten über Kopfschmerzen und Müdigkeit. In aller Regel vergehen diese Beschwerden binnen Kurzem von selbst.

Muss beobachtet werden

Der Blutdruck kann ansteigen. Vor allem wenn Sie zu hohem Blutdruck neigen oder wenn Sie bereits wissen, dass Ihr Blutdruck erhöht ist, sollten Sie insbesondere zu Beginn der Behandlung regelmäßig den Blutdruck messen. Wenden Sie sich an einen Arzt, wenn der Druck über 140/90 mmHg liegt.

Wenn die Haut sich verstärkt rötet und juckt, reagieren Sie möglicherweise allergisch auf das Mittel. Haben Sie sich das Mittel zur Eigenbehandlung ohne Rezept besorgt, sollten Sie es absetzen. Sind die Hauterscheinungen auch einige Tage nach dem Absetzen nicht deutlich abgeklungen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

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