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Pflanzliches Mittel: Rosskastanie

Wirkungsweise

Extrakte aus Rosskastanien sollen entzündungshemmend wirken und die Blutgefäße von innen "abdichten", sodass sich im Gewebe weniger Flüssigkeit ansammelt.

Die bisher vorliegenden Studien mit Rosskastaniensamenextrakt untersuchten lediglich, ob der Wirkstoff verhindert, dass die Beine anschwellen. Es kam heraus, dass das Beinvolumen geringfügig um 20 bis 80 Milliliter abnimmt. Solche Schwankungen im Beinvolumen treten aber auch normalerweise im Laufe eines Tages auf und es ist unklar, ob sich dieser Effekt auf den Krankheitsverlauf auswirkt. Der Vergleich mit einer Kompressionstherapie durch Strümpfe oder Verbände weist darauf hin, dass die Tabletten hierin wohl ähnlich wirksam waren wie die Kompressionstherapie. Allerdings ist unklar, ob dieser Effekt auch bei einer langfristigen Behandlung mit dem Extrakt anhält und das Fortschreiten der Erkrankung verhindert.

Eine Übersichtsarbeit, die alle Studien mit Rosskastanienextrakt zur Behandlung von Venenerkrankungen zusammenfasst, bestätigt diese Einschätzung: Rosskastanienextrakt scheint bei chronisch venöser Insuffizienz im Vergleich zu Placebo wohl einen gewissen Effekt auf die untersuchten Endpunkte Beinschmerzen, Ödeme, Juckreiz sowie Beinvolumen und Beinumfang zu haben. Wie das den Krankheitsverlauf beeinflusst, ist jedoch nicht eindeutig beurteilbar. Die Mehrzahl der gefundenen Studien ist älteren Datums und hat eine methodisch schlechtere Qualität. Hinzu kommt, dass nur vergleichsweise wenig Patienten bei diesen Studien untersucht wurden und nicht alle Effekte, die zur Beurteilung der Wirksamkeit relevant sind, berücksichtigt wurden. Mehr als die Hälfte der Studien lief über maximal vier Wochen, sodass die bisher vorhandenen Belege zu Rosskastanienextrakt bei chronisch venöser Insuffizienz nur für eine Kurzzeittherapie gilt.

Insgesamt ist die therapeutische Wirksamkeit somit noch nicht ausreichend nachgewiesen. Die Mittel sind mit Einschränkung geeignet und sollten allenfalls unterstützend eingesetzt werden, zusätzlich zu einer Kompressionsbehandlung. Vor allem bei bereits deutlich ausgeprägter Venenschwäche können sie eine Kompressionsbehandlung mit Strümpfen oder Verbänden nicht ersetzen.

Nebenwirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

In seltenen Fällen können Magenbeschwerden und Übelkeit auftreten.

Venostasin retard: Sehr selten können Kopfschmerzen entstehen.

Muss beobachtet werden

Wenn die Haut sich rötet und juckt, reagieren Sie vermutlich allergisch auf das Mittel. Dann sollten Sie es absetzen. Sind die Hauterscheinungen einige Tage später nicht deutlich abgeklungen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Besondere Hinweise

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Über die Risiken einer Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit gibt es keine ausreichenden Erkenntnisse. Sicherheitshalber sollten Sie die Mittel daher nicht anwenden.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs