Medikamente im Test

Pflanzliches Mittel: Pfefferminzöl

Wirkungsweise

Das ätherische Öl der Pfefferminze (Mentha piperita) wird aus den frisch geernteten, blühenden Zweigspitzen der Pflanze gewonnen. Der Hauptinhaltsstoff ist Menthol. Das Öl wird sowohl innerlich als auch äußerlich eingesetzt.

Gallenbeschwerden und Gallensteine und Verdauungs­beschwerden

Nimmt man Pfefferminzöl ein, wirkt es krampflösend und entblähend bei Beschwerden im Magen-Darm-Bereich. Die derzeitige Studienlage ist allerdings noch unbefriedigend, sodass das Mittel nur mit Einschränkung geeignet bei krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden ist. Die therapeutische Wirksamkeit sollte mit weiteren Studien noch besser belegt werden.

Gallenbeschwerden und Gallensteine

Pfefferminzöl soll den Gallenfluss anregen und entkrampfend auf die glatte Muskulatur von Magen und Darm wirken. Dass diese Wirkungen Menschen mit Gallebeschwerden helfen, ist jedoch nicht ausreichend durch Studien belegt. Das Mittel ist für die Behandlung von krampfartigen Beschwerden der Gallenwege daher wenig geeignet.

Schmerzen

Äußerlich angewendetes Pfefferminzöl dringt nach dem Auftragen in die Haut ein und erregt die dort befindlichen Kälterezeptoren. Dadurch entsteht ein lang anhaltendes Kältegefühl, auf dem möglicherweise die schmerzlindernden Effekte beruhen. Daneben steigert Pfefferminzöl die Durchblutung und wirkt entspannend auf die Muskulatur .

Gemäß den vorliegenden Studien kann man annehmen, dass auf Stirn und Schläfen aufgetragenes Pfefferminzöl bei Spannungskopfschmerzen hilfreich sein kann. Vorteilhaft ist, dass es keine Kopfschmerzen hervorrufen kann, die auf der (zu) häufigen Anwendung beruhen. Da aber noch nicht ausreichend belegt ist, dass das ätherische Öl einfachen Schmerzmitteln gleichwertig ist, wird das Mittel als "mit Einschränkung geeignet" bewertet. Es kann für diejenigen eine Behandlungsmöglichkeit sein, für die geeignete Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen und Paracetamol nicht infrage kommen oder die diesen Mitteln ablehnend gegenüberstehen.

Achtung

Die Tropfen dürfen nicht in die Augen gelangen, da das ätherische Öl die Bindehaut stark reizt. Haben Sie das Öl versehentlich an die Hände bekommen, sollten Sie diese sofort gründlich waschen. Auch mit offenen Wunden sollte das Öl nicht in Berührung kommen.

Gegenanzeigen

Gallenbeschwerden und Gallensteine und Verdauungs­beschwerden

Sie dürfen das Mittel nicht anwenden, wenn die Gallenwege blockiert sind (z. B. durch Gallensteine) oder die Gallenblase entzündet ist. Auch wenn die Leber schwer geschädigt ist oder der Darm entzündet, dürfen Sie das Mittel nicht einnehmen.

Wenn die Gallenblase Steine enthält, sollten Sie das Mittel nur nach Rücksprache mit einem Arzt einsetzen, wenn dieser Nutzen und Risiken sorgfältig abgewogen hat.

Nebenwirkungen

Gallenbeschwerden und Gallensteine und Verdauungs­beschwerden

Nicht verstoffwechseltes Menthol wird über die Atemluft ausgeschieden. Während der Behandlung kann der Atem deshalb nach Pfefferminze riechen.

Keine Maßnahmen erforderlich

Schmerzen

Die Haut kann leicht brennen, sich röten und jucken. Wenn Sie die Stelle dann gründlich mit Wasser reinigen, klingen die Symptome in der Regel ab.

Muss beobachtet werden

Wenn die Haut sich verstärkt rötet und juckt, reagieren Sie möglicherweise allergisch auf das Mittel. Haben Sie sich das Mittel zur Eigenbehandlung ohne Rezept besorgt, sollten Sie es absetzen. Sind die Hauterscheinungen auch einige Tage nach dem Absetzen nicht deutlich abgeklungen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Gallenbeschwerden und Gallensteine und Verdauungs­beschwerden

Bei empfindlichen Personen können bei Daueranwendung Magenbeschwerden wie Sodbrennen auftreten, insbesondere wenn der Schließmuskel am Mageneingang nicht richtig funktioniert (Refluxerkrankung). Wenn derartige Beschwerden einsetzen, sollten Sie das Mittel nicht weiter anwenden.

Pfefferminzöl kann die Schleimhäute angreifen. Nach dem Stuhlgang kann es daher zu schmerzhaften Hautirritationen im Afterbereich kommen. Diese lassen sich lindern, indem Sie die Haut mit lauwarmem Wasser abwaschen und mit weicher Zinkpaste eincremen (Pasta Zinci mollis). Halten die Beschwerden an, sollten Sie das Pfefferminzöl nicht weiter einnehmen.

Besondere Hinweise

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Gallenbeschwerden und Gallensteine und Verdauungs­beschwerden

In Schwangerschaft und Stillzeit sollten Sie Pfefferminzöl nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt einnehmen.

Schmerzen

Pfefferminzöl kann äußerlich während der Schwangerschaft und Stillzeit angewendet werden.

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Gallenbeschwerden und Gallensteine und Verdauungs­beschwerden

Kindern unter zwei Jahren dürfen Sie die Tropfen nicht geben, weil Pfefferminzöl zu einer Verkrampfung der Stimmritze, des Kehlkopfes und der Atemwege führen kann. Generell fehlen für Kinder bis zu zwölf Jahren ausreichende Untersuchungen zu Wirksamkeit und Verträglichkeit von Pfefferminzöl. Sie sollten es deshalb bei Kindern nicht anwenden.

Schmerzen

Bei Kindern unter zwei Jahren dürfen Sie das Mittel nicht anwenden, weil Pfefferminzöl zu einer Verkrampfung der Stimmritze, des Kehlkopfes und der Atemwege führen kann. Der Hersteller empfiehlt, dass Euminz nicht bei Kindern unter sechs Jahren äußerlich gegen Schmerzen angewendet werden soll.

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