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Pflanzliches Mittel: Pelargonium

Wirkungsweise

Dieser Extrakt aus der Wurzel der südafrikanischen Kaplandpelargonie soll bei akuter Bronchitis helfen. Der Wirkmechanismus ist noch weitgehend unklar. Nach experimentellen Untersuchungen sollen die darin enthaltenen Substanzen antibakteriell und schleimlösend wirken und das Immunsystem unspezifisch anregen, mit Krankheitskeimen – vor allem Viren – besser fertig zu werden. Außerdem soll der Extrakt dazu beitragen, dass sich Viren oder Bakterien schlechter an die Schleimhaut von Nase, Mund, Rachen und Mandeln anheften können.

Die bisherigen Studienergebnisse zur Anwendung der Tropfen bei akuter Bronchitis lassen noch keine klare Aussage zur therapeutischen Wirksamkeit zu, sie sind deshalb mit Einschränkung geeignet.

Die Studienlage zum Einsatz der Tabletten ist noch wesentlich dürftiger. Im Vergleich mit einem Scheinmedikament (Placebo) konnten die Tabletten die Krankheitsdauer bei akuter Bronchitis nicht wesentlich verkürzen. Ob der Saft therapeutisch wirksam ist, wurde bisher noch nicht in hochwertigen Studien untersucht. Tabletten und Saft sind bei akuter Bronchitis deshalb wenig geeignet.

Umckaloabo wird in den Apotheken vor allem als Erkältungsmittel angeboten. Es ist jedoch nur für die Behandlung der akuten Bronchitis zugelassen, deren Hauptsymptom Husten ist. Dieser ist bei Erkältungen aber nur eines von mehreren Symptomen.

Anwendung

Bessern sich die Beschwerden innerhalb einer Woche nicht deutlich, hält hohes Fieber trotz der Behandlung mehrere Tage an, treten Atemnot oder blutiger Auswurf auf, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Länger als drei Wochen sollten Sie das Mittel nicht anwenden.

Achtung

Die Tropfen enthalten Alkohol. Personen mit Alkoholproblemen dürfen das Mittel nicht einnehmen. Auch Leberkranke und Menschen mit Anfallleiden sollten den Alkoholgehalt berücksichtigen. Darüber hinaus kann Alkohol die Wirkung vieler Arzneimittel (z. B. Schlaf- und Beruhigungsmittel, Psychopharmaka, starke Schmerzmittel, einige Mittel bei hohem Blutdruck) verstärken.

Gegenanzeigen

Wenn Sie eine erhöhte Neigung zu Blutungen haben oder wegen erhöhter Thrombosegefahr mit Medikamenten behandelt werden, die die Gerinnungsfähigkeit des Blutes herabsetzen, dürfen Sie Umckaloabo nicht anwenden.

Wenn Sie eine schwere Leber- oder Nierenerkrankung haben, sollten Sie Umckaloabo vorsichtshalber nicht einnehmen. Es ist vereinzelt beobachtet worden, dass das Mittel die Leber schädigen kann. Insgesamt liegen dazu aber noch keine ausreichenden Erfahrungen vor.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Unbedingt beachten

Umckaloabo kann möglicherweise die Wirkung der gerinnungshemmenden Mittel Phenprocoumon und Warfarin, die bei erhöhter Thrombosegefahr als Tabletten eingenommen werden, verstärken. Wenn Sie mit solchen Medikamenten behandelt werden, dürfen Sie Umckaloabo nicht einnehmen. Näheres hierzu lesen Sie unter Mittel zur Blutverdünnung: verstärkte Wirkung.

Nebenwirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

Bei bis zu 10 von 1 000 Behandelten können Magen-Darm-Beschwerden mit Sodbrennen, Übelkeit und Durchfall auftreten.

Muss beobachtet werden

Wenn die Haut sich verstärkt rötet und juckt, reagieren Sie vermutlich allergisch auf das Mittel. Bei solchen Hauterscheinungen sollten Sie das Mittel nicht weiter einnehmen und einen Arzt aufsuchen.

Bei bis zu 10 von 10 000 Behandelten tritt Zahnfleisch- oder Nasenbluten auf. Geschieht das wiederholt, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Das Mittel enthält mit Cumarinen Bestandteile, die die Leber angreifen können. Bei mehr als 1 von 1 000 Behandelten können sich die Leberwerte erhöhen. In Einzelfällen wurde von Leberschädigungen berichtet. Treten Übelkeit, Erbrechen und/oder dunkel gefärbter Urin auf und ist der Stuhl auffällig hell, sollten Sie das Mittel absetzen und einen Arzt aufsuchen.

Sofort zum Arzt

Wenn starker Hautausschlag, Juckreiz, Herzrasen, Atemnot, Schwäche und Schwindel auftreten, müssen Sie die Einnahme sofort stoppen und unverzüglich den Notarzt (Telefon 112) rufen, weil es sich um eine lebensbedrohliche Allergie handeln kann.

Besondere Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Saft, Tropfen: Zur Behandlung von Säuglingen liegen keine ausreichenden Erfahrungen vor. Im ersten Lebensjahr sollten Kinder das Mittel deshalb nicht bekommen und Kinder unter sechs Jahren nur nach Rücksprache mit einem Arzt. Bedenken Sie außerdem, dass die Tropfen Alkohol enthalten. Alkoholfreie Mittel sind vorzuziehen.

Tabletten: Dieses Mittel dürfen Kinder unter zwölf Jahren nicht bekommen.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Bisher liegen keine ausreichenden Erfahrungen zur Anwendung während Schwangerschaft und Stillzeit vor. Sie sollten das Mittel in dieser Zeit sicherheitshalber nicht einnehmen. Bedenken Sie auch, dass die Tropfen Alkohol enthalten. Alkoholfreie Mittel sind vorzuziehen.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs