Medikamente im Test

Pflanzliches Mittel: Mönchspfeffer

Wirkungsweise

Der Extrakt von Mönchspfeffer (Keuschlamm, Agnus castus) soll die Wirkung des Hormons Prolaktin im Gehirn hemmt, darauf weisen Untersuchungen an Tieren und isolierten Geweben hin. Damit könnten sich Zyklusstörungen beeinflussen lassen, denn dieses Hormon ist am Zyklusgeschehen beteiligt. Da die therapeutische Wirksamkeit von Mönchspfefferextrakt bei Zyklusstörungen jedoch in klinischen Studien nicht ausreichend nachgewiesen ist, werden die Präparate hierfür als "wenig geeignet" bewertet.

Auf das PMS könnte Mönchspfeffer aber positiv einwirken, weil bei einigen Frauen unter anderem überhöhte Prolaktinspiegel die Ursache für das Gefühl von Brustspannen sind. Welcher Inhaltsstoff des Extrakts für eine Wirkung verantwortlich sein könnte, ist bisher aber noch unklar.

Lange Zeit wurde die therapeutische Wirksamkeit einer Behandlung mit Mönchspfefferextrakt bei prämenstruellen Beschwerden infrage gestellt. Neuere Studien ergeben ein anderes Bild. Danach lindert die Einnahme dieses Pflanzenextrakts typische PMS-Beschwerden wie Nervosität, Ruhelosigkeit, Brustspannen, Kopfschmerzen und Völlegefühl besser als ein Scheinmedikament. Aufgrund der Auswahl der Studienteilnehmerinnen und der wissenschaftlichen Qualität der Studien lässt sich allerdings noch nicht angeben, wie groß der Effekt ist. Daher sind noch weitere Studien erforderlich. Mönchspfefferextrakt wird zur Anwendung bei PMS als "mit Einschränkung geeignet" bewertet.

Anwendung

Bevor sich die Wirksamkeit der Mittel beurteilen lässt, müssen sie mindestens zwei bis drei Wochen lang eingenommen werden. Die Hersteller raten zu einer dreimonatigen Behandlung. Eine Langzeitbehandlung sollte vom Arzt begleitet werden.

Achtung

Agnolyt MADAUS Tinktur, Cefanorm Lösung: Frauen mit Alkoholproblemen dürfen die Tropfen nicht einnehmen. Auch Frauen mit Lebererkrankungen oder mit Anfallleiden sollten den Alkoholgehalt berücksichtigen. Darüber hinaus kann Alkohol die Wirkung vieler Arzneimittel (z. B. Schlaf- und Beruhigungsmittel, Psychopharmaka, starke Schmerzmittel, einige Mittel bei hohem Blutdruck) verstärken.

Gegenanzeigen

Bei Tumoren der Hirnanhangdrüse und bei Brustkrebs dürfen Sie Mittel mit Keuschlammextrakt nicht anwenden.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Bei der gleichzeitigen Einnahme von Mönchspfefferextrakt und Medikamenten wie Haloperidol oder Chlorpromazin (bei Schizophrenien und anderen Psychosen) oder Tamoxifen oder Anastrozol (bei Brustkrebs) können sich die jeweiligen Wirkungen abschwächen.

Bei der gleichzeitigen Einnahme von Mönchspfefferextrakt und Medikamenten wie Estrogenvalerat (bei Wechseljahresbeschwerden) oder Pramipexol, Ropinirol oder Rotigotin (bei Parkinsonkrankheit) können sowohl die jeweiligen Wirkungen als auch die Nebenwirkungen verstärkt ausfallen.

Nebenwirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

Die Haut kann sich röten und es können Pickel entstehen. Beides vergeht, wenn Sie das Mittel absetzen.

Vorübergehend können Kopfschmerzen und Schwindel auftreten.

Muss beobachtet werden

Wenn die Haut sich verstärkt rötet und juckt, reagieren Sie vermutlich allergisch auf das Mittel. Dann sollten Sie es absetzen. Sind die Hauterscheinungen einige Tage später nicht deutlich abgeklungen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Sofort zum Arzt

Die allergische Reaktion kann auch mit Schwellungen im Gesicht und Halsbereich einhergehen. Das kann zu Atembeschwerden und Schluckstörungen führen. Dann sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen.

Besondere Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Über die Anwendung bei Kindern und jungen Mädchen unter 18 Jahren gibt es keine ausreichenden Erkenntnisse. Die Mittel sollten bei ihnen daher nicht eingesetzt werden.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

In der Schwangerschaft gibt es keinen Grund, diese Arzneimittel einzunehmen. Sollten Sie während der Zeit, in der Sie die Mittel verwendet haben, schwanger geworden sein, brauchen Sie sich dennoch um die Gesundheit Ihres Kindes keine Sorgen zu machen.

Auch während der Stillzeit gibt es keinen Grund, den Zyklus zu regulieren und diese Mittel dafür einzusetzen. Vielmehr besteht beim Einsatz von Mönchspfefferextrakt die Möglichkeit, dass die Milchproduktion beeinträchtigt und so das Stillen erschwert wird.

Bedenken Sie darüber hinaus, dass einige flüssige Präparate Alkohol enthalten.

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