Medikamente im Test
  • Über 9 000 Medikamente
  • Geprüft durch unabhängige Experten
  • Ständig aktualisiert

Pflanzliches Mittel: Lavendelöl

Wirkungsweise

Das ätherische Öl von Lavendelblüten wird traditionell als Beruhigungsmittel eingesetzt. Das Mittel zum Einnehmen soll Unruhezustände bei ängstlicher Verstimmung dämpfen. Untersuchungen zur Wirksamkeit des Öls kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Es gab Studien, in denen Lavendelöl mit einem Scheinmedikament verglichen wurde, und Lavendelöl etwas wirksamer war. Allerdings liegen auch Untersuchungen vor, in denen sich Lavendelöl nicht von einer Scheinbehandlung unterschied. Außerdem hatten an diesen Studien auch Patienten teilgenommen, die an stärkeren Angstbeschwerden litten. Diese hätten besser durch einen Arzt behandelt werden sollen.

Es ist somit unklar, ob das Mittel auch bei einer Selbstbehandlung einer leichten ängstlichen Verstimmung wirksam ist. Denn auch eine Studie, bei der Patienten, die lediglich an ängstlicher Unruhe und Schlafstörungen litten, teilnahmen, kam zu widersprüchlichen Ergebnissen. Somit ist nicht verlässlich nachgewiesen, dass Lavendelöl besser angstlösend wirkt als eine Scheinbehandlung.

Die im Zusammenhang mit der inneren Unruhe auftretenden Schlafstörungen werden nach Einschätzung der Behandelten jedenfalls nicht relevant verbessert. Zudem berichten sie, dass das Mittel zu Aufstoßen und Übelkeit führt. Es kann darüber hinaus schwere Überempfindlichkeitsreaktionen verursachen.

Aus diesen Gründen wird Lavendelöl als "wenig geeignet" bewertet, um Unruhe aufgrund einer ängstlichen Verstimmung zu behandeln. Es kommt allenfalls nach Rücksprache mit dem Arzt als Behandlungsversuch infrage.

Anwendung

Es soll am Tag eine Kapsel mit 80 Milligramm Lavendelöl unzerkaut mit einem Glas Leitungswasser eingenommen werden.

Insbesondere wenn Sie zum Aufstoßen neigen, nehmen Sie das Mittel nicht im Liegen ein.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Es ist zu erwarten, dass Lavendelöl die Wirksamkeit von Barbituraten (bei Epilepsien) und Benzodiazepinen (bei Angststörungen) beeinträchtigen kann. Daher sollten Sie diese Arzneimittel vorsichtshalber nicht gleichzeitig mit Lavendelöl einnehmen.

Nebenwirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

7 von 100 Behandelten müssen aufstoßen; 2 von 100 Behandelten wird es übel.

Muss beobachtet werden

Wenn Magen-Darm-Beschwerden wie Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall Sie beeinträchtigen, sollten Sie sich an einen Arzt wenden.

Wenn die Haut sich verstärkt rötet und juckt, reagieren Sie möglicherweise allergisch auf das Mittel. Haben Sie sich das Mittel zur Eigenbehandlung ohne Rezept besorgt, sollten Sie es absetzen. Sind die Hauterscheinungen auch einige Tage nach dem Absetzen nicht deutlich abgeklungen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Solche allergischen Reaktionen treten bei 1 bis 10 von 100 Anwendern auf.

Sofort zum Arzt

Wenn sich schwere Hauterscheinungen mit Rötung und Quaddeln an Haut und Schleimhäuten sehr rasch (meist innerhalb von Minuten) entwickeln und zusätzlich Luftnot oder eine Kreislaufschwäche mit Schwindel und Schwarzsehen oder Durchfälle und Erbrechen auftreten, kann es sich um eine lebensbedrohliche Allergie bzw. einen lebensbedrohlichen allergischen Schock (anaphylaktischer Schock) handeln. In diesem Fall müssen Sie die Behandlung mit dem Medikament sofort stoppen und den Notarzt (Telefon 112) verständigen. Solche Ereignisse kommen in Einzelfällen vor.

Besondere Hinweise

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Es gibt keine Erkenntnisse über die Einnahme von Lavendelöl während der Schwangerschaft. Auch die Sicherheit während der Stillzeit wurde bisher nicht untersucht. Sicherheitshalber sollten Sie es daher während Schwangerschaft und Stillzeit nicht einnehmen.

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren dürfen das Mittel nicht einnehmen.

Sie sehen nun nur noch Informationen zu: ${filtereditemslist}.