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Pflanzliches Mittel: Knoblauch

Wirkungsweise

Knoblauchpräparate sollen altersbedingte Veränderungen in den Blutgefäßen (Arteriosklerose) abbremsen. Man nimmt an, dass Knoblauch den Cholesterinspiegel senkt, die Klebrigkeit der Blutplättchen verringert, die für die Blutgerinnung wichtig sind, und stattdessen die Auflösung von Blutgerinnseln fördert. Insgesamt soll das Blut durch Knoblauch "dünnflüssiger" werden. Außerdem soll Knoblauch den Blutdruck senken.

Die Zwiebelpflanze Knoblauch (Allium sativum) wird nicht nur als Heilmittel sondern auch in der Küche als Gewürz eingesetzt. Ein Hauptwirkstoff von Knoblauch ist Alliin. Aus ihm entsteht nach einer Reihe von chemischen Reaktionen die Substanz mit dem typischen Knoblauchgeruch. Um hinsichtlich der Wirksamkeit vergleichbare Produkte zu erhalten, sollte medizinisch verwendetes Knoblauchpulver auf den Inhaltsstoff Alliin berechnet (normiert) sein.

Selbst wenn die beschriebenen Einzelwirkungen von Knoblauch im Blut und auf den Blutdruck zutreffen, ist damit noch nicht gesagt, dass Knoblauch tatsächlich den gesamten Vorgang des Fortschreitens einer Arteriosklerose bremsen kann. Studien, die das belegen sollten, erbrachten uneinheitliche Ergebnisse und haben keine ausreichende Aussagekraft. Auch andere Übersichtsarbeiten zeigen nicht, dass sich aufgrund der genannten Wirkungen von Knoblauch der Alterungsprozess verzögert oder im Alter weniger Erkrankungen auftreten. Es ist zudem nicht nachgewiesen, dass schwerwiegende Herz-Kreislauf-Erkrankungen seltener vorkommen, wenn Knoblauch frühzeitig eingesetzt wird. Solange die therapeutische Wirksamkeit von Knoblauch nicht ausreichend nachgewiesen ist, wird er für die genannten Indikationen als "wenig geeignet" eingestuft.

Darüber hinaus ist noch nicht klar, ob die erhofften Wirkungen eher mit Präparaten aus getrocknetem Knoblauchpulver oder mit einem öligen Auszug zu erzielen sind. Die weit überwiegende Zahl der klinischen Studien wurde mit Präparaten durchgeführt, die getrocknetes, auf Alliin normiertes Knoblauchpulver enthalten. Sicher ist hingegen, dass geruchsfreie Produkte medizinisch nicht nennenswert wirken, da sich bei ihrer Herstellung alle reaktionsfähigen Inhaltsstoffe in unwirksame Abbauprodukte verwandeln.

Anwendung

In den Studien zur Wirksamkeit von Knoblauch wurden durchschnittlich 600 bis 900 Milligramm Knoblauchpulver eingesetzt. Das entspricht etwa 2,4 bis 3,7 Gramm frischem Knoblauch pro Tag. An dieser Menge orientieren sich die Dosierungsempfehlungen.

Achtung

Knoblauch kann die Gerinnungsfähigkeit des Blutes herabsetzen. Vor Operationen sollten Sie knoblauchhaltige Mittel absetzen, da sonst die Blutungsneigung verstärkt sein kann.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Wenn Sie noch andere Medikamente einnehmen, ist zu beachten, dass blutdrucksenkende Arzneimittel durch Knoblauch stärker wirken können.

Unbedingt beachten

Knoblauch kann die Wirkung der gerinnungshemmenden Mittel Phenprocoumon und Warfarin, die bei erhöhter Thrombosegefahr als Tabletten eingenommen werden, verstärken. Sie müssen deshalb die Blutgerinnung häufiger als sonst selbst kontrollieren oder vom Arzt kontrollieren lassen und gegebenenfalls nach Absprache mit dem Arzt die Dosis der Gerinnungshemmer verringern. Näheres hierzu finden Sie unter Mittel zur Blutverdünnung: verstärkte Wirkung.

Möglicherweise kann sich durch Knoblauch, vor allem wenn er hoch dosiert wird, die Wirksamkeit von Saquinavir (bei HIV-Infektion und Aids) verringern. Wird diese Wechselwirkung nicht hinreichend berücksichtigt, könnte das die Behandlung dieser Infektion beeinträchtigen. Andererseits könnte es auch zu Problemen kommen, wenn das Knoblauchpräparat abgesetzt wird und Saquinavir dann unerwartet stark wirkt.

Nebenwirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

Wenn Sie knoblauchhaltige Mittel einnehmen, kann die Atemluft nach Knoblauch riechen. Auch die Haut kann nach einiger Zeit einen typischen Geruch annehmen.

Bei 1 bis 10 von 100 Anwendern von Knoblauch treten Magen-Darm-Beschwerden auf, insbesondere Aufstoßen und Übelkeit.

Muss beobachtet werden

Wenn sich die Haut verstärkt rötet und juckt und sich zusätzlich Bläschen bilden, reagieren Sie vermutlich allergisch auf Knoblauch. Dann sollten Sie das Mittel absetzen. Sind die Hauterscheinungen einige Tage später nicht deutlich abgeklungen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Treten Atembeschwerden auf, weil die Atemwege verengt sind, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

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