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Pflanzliches Mittel: Johanniskraut + Traubensilberkerze (Kombination)

Wirkungsweise

Die Kombination aus einem Extrakt aus Traubensilberkerze und Johanniskraut soll zum einen allgemein bei Wechseljahresbeschwerden wirken und zusätzlich soll der Johanniskrautextrakt noch bei depressiven Störungen helfen. Die Studien, die mit dieser festgelegten Kombination gemacht wurden, können ihre therapeutische Wirksamkeit nicht ausreichend nachweisen. Eine kontrollierte Untersuchung, die diese Kombination als sinnvoll ausweist und zeigt, dass sie besser wirkt als die Einzelbestandteile, fehlt.

Näheres zur Wirkung von Traubensilberkerze lesen Sie unter Traubensilberkerze.

Näheres zur Wirkung von Johanniskraut finden Sie unter Johanniskraut.

Anwendung

Wenn Sie das Mittel länger als sechs Monate einnehmen wollen, sollten Sie das mit einem Arzt besprechen.

Achtung

Aufgrund des Anteils an Johanniskraut in dem Präparat sollten Sie sich keiner intensiven UV-Bestrahlung aussetzen – weder der des Sonnenlichts noch der eines Solariums.

Gegenanzeigen

Aufgrund seines Anteils an Johanniskraut dürfen Sie das Mittel unter folgenden Bedingungen nicht oder nur nach einer sorgfältigen Abwägung von Nutzen und Risiken anwenden:

  • Sie nehmen chemisch-synthetische Antidepressiva ein. Johanniskrautextrakt kann die Wirksamkeit einiger dieser Medikamente abschwächen, bei anderen verstärken.
  • Sie sind aufgrund von Erkrankungen oder der Behandlung mit bestimmten Medikamenten besonders empfindlich gegenüber UV-Licht.
  • Sie leiden an einer chronischen Hepatitis C und werden mit bestimmten Virustatika behandelt (z. B. Telaprevir).
  • Sie leben mit einem transplantierten Organ und müssen bestimmte Medikamente einnehmen, um eine Abstoßungsreaktion zu unterdrücken.
  • Sie sind mit dem HI-Virus infiziert oder haben Aids und behandeln das mit Anti-HIV-Mitteln, z. B. Indinavir oder Nevirapin
  • Sie leiden an einer Krebserkrankung und werden mit speziellen Krebsmedikamenten behandelt.
  • Sie haben ein erhöhtes Risiko für Thrombosen und werden daher mit blutgerinnungshemmenden Mitteln wie Phenprocoumon und Warfarin (bei erhöhter Thrombosegefahr) behandelt. Dann kann Johanniskraut deren Wirkung schwächen und es besteht verstärkt die Gefahr, dass sich Blutgerinnsel bilden.

Traubensilberkerzenextrakt kann die Leber schädigen. Wenn Sie bereits an einer Lebererkrankung leiden, sollten Sie das Präparat nur nach Rücksprache mit einem Arzt einnehmen und nachdem dieser Nutzen und Risiken der Anwendung besonders sorgfältig abgewogen hat.

Da nach derzeitigem Wissen weder das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut noch das von Brustkrebszellen gefördert wird, erhöht sich die Gefahr für Brust- und Gebärmutterschleimhautkrebs vermutlich nicht. Es bestehen aber weiterhin Unsicherheiten. Daher sollten Frauen, die einen Tumor haben oder hatten, der unter dem Einfluss von Östrogen wächst, das Mittel nur nach Rücksprache mit einem Arzt einsetzen. Zu diesen Tumoren gehören manche Arten von Brustkrebs und Gebärmutterschleimhautkrebs, eventuell auch Eierstockkrebs.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Wenn Sie noch andere Medikamente nehmen, ist zu beachten, dass folgende Arzneimittel durch Johanniskrautextrakt schneller abgebaut werden und infolgedessen schwächer wirken: Theophyllin (bei Asthma), trizyklische Antidepressiva wie Amitriptylin (bei Depressionen) sowie Atorvastatin und Simvastatin (bei erhöhten Blutfetten).

Johanniskrautextrakt kann auch die Wirkung von Phenprocoumon und Warfarin (bei erhöhter Thrombosegefahr) schwächen. Dann besteht verstärkt die Gefahr, dass sich Blutgerinnsel bilden. Wenn sich eine gemeinsame Anwendung von Johanniskraut mit diesen Mitteln nicht vermeiden lässt, muss der Arzt die Gerinnungszeit des Blutes, insbesondere zu Beginn der Behandlung, häufiger kontrollieren und gegebenenfalls die Dosierung der blutverdünnenden Mittel anpassen.

Wenn Sie bereits Östrogen zur Linderung von Wechseljahresbeschwerden anwenden, sollten Sie mit dem Arzt sprechen, bevor Sie mit der Einnahme dieses Mittels beginnen.

Unbedingt beachten

Auch die Wirksamkeit der nachfolgend aufgeführten Medikamente kann sich durch Johanniskrautextrakt verringern. Wird diese Wechselwirkung nicht hinreichend berücksichtigt, kann das die Behandlung der zumeist schweren Erkrankungen beeinträchtigen. Andererseits kann es auch zu Problemen kommen, wenn das Johanniskraut abgesetzt wird und die Mittel dann unerwartet stark wirken. Zu Beginn der Einnahme von Johanniskraut und nach seinem Absetzen sollte die Dosierung der nachfolgend genannten Medikamente – wenn nötig – angepasst werden.

  • Digoxin (bei Herzschwäche). Näheres hierzu finden Sie unter Mittel bei Herzschwäche: verringerte Wirkung.
  • Imatinib und Irinotecan (spezielle Arzneimittel bei Krebserkrankungen).
  • HIV-Mittel wie Indinavir und Nevirapin. Näheres hierzu finden Sie unter Antibiotika/Virustatika: verringerte Wirkung.
  • Virustatika gegen chronische Lebererkrankungen wie Telaprevir.
  • Ciclosporin, Sirolimus und Tacrolimus. Sie unterdrücken z. B. nach Organtransplantationen das Immunsystem. Wird diese Wirkung abgeschwächt, sind akute Abstoßungsreaktionen möglich.
  • Johanniskrautextrakt kann die Konzentration eines Botenstoffs im zentralen Nervensystem erhöhen. Wird Johanniskrautextrakt mit einem Medikament gemeinsam angewendet, welches ebenso wirkt, z. B. Paroxetin oder Sertralin (bei Depressionen), kann sich ein Serotonin-Syndrom entwickeln. Dieses äußert sich durch Erregungszustände, Bewusstseinstrübung, Muskelzittern und -zucken sowie Blutdruckabfall. Drei Tage lang sollten Sie daher kein Johanniskrautpräparat eingenommen haben, wenn Sie danach mit einem SSRI, Duloxetin oder Venlafaxin (alle bei Depressionen) behandelt werden sollen.

Nebenwirkungen

Das Mittel kann Ihre Leberwerte beeinflussen, was Zeichen einer beginnenden Leberschädigung sein kann. Sie selbst bemerken in der Regel davon nichts, sondern es fällt nur bei Laborkontrollen durch den Arzt auf. Ob und welche Konsequenzen dies für Ihre Therapie hat, hängt sehr vom individuellen Fall ab. Bei einem lebensnotwendigen Medikament ohne Alternative wird man es oft tolerieren und die Leberwerte häufiger kontrollieren, in den meisten anderen Fällen wird Ihr Arzt das Medikament absetzen oder wechseln.

Keine Maßnahmen erforderlich

Es können Magen-Darm-Störungen wie Magenschmerzen und Durchfall auftreten.

Durch den veränderten Hormonspiegel kann sich ein Spannungsgefühl in den Brüsten einstellen.

Muss beobachtet werden

Wenn die Haut sich verstärkt rötet und juckt, reagieren Sie möglicherweise allergisch auf das Mittel. Haben Sie sich das Mittel zur Eigenbehandlung ohne Rezept besorgt, sollten Sie es absetzen. Sind die Hauterscheinungen auch einige Tage nach dem Absetzen nicht deutlich abgeklungen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Sofort zum Arzt

Das Mittel kann die Leber schwer schädigen. Typische Anzeichen dafür sind eine dunkle Verfärbung des Urins, eine helle Verfärbung des Stuhlgangs oder es entwickelt sich eine Gelbsucht (erkennbar an einer Gelbfärbung der Augen), oft begleitet von starkem Juckreiz am ganzen Körper. Tritt eines dieser für einen Leberschaden charakteristischen Krankheitszeichen auf, müssen Sie sofort zum Arzt gehen.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs