Medikamente im Test

Pflanzliches Mittel: Echinacea pururea

Wirkungsweise

Extrakte aus dem Kraut des Sonnenhuts (Echinacea purpurea) sollen Infekten, insbesondere Erkältungen vorbeugen. Das Mittel soll die Schleimhäute gegenüber Krankheitserregern unempfindlicher machen und die Aktivität des Immunsystems anregen. Dabei besteht allerdings das Risiko, dass bisher ruhende Prozesse aktiviert werden, bei denen das Abwehrsystem körpereigene Zellen und Gewebe angreift. Schwere chronische Krankheiten, denen solche Autoimmunprozesse zugrunde liegen, könnten dann ausbrechen.

Verschiedene Studien zeigen, dass Echinacea das Immunsystem aktivieren kann – vor allem dann, wenn es noch nicht durch Krankheitsprozesse geschwächt ist. Es ist also nicht sinnvoll, das Mittel erst dann einzunehmen, wenn die Erkältung schon deutlich spürbar eingesetzt hat, sondern sofort bei den ersten Krankheitsanzeichen (Kribbeln in der Nase, rauer Hals). Die Mittel können dann bei Erwachsenen die Dauer und Schwere einer Erkältung möglicherweise geringfügig positiv beeinflussen.

Bei Kindern ließ sich dagegen kein Unterschied zwischen Echinacea und einem Scheinmedikament (Placebo) nachweisen. Auch kamen unter einer Behandlung mit Echinacea mehr unerwünschte Wirkungen vor (z. B. Hautausschlag) als in der Vergleichsgruppe.

Echinacea vorbeugend während der gesamten Erkältungssaison einzusetzen, ist nicht sinnvoll, weil nicht ausreichend nachgewiesen ist, dass sich grippale Infekte damit vermeiden lassen.

Insgesamt ist die Datenlage zu Echinacea also recht uneinheitlich. Eine abschließende Bewertung ist deshalb noch nicht möglich. Zur unterstützenden Behandlung von Erkältungen sind Mittel mit Echinacea daher mit Einschränkung geeignet.

Anwendung

Länger als zehn Tage sollten Sie die Mittel nicht ununterbrochen einnehmen.

Achtung

Einige Mittel (siehe Tabelle) enthalten Alkohol. Personen mit Alkoholproblemen dürfen diese Mittel nicht einnehmen. Auch Leberkranke und Menschen mit Anfallleiden sollten den Alkoholgehalt berücksichtigen. Darüber hinaus kann Alkohol die Wirkung vieler Arzneimittel (z. B. Schlaf- und Beruhigungsmittel, Psychopharmaka, starke Schmerzmittel, einige Mittel bei hohem Blutdruck) verstärken.

Gegenanzeigen

Unter folgenden Bedingungen dürfen Sie die Mittel nicht einnehmen:

  • Sie leiden unter einer Autoimmunerkrankung, bei der das Abwehrsystem körpereigene Strukturen angreift, wie multiple Sklerose, rheumatoide Arthritis, Kollagenosen (z. B. Lupus erythematodes), Schuppenflechte (Psoriasis).
  • Sie haben Tuberkulose, Leukämie, Aids oder sind HIV-infiziert.
  • Sie haben eine chronische Viruserkrankung (z. B. Hepatitis).
  • Sie reagieren auf Korbblütlergewächse (Kamille, Ringelblume) allergisch. Sonnenhut gehört ebenfalls zu dieser Pflanzengruppe.

Nebenwirkungen

Muss beobachtet werden

Wenn die Haut sich verstärkt rötet und juckt, reagieren Sie vermutlich allergisch auf das Mittel. Dann sollten Sie es absetzen. Sind die Hauterscheinungen einige Tage später nicht deutlich abgeklungen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Sofort zum Arzt

Wenn starker Hautausschlag, Juckreiz, Herzrasen, Atemnot, Schwäche und Schwindel auftreten, müssen Sie die Anwendung sofort abbrechen und unverzüglich den Notarzt (Telefon 112) rufen, weil es sich um eine lebensbedrohliche Allergie handeln kann.

Besondere Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Kinder unter einem Jahr dürfen die Mittel nicht bekommen. Auch Kinder bis zu zwölf Jahren sollten die Mittel sicherheitshalber nicht einnehmen, weil für diese Altersgruppe kein Nutzen nachgewiesen ist, gleichzeitig aber ein Risiko für allergische Reaktionen besteht. Bedenken Sie, dass einige Mittel (siehe Tabelle) Alkohol enthalten. Mittel ohne Alkohol sind vorzuziehen.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Über die Risiken einer Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit gibt es nur wenige Erfahrungen. Auch wenn bisher keine negativen Auswirkungen auf das Ungeborene bzw. den Säugling bekannt geworden sind, sollten Sie sicherheitshalber die Mittel nicht anwenden. Bedenken Sie auch, dass einige Mittel (siehe Tabelle) Alkohol enthalten. Mittel ohne Alkohol sind vorzuziehen.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs