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Pflanzliches Mittel: Bittere Schleifenblume + Kamille + Kümmel + Melisse + Pfefferminze + Süßholz (Kombination)

Wirkungsweise

Iberogast ADVANCE beinhaltet sechs Pflanzenextrakte. Diese sollen bei Reizdarm die typischen Beschwerden lindern, dazu gehören Bauchschmerzen und -krämpfe sowie Völlegefühl. Dass dies tatsächlich gelingt, ist aber nicht ausreichend nachgewiesen.

Im Gegensatz zu Iberogast Classic, das seit Anfang der 1960er Jahre verkauft wird, ist Iberogast ADVANCE als neuer Mitstreiter dieser Produktgruppe erst seit kurzem im Handel. Iberogast Classic steht seit einigen Jahren in der Kritik. Das Mittel kann in seltenen Fällen zu schwerwiegenden Leberfunktionsstörungen führen. Dafür verantwortlich gemacht wird der im Produkt enthaltene Schöllkrautanteil. Dass dieser Bestandteil für die Wirksamkeit erforderlich ist, ist in Studien aber nicht belegt. Bei Iberogast ADVANCE wurde nun, neben anderen Pflanzenextrakten, auch auf Schöllkraut verzichtet. Dennoch sind bei diesem Mittel weder therapeutische Wirksamkeit noch die Verträglichkeit bei länger andauernder Anwendung ausreichend belegt: Zum einen liegt nur eine einzige Studie zu Iberogast ADVANCE an wenigen Patienten mit Reizdarm vor, die unsere geforderten Qualitätskriterien erfüllt. Nur eine kleine Gruppe von Patienten erhielt Iberogast ADVANCE und wurde nur über vier Wochen beobachtet. Der zu Scheinmedikament gefundene Unterschied in Bezug auf die Beschwerdelinderung ist gering und in seiner Bedeutung für die Patienten kaum einzuschätzen.

Dass die für Iberogast ADVANCE gewählte Zusammensetzung für den angestrebten Effekt erforderlich ist, ist ebenfalls nicht belegt. Vielmehr weist die einzige vorhandene Studie darauf hin, dass dies nicht der Fall ist: Ein Extrakt aus der namensgebenden bitteren Schleifenblume (Iberis amara) wirkte nicht besser als ein Scheinmedikament.

Testergebnis: Iberogast ADVANCE

Anwendung

Sie nehmen das Mittel dreimal täglich 4 Wochen lang ein.

Bei der Anwendung sollten Sie Folgendes beachten: Bestehen die Beschwerden nach einer Woche unverändert fort oder verschlimmern sich diese während der Behandlung, müssen Sie einen Arzt aufsuchen, der die Ursachen hierfür genauer feststellen kann.

Achtung

Das Mittel enthält Alkohol. Personen mit Alkoholproblemen dürfen es deshalb nicht anwenden. Auch Leberkranke und Menschen mit Anfallleiden sollten den Alkoholgehalt berücksichtigen. Darüber hinaus kann Alkohol die Wirkung vieler Arzneimittel (z. B. Schlaf- und Beruhigungsmittel, Psychopharmaka, starke Schmerzmittel, einige Mittel bei hohem Blutdruck) verstärken.

Gegenanzeigen

Wenn Sie auf Korbblütlergewächse allergisch reagieren, dürfen Sie das Mittel nicht einnehmen, weil Kamille zu dieser Pflanzengattung gehört.

Nebenwirkungen

Muss beobachtet werden

Wenn die Haut sich verstärkt rötet und juckt, reagieren Sie möglicherweise allergisch auf das Mittel. Haben Sie sich das Mittel zur Eigenbehandlung ohne Rezept besorgt, sollten Sie es absetzen. Sind die Hauterscheinungen auch einige Tage nach dem Absetzen nicht deutlich abgeklungen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Hat dagegen ein Arzt Ihnen das Mittel verordnet, sollten Sie ihn aufsuchen, um zu klären, ob es sich tatsächlich um eine allergische Hautreaktion handelt, Sie das Mittel ersatzlos absetzen können oder ein Alternativmedikament benötigen

Besondere Hinweise

Bei der Anwendung ist zu beachten: Die Tropfen müssen vor der Dosierung gründlich geschüttelt werden. Zudem gibt der Hersteller gibt, dass nach Anbruch der Flasche das Mittel nur noch 4 Wochen verwendet werden sollte.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Für die Anwendung während der Schwangerschaft liegen noch keine ausreichenden Untersuchungsdaten am Menschen vor, der Einsatz von Süßholzwurzel in dieser Zeit ist fragwürdig.Es ist auch nicht geklärt, ob Bestandteile von Iberogast ADVANCE in die Muttermilch übertreten. Zudem enthält das Mittel Alkohol.

Da das Mittel ohnehin mit wenig geeignet bewertet wird, sollten Sie besser darauf verzichten.

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Kinder unter 12 Jahren dürfen das Mittel nicht bekommen. Es liegen keine ausreichenden Belege dafür vor, dass das Mittel bei ihnen nützlich ist. Auch die Verträglichkeit ist nicht hinreichend einzuschätzen.

Zudem ist zu beachten, dass das Mittel Alkohol enthält. Für Kinder sind Mittel ohne Alkohol vorzuziehen.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs