Medikamente im Test

Pflanzliches Mittel: Beinwell (äußerlich)

Wirkungsweise

Beinwellwurzelextrakt soll nach Verletzungen wie Prellungen, Zerrungen und Verstauchungen schmerzlindernd, abschwellend und entzündungshemmend wirken.

Darüber hinaus soll Kytta bei Kniegelenksarthrose und Rückenschmerzen positiv wirken.

Die Wurzel des Beinwells (Symphytum officinale) wird von alters her innerlich und äußerlich angewendet. Der innerliche Gebrauch wurde jedoch aufgegeben, als sich herausstellte, dass in der Pflanze enthaltene Substanzen, die Pyrrolizidinalkaloide (PA), die Leber schädigen und Krebs auslösen können. Der für den äußerlichen Gebrauch industriell hergestellte Beinwellextrakt ist inzwischen praktisch frei von derartigen Substanzen.

Für den Einsatz nach Verletzungen hat die für Pflanzenmittel zuständige Kommission des ehemaligen Bundesgesundheitsamts die äußerliche Anwendung akzeptiert. Die Europäische Arzneimittelbehörde sieht derzeit allenfalls eine Anwendung als traditionelle Heilpflanze als gerechtfertigt an.

Prellung, Zerrung, Verstauchung

Die vorliegenden Studien, in denen die Anwendung von Beinwellextrakt bei Verletzungen untersucht wurde, haben methodische Schwächen. Sie können daher den Nutzen von Beinwellextrakt weder im Vergleich zu einer Scheinbehandlung noch im Vergleich zur äußerlichen Anwendung von Diclofenac belegen.

Arthrose, Gelenk­beschwerden und Rheumatische Beschwerden, Kreuz- und Rücken­beschwerden, Verspannungen

Für die äußerliche Anwendung von Beinwellextrakt bei akuten Rückenschmerzen sowie bei Kniegelenkarthrose liegt jeweils nur eine Studie vor und diese wurde von der Herstellerfirma finanziert. Für die Beurteilung der Wirksamkeit können diese Ergebnisse erst dann herangezogen werden, wenn weitere Studien sie bestätigen. Bislang gilt daher, dass die therapeutische Wirksamkeit nicht ausreichend nachgewiesen ist. Dementsprechend werden die Präparate als "wenig geeignet" bewertet.

Anwendung

Die Produkte werden mehrmals täglich aufgetragen. Es kann auch ein Salbenverband angelegt werden.

Achtung

Einige Präparate enthalten als Konservierungsmittel Parabene (siehe Tabelle). Wenn Sie auf Parastoffe allergisch reagieren, dürfen Sie die Mittel nicht anwenden.

Gegenanzeigen

Sie dürfen die Produkte nicht auf verletzte Hautstellen auftragen. Auch die Augen und Schleimhäute dürfen mit ihnen nicht in Kontakt kommen.

Nebenwirkungen

Muss beobachtet werden

Es können Hautreizungen, Schmerzen und Brennen sowie Kontaktekzeme mit Hautrötungen auftreten. Dann reagieren Sie vermutlich allergisch auf das Mittel und Sie sollten es nicht weiter anwenden. Sind die Hauterscheinungen in den nächsten drei Tagen nicht deutlich abgeklungen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Sofort zum Arzt

Sehr selten treten Schwellungen im Hals und Gesichtsbereich auf, die zu Atemnot führen können. Dann kann es sich um eine schwere allergische Reaktion handeln, bei der Sie unverzüglich einen Arzt aufsuchen müssen.

Besondere Hinweise

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Der Hersteller gibt an, dass Kytta Schmerzsalbe bei Kindern ab drei Jahren angewendet werden kann, bis zum Alter von zwölf Jahren allerdings nicht länger als eine Woche. Die anderen Kytta-Produkte sind für Kinder frühestens ab zwölf Jahre gedacht. Da aber die therapeutische Wirksamkeit aller Produkte als nicht ausreichend angesehen wird, sollten Sie sie bei Kindern sicherheitshalber nicht anwenden.

Traumaplant: Der Hersteller sieht die Anwendung bei Kindern ab sechs Jahre vor. Doch auch hier gilt: Wegen der nicht ausreichend nachgewiesenen therapeutischen Wirksamkeit sollte das Mittel bei Kindern sicherheitshalber nicht eingesetzt werden.

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Über die Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit gibt es keine ausreichenden Erkenntnisse. Sicherheitshalber sollten Sie die Mittel nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt anwenden.

Sie sehen nun nur noch Informationen zu: ${filtereditemslist}.