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Pflanzliches Mittel: Bärentraubenblätter + Goldrute (Kombination)

Wirkungsweise

In Cystinol sind ein Extrakt aus Bärentraubenblättern, der gegen Bakterien wirken sollen, und einer aus Goldrutenkraut mit wasserausschwemmender Wirkung kombiniert.

Goldrutenkraut (Solidago virgaurea) wirkt in Tierversuchen entwässernd, entzündungshemmend, schmerz- und krampflindernd und antibakteriell. Dass Goldrutenextrakt aufgrund dieser Wirkungen wirksam gegen Harnwegsinfekte ist, ist jedoch an Menschen nicht ausreichend nachgewiesen.

Für die getrockneten Blätter der Bärentraube (Arctostaphylos uva-ursi) finden sich zwar Erfahrungen und einige Hinweise aus wenigen Untersuchungen, die nahelegen, dass sie bei Harnwegsinfektionen nützlich sein könnten. Zur Wirkungsweise gibt es bisher nur Vermutungen: Bärentraubenblätterextrakt enthält Arbutin, eine Substanz, die in alkalisch reagierendem Urin und nach Umwandlung in Hydrochinon eine gewisse keimabtötende Wirksamkeit hat. Dass sich Harnwegsinfektionen dadurch auch schneller beenden lassen, ist nicht nachgewiesen.

Schließlich fehlen Daten, die belegen, dass krebserregende und erbgutverändernde Wirkungen bei einer Langzeitanwendung von Bärentraubenblätter sicher auszuschließen sind.

Für die festgelegte Kombination von Goldrutenextrakt und Bärentraubenblätterextrakt liegen keine Studien vor, die eine therapeutische Wirksamkeit belegen. Es ist auch nicht nachgewiesen, dass die Kombination besser wirkt als ein Präparat mit nur einem Pflanzenextrakt. Aus diesem Grund wird das Mittel als "wenig geeignet" bewertet.

Anwendung

Wenn mit Cystinol Lösung eine Durchspülungstherapie beabsichtigt ist, müssen Sie zusätzlich viel trinken. Das Mittel allein liefert die dafür notwendige Flüssigkeitsmenge nicht.

Das Mittel enthält Bärentraubenblätter und sollte ohne ärztlichen Rat nicht länger als eine Woche und nicht häufiger als fünfmal im Jahr angewendet werden, weil das aus der Pflanze teilweise entstehende Hydrochinon im Verdacht steht, nach Umwandlung im Körper Krebs zu erregen und das Erbgut zu verändern.

Achtung

Das Mittel enthält Alkohol. Personen mit Alkoholproblemen dürfen das Mittel nicht einnehmen. Auch Leberkranke und Menschen mit Anfallleiden sollten den Alkoholgehalt berücksichtigen. Darüber hinaus kann Alkohol die Wirkung vieler Arzneimittel (z. B. Schlaf- und Beruhigungsmittel, Psychopharmaka, starke Schmerzmittel, einige Mittel bei hohem Blutdruck) verstärken.

Gegenanzeigen

Personen mit einer Herzinsuffizienz in fortgeschrittenem Stadium sollten die Wirkung dieser Mittel nicht mit einer Durchspülungstherapie unterstützen, indem sie viel trinken. Das würde das Herz zusätzlich belasten, weil es viel Flüssigkeit bewältigen muss. Das Gleiche gilt für Menschen mit deutlich eingeschränkter Nierenfunktion.

Nebenwirkungen

Keine Maßnahmen erforderlich

Es können Magen-Darm-Beschwerden auftreten, die vergehen, wenn die Mittel abgesetzt werden.

Da das Mittel Bärentraubenblätter enthält, kann sich der Urin grünlich-braun verfärben. Diese Färbung vergeht wieder, wenn die Behandlung beendet wird.

Muss beobachtet werden

Wenn die Haut sich verstärkt rötet und juckt, reagieren Sie möglicherweise allergisch auf das Mittel. Haben Sie sich das Mittel zur Eigenbehandlung ohne Rezept besorgt, sollten Sie es absetzen. Sind die Hauterscheinungen auch einige Tage nach dem Absetzen nicht deutlich abgeklungen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Besondere Hinweise

Für Schwangerschaft und Stillzeit

Mittel mit Bärentraubenblättern sollten in dieser Zeit nicht angewendet werden. Es liegen keine ausreichenden Erkenntnisse vor. Für Hydrochinon besteht der Verdacht, dass es das Erbgut verändern kann. Bedenken Sie außerdem, dass die Lösung Alkohol enthält. Mittel ohne Alkohol sind vorzuziehen.

Ob die Pflanzeninhaltsstoffe in die Muttermilch übergehen, ist nicht untersucht.

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Kinder unter zwölf Jahren sollen Mittel mit Bärentraubenblätter nicht bekommen. Es liegen keine ausreichenden Erfahrungen vor. Auch Jugendliche unter 18 Jahren sollten nicht im Rahmen einer Selbstbehandlung mit Bärentraubenblättern behandelt werden. Treten bei ihnen Beschwerden einer Harnwegsinfektion auf, ist ärztliche Rücksprache notwendig.Bedenken Sie außerdem, dass dieses Mittel Alkohol enthält. Bei Kindern sind Mittel ohne Alkohol vorzuziehen.

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Anwendungsgebiete dieses Wirkstoffs